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Faber: Prechter könnte Recht behalten mit Dow 1.000
By Roman | Juli 30, 2010
In seiner August-Edition des ‘The Gloom, Boom & Doom Report’ beschäftigt sich Marc Faber mit der Frage, ob der Dow tatsächlich auf 1.000 Punkte fallen könnte, wie durch Robert Prechter prognostiziert. Ausschließen wolle er diese Möglichkeit nicht mehr, da er mit Prechter darin übereinstimme, dass es an einem Tag X zu einem kompletten Kreditkollaps kommen werde. Faber weicht allerdings ab im Timing. Er sei weiterhin der Meinung, dass die Druckerpresse der Fed den Dow vorerst zu retten in der Lage sei.
Riesige globale Ausfalllawine an Dollarkrediten auf dem Weg
Prechter, der insgesamt 13 Bücher über die Finanzmärkte geschrieben hat, glaubt, dass der Aktienmarkt historisch überbewertet ist in Bezug auf gezahlte Dividenden und die Gewinne der Unternehmen, weil in den letzten Jahrzehnten ein enormer Anstieg der positiven sozio-ökonomischen Stimmung in der Gesellschaft zu verzeichnen gewesen sei. Diese Stimmung habe sich jedoch im Jahr 2000 geändert und der Trend sei in Richtung einer negativen sozio-ökonomischen Stimmung gekippt, die wiederum zu einer wirtschaftlichen Kontraktion in den nächsten Jahren führen werde.
Kleinere Bärenmärkte führten zu Rezessionen, große Bärenmärkte führten zu Depressionen. Der aktuelle Bärenmarkt werde der größte in den nahezu letzten 300 Jahren sein, so dass die wirtschaftliche Depression entsprechend tief ausfallen werde, so Prechter. Prechter ist überdies der Meinung, dass der aktuelle Bärenmarkt von der Größe eines Superzyklus – und somit der größte seit 1720-1784 – ist, und es aus diesem Grunde zu einem stärken Rückgang an den Aktienmärkten komme werde als in den Zeiten der Großen Depression in den 1930iger Jahren, in der der Dow Jones insgesamt 89 Prozent seines ehemaligen Werts einbüßte.
Der Trend hin zu einer negativen sozio-ökonomischen Stimmung sei bereits seit dem Jahr 2000 in der Entwicklung und werde sich in der Zukunft beschleunigen. Dies werde zu einem weiteren Rückgang der Kreditvergabe führen, wodurch eine riesige Welle an Zahlungsausfällen samt heftiger Deflation ausgelöst würde. Die heutige Anzahl der ausstehenden Kredite sei derart groß, dass systemweite Zahlungsausfälle zu einem Rückgang der Anzahl der aktuell weltweit in US-Dollar denominierten Kredite in Höhe von bis zu 80 bis 90 Prozent führen könnten, wie Prechter ausführte. In einem derartigen Umfeld würden überlebende Dollarkredite den Denominator für den Dow Jones darstellen, da diese Kredite in ihrem Wert stiegen und der Dow — wie auch alle anderen nicht als Geld genutzten Güter — auf Dollarbasis im Wert sinken würden.
Marc Faber schließt Prechters These nicht mehr aus
Marc Faber erklärte, bevor man Prechters These beginne zu kritisieren, sollte man sich seine historische Trefferquote anschauen. Im Jahr 1978 prognostizierte Prechter in seinem Buch “Elliot Wave Principle”, dass der Dow 2.300 Punkte erreichen würde und niemand habe ihm geglaubt, dass das möglich sei. (Anm. Red.: Im Oktober 2007 prognostizierte Prechter, dass das Hoch an den Aktienmärkten erreicht sei und ein allgemeines Blutbad bevorstünde. Im Februar 2009 rief er dann zum Schließen der Shortpositionen auf, weil eine starke Reflationsrallye unmittelbar anstünde, die den Dow auf mindestens 10.000 Punkte hieven sollte. Auch diese Dinge traten punktgenau ein.)
Prechter liege richtig, wenn er sage, dass wenn Manias zu einem Ende kommen, die Preise erneut dazu tendieren, wieder dorthin zu fallen, wo der Ausgangspunkt der Mania gewesen ist. Aus dieser Perspektive betrachtet sollte ein Dow Jones von 1.000 Punkten keinesfalls ausgeschlossen werden, wie Faber erklärte. Faber symphatisiere ebenfalls mit Prechters Ansicht, dass es an einem Tag X zu einem kompletten Kreditkollaps kommen werde.
Wo Faber von Prechter abweiche, sei ein nicht ganz unwesentlicher Faktor – nämlich das Timing. Es sei sehr wahrscheinlich, dass im Falle eines erneuten Dow-Sturzes von 20 oder 30 Prozent vom aktuellen Niveau weitere Konjunkturmaßnahmen und geldpolitischen Anreize verabschiedet würden – nicht nur in den USA, sondern weltweit, so Faber. Diese ökonomischen Anreizprogramme würden zwar sehr wahrscheinlich dabei versagen, die ökonomischen Aktivitäten anzukurbeln in den USA, könnten die Vermögensmärkte jedoch unterstützen.
Er wolle seinen Lesern beibringen sehr vorsichtig nachzudenken über die Auswirkungen, die ein Dow Jones unterhalb der Marke von 1.000 (oder selbst nur unterhalb von 5.000 Punkten) hätte. Denkt irgendjemand tatsächlich, dass die Gelddruckerpresse nicht 24 Stunden am Tag laufen würde? Er denke dies nicht, wie er in seiner Augustausgabe schrieb. Und wie solle man einen Dow von 1.000 Punkten traden? Ein Vorschlag Fabers heiße, eine Farm in Substistenzwirtschaft in der Pampa zu betreiben, die von hohen Elektrozäunen und Sprengminen umgeben und mit einem Arsenal von Maschinengewehren, Granaten und gepanzerten Fahrzeugen ausgerüstet sei. Sichtbar im Hof auf und ab laufende Dobermänner dürften in diesen Überlegungen auch nicht fehlen.
Mehr zu Prechters Ausführungen: siehe Interview vom 12.04.
Topics: Märkte | 20 Comments »



Juli 30th, 2010 at 12:04
Aloha,
eigentlich nix neues, oder?
Faber hat immer gesagt, dass das Sytem kolabiert. Es gibt viel ältere Interviews indem er den Zeitraum zwischen 2015-2020 dafür für am wahrscheinlichsten hält.
Das, weil dann die Zinslast der US-Staatsschulden ca. 30% der Steuereinnahmen ausmachen könnten. Ein Point of no Return. Hyman Minsky’s Arbeiten dazu lassen grüÃ�en!
Prechter scheint sich da Faber anzunähern, wenn er kürzlich sagte, der Crash würde so ab 2016 richtig losgehen.
Beide nähern sich dem Thema mit verschiedenen Denkschulen und kommen also zu ähnlichen Ergebnissen.
Ob das nun durch eine Geldmengenausweitung der FED noch bis zu 10 Jahren hinaus gezögert werden kann? Wer wei�?
Das Zeitfenster für eine echte ehrliche, internationale, mutige, politische aber schmerzhafte Lösung dürfte sich bald schlie�en.
Ich habe mir mehr von Obama erhofft.
VG
Juli 30th, 2010 at 12:25
Prechter meinte, dass der Crash 2012 los geht und 2016 seinen Höhepunkt erreicht.
Juli 30th, 2010 at 12:32
Prechter sagt auch, dass der Ölpreis auf 10 Dollar pro Barrel fällt. Elliott Waves… gähn! Wie kann man in Zeiten von komplett manipulierten Märkten auf irgendwelche Kurven schauen?
Juli 30th, 2010 at 12:37
Die Märkte waren in den 30er nicht weniger manipuliert als heute.
Musst mal Bücher drüber lesen.
Juli 30th, 2010 at 13:10
Wir haben inzwischen viele “Nutzlosfirmen” mehr als in den 30er Jahren. Denke ein Wasserwerk, Eisenbahn, Ölproduzenten (mit 5 Dollar Förderkosten), Bergwerke und Agrar/Nahrungsmittelaktien werden diese Krise gut überstehen. Auch falls keine Krise kommt stell ich mein Depot nicht um. Für Apple und Nintendo sehe ich bei Precters-/Fabersvision den Totalverlust. Da gehen eher 70% der Unternehmen pleite und nicht 30% wie in den 30ern.
Juli 30th, 2010 at 13:37
@samy:
Obama wird als die größte Marionette aller Zeiten in die Weltgeschichte eingehen.
Falls er es so lange überlebt …
Juli 30th, 2010 at 13:40
In Gold gerechnet ist der DOW vom 2000 er Top bereits ca 80 Prozent gefallen.
Die Fed hat die Geldmenge in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Das geht noch ne Weile so weiter denke ich.
Alle relevanten Schulden werden monetisiert bis die Wirschaft trotzdem kollabiert. Der Dollar ist dann Klopapier und die Börsenkurse auf Dollarbasis irrelevant.
Juli 30th, 2010 at 14:14
Nee, der Dollar ist genau deswegen eben nicht Klopapier, weil die Kredite – wie oben wiederholt – in großteils in Dollar ausgeschrieben sind.
Juli 30th, 2010 at 14:25
Faber: “Er sei weiterhin der Meinung, dass die Druckerpresse der Fed den Dow vorerst zu retten in der Lage sei.”
Diesem Satz stimme ich zu, solange der hungrige spekulative Abnehmer vorhanden ist. Und solange das Bankenkartell entsprechend faule Honigtöpfe aufstellt. Beides ist zur Genüge vorhanden, sonst gäbe es das Kasino nicht mehr.
Die Gesetzeslage in USA und Europa wird ohnehin ständig schlechter bezüglich Schutz und Transpatrentz. Obamas neue Kontrollinstanzen unter dem Dach einer Privatbank, ein Witz.
Juli 30th, 2010 at 14:28
Aber, den Kollaps kann natürlich so keiner aufhalten. Im Gegenteil, der Zykloneffekt nimmt im Quadrat zu. Also es gibt ein Stop, ein Bail Out.
Die Realwirtschaft an der Börse wird in den Hintergrund verdrängt, Spielderivate herbeigezaubert, Fantasien gestreut und schon herrscht Chaos.
Juli 30th, 2010 at 16:11
Dabei ist es so einfach:
Natürlich werden die Amerikaner NIE UND NIMMER ihre Schulden je zurückbezahlen!
Zumindest nicht mit etwas von Wert. Stattdessen braucht man doch nur auf ihre großangelegten militärischen Manöver zu schauen um zu erahnen, wohin die Reise geht!
Ja, sie werden zahlen, aber mit Bomben, Raketen und Terror, so, wie sie es immer getan haben.
Und danach wurde aus dem größten Schuldner der Welt auf wundersame Weise der größte Gläubiger. So war es 1918 und so war es 1945 und so wird es in absehbarer Zeit auch wieder sein. Dazu muss ich nicht Ökonomie studiert haben, da reicht der gesunde Menschenverstand und ein Rückblick auf die Geschichte, ohne die von den USA aufdiktierten Geschichtsbücher zu beachten!
Juli 30th, 2010 at 16:43
So so!
http://www.cash.ch/news/topnews/faber_und_rosenberg_wetten_um_eine_flasche_whisky-933689-771
“«Sollte ich die Wette verlieren, bekommt er eine Flasche Cutty Sark von mir», sagt Rosenberg. «Wenn ich gewinne, will ich eine Flasche Dalwhinnie.»
Da hat Faber sich aber übern Tisch ziehen lassen!
VG
Juli 30th, 2010 at 17:22
Mein Lieber Seppei,
das wird jetzt aber nicht so einfach. Damals haben die Amis freundlicherweise darauf gewartet, dass zwei sich bekriegen und beide geschwächt sind. Dann sind sie als die großen Retter gekommen und haben in den Krieg eingegriffen. Wurde auf ihrem Territroium auch nur eine Kugel abgefeuert?
Gibt es derzeit einen Krieg, der groß genug ist, um ihren Durst nach Blut stillen zu können? Derzeit sehe ich das nicht. Das ist das Problem. Der Vampir trocknet aus. Er tobt und tobt, doch weit und breit kein adequates Opfer zu sehen.
Deswegen wird diesesmal die einfach Lösung nicht funktionieren und die Gefahr ist groß, dass sie sich eine blutige Nase holen – “leicht” untertrieben.
Haben die Amis eigentlich Freunde?
Juli 30th, 2010 at 18:52
Haben die Amis eigentlich Freunde?
Ja, Angie…
Juli 30th, 2010 at 20:20
Stimmt, der Do$$ar wird nicht zu Klopapier.
Würde ich auch nie nehmen.
Zu klein, viiiiel zu teuer, färbt ab und ist nicht griffig.
Ausserdem nicht auf Rollen gewickelt.
Ach ja und man braucht ihn um all die Kredite zurückzuzahlen, hatte ich fast vergessen…
Wie unpraktisch und damit bald Geschichte.
Juli 30th, 2010 at 22:39
Googelt “Dow 1,000 Is Not a Silly Number” !
Juli 30th, 2010 at 23:57
der dow wird nicht auf 1000 fallen sondern sich in den nächsten Jahren auf 30000 verdreifachen und jetzt Schluss mit dem Untergangsgeschwätz.
Juli 31st, 2010 at 01:12
gute nacht,Goldschaf und träum was schöneres
Juli 31st, 2010 at 11:02
Mein lieber Uri,
man darf dabei die völlige Skrupellosigkeit der aktuellen US Regierung und deren Hintermänner nicht vergessen!
Zudem sind diese Leute ausgezeichnet durch eine besondere Raffinesse, die schon ihre Urväter an den Roulettischen und bei diversen Pokerrunden in den Spielcasinos unter Beweis gestellt haben. Nicht wenige wurden dort einfach mal erschossen, wenn das Blatt nicht zum eigenen Ergebnis passte. Schon damals wurde die Urbevölkerung gemeuchelt, nachdem man zuvor Lügen über sie verbreitete und sie nicht Verteidiger ihres Volkes und Landes, also Freiheitskämpfer, sondern, heute würde man sagen, “Terroristen” nannte. Diejenigen, die aus good old Europa in den vorigen Jahrhunderten nach Amerika ausgewanderd sind, waren damals schon zum Großteil Steckbrieflich in ihren Heimatländern gesucht! So mancher Saloonbesitzer hat es ganz nebenbei durch seine kriminelle Energie zum Bürgermeister, Richter oder Minister gebracht. Mancher ließ sich gar zum Polizeipräsidenten ausrufen! Auf jedenfall mischten diese Leute immer in der Regierung mit. Das Ergebnis kann man heute noch und aktuell verfolgen.
Darum denke ich, entweder überdehnt das Imperium und zerfällt von selbst, oder aber es wird sich mit einem großangelegten neuerlichen Weltkrieg vor dem entgültigen Zerfall zu schützen versuchen. Ich traue dennen eher das letztere zu!
August 3rd, 2010 at 11:44
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