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USA: Rasante Ausbreitung des West-Nil-Virus
By Roman | Mai 13, 2010
Eine weitere Weise, wie sich der erfolgte Zusammenbruch an den Immobilienmärkten auf hart getroffene Städte und Kommunen wie Los Angeles auswirkt, sei an folgendem Aspekt auszumachen: Leer stehende Häuser avancierten zu einem Risikofaktor, da sie zu Brutplätzen für Schwärme von Moskitos würden, die das so genannte West-Nil-Virus und andere Krankheiten übertrügen. Im Jahr 2009 fielen dem Virus bereits 4 Menschen in Kalifornien zum Opfer und offizielle Vertreter der Stadt Los Angeles warnten die Öffentlichkeit vor einer ausgeprägten bevorstehenden Brutsaison unter Moskitos.
Behörden warnen Bevölkerung vor Moskitoplage und exotischen Krankheiten
Die starken Regenfälle in den vergangenen Monaten, die an manchen Orten auch zu Überflutungen in und um Los Angeles führten, hätten eine Menge an stehenden Gewässern in Straßengräben, Abflussrinnen, Abflussrohren, und Containern hinterlassen, die im Freien stünden. Jede Art stehenden Gewässers sei ein potenzieller Brütplatz für Schwärme von Moskitos, insbesondere dann, wenn sich das Wasser erwärme. Zwangsversteigerte und verlassene Grundstücke würden diese Gefahr komplimentieren, denn sie seien eine große Herausforderung in Bezug auf die Bemühungen, die Moskitopopulationen in diesem Jahr unter Kontrolle zu halten. Öffentliche Vertreter richteten deshalb die Bitte an alle Einwohner verschiedener Stadtviertel, Angaben zu liefern über in der Nachbarschaft leer stehende Häuser, die vielleicht geeignete Brutplätze für Moskitos darstellen könnten. Von der jüngst über die Stadt hinweg fegenden Welle an Zwangsversteigerungen seien sehr viele innerstädtische Viertel sehr stark betroffen gewesen, teilweise dank Marketingaktivitäten, die sich auf Immobilienkäufer unter der lateinamerikanischen Bevölkerungsgruppe wie auch Afroamerikanern konzentrierte. Den meisten dieser Personen seien damals Subprime-Hypotheken angeboten worden.

Ausbreitung des West Nile Virus in den USA / Quelle: cdc.gov.com
Die Popularität von Subprime-Hypotheken und anderen nicht den normalen Standards entsprechenden Finanzprodukten – so genannte exotische Kredite – wuchs in den Jahren sehr stark, die dem folgenden ökonomischen Niedergang vorausgingen. Subprime-Kredite seien typischerweise mit ursprünglich niedrigen Zinsen vergeben worden. In den Folgejahren würden die Zinssätze dann allerdings oftmals überproportional ansteigen und dadurch eine Rückzahlung der Kredite immer mehr erschweren. Viele Hausbesitzer hätten sich plötzlich in der Situation wieder gefunden, nicht mehr dazu in der Lage zu sein, die monatlich ansteigenden Zahlungen auch weiter leisten zu können, was in der Folge zu einer riesigen Anzahl an Zwangsversteigerungen in innerstädtischen Lagen geführt habe. Auch heute sei diese Welle immer noch nicht abgeebbt, so dass eine signifikante Anzahl an zwangsversteigerten Objekten in vielen Arbeiter- und Mittelklassevierteln von Los Angeles weiter leer stünden. Eine Kombination aus verschiedenen Faktoren habe Offizielle des Verbands für Moskitoforschung und Überträgerkrankheiten von Kalifornien dazu veranlasst, die Einwohner dazu zu ermutigen, sich gegen Moskitostiche besser zu schützen.
Die Einwohner würden momentan dazu aufgerufen, alle stehenden Gewässer oder andere geeignete Brutplätze für Moskitos in der Nachbarschaft ihrer Häuser zu eliminieren, lange Hosen und langärmelige Hemden zu tragen, falls sich Moskitos in der Umgebung befänden, geeignete Insektenschutzmittel zu verwenden und über Brutstätten in der Nachbarschaft Auskünfte an die verantwortlichen Stellen weiter zu leiten. Im Jahr 2009 seien in Kalifornien bereits 112 Fälle beobachtet worden, in denen sich Menschen mit dem West Nile Virus infiziert hätten. Bislang seien sogar vier Todesfälle zu beklagen gewesen. Die Symptome des Virus könnten von Muskelschmerzen und leichten Kopfschmerzen bis hin zu Organschädigungen führen, die dann den Tod auslösten. Kinder, Jugendliche und ältere Personen gehörten im Allgemeinen zur höchsten Risikoklasse für einen ernsthaften Verlaufsfällen nach einer Virusinfektion.
Was ist das West-Nil-Virus?
Das West-Nil-Virus ist ein seit 1937 bekanntes, behülltes RNA-Virus des Typs ss(+)-RNA aus der Familie Flaviviridae, das sowohl in tropischen als auch in gemäßigten Gebieten vorkommt. Das Virus infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen. Das Vorkommen bei Vögeln oder Pferden ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Tierseuche. Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt zum nächsten übertragen. Als mögliche Überträger (oder Vektor) kommt eine Vielzahl verschiedener Mückenarten, vor allem der Gattungen Culex, Aedes und Ochlerotatus in Frage. Für die humanmedizinische Bedeutung sind aber vor allem Arten wichtig, die das Virus von ihren Reservoirwirten (also meist Vögeln) auf den Menschen übertragen (so genannte Brückenvektoren). In der Gattung Culex können dies vor allem Arten aus dem Culex pipiens-Komplex sein (Culex pipiens/molestus und Culex pipiens/quinquefasciatus). Ein weiterer möglicher Brückenvektor ist die sich auch in Europa verbreitende Asiatische Tigermücke Aedes albopictus, die ebenfalls sowohl Menschen als auch Vögel sticht. Beim Menschen ergeben sich in 80 % der Fälle keine Symptome durch die Infektion. In anderen Fällen ergeben sich Grippe-ähnliche Symptome, bekannt als West-Nil-Fieber. Das Virus ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und kann dadurch eine Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) oder eine Meningitis (Entzündung der Hirnhaut) auslösen (in 0,7 % der Fälle), beide können tödlich enden. Personen über 50 Jahre haben ein höheres Risiko, eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln. Die Symptome entwickeln sich nach 3 bis 14 Tagen, eine wirksame Behandlung ist nicht bekannt.
mehr dazu auf wikipedia.de
Vandalismus, Verfall und Zeichen der Wut
Wer sich nochmals anschauen möchte, wie manche Hausbesitzer ihre Anwesen nach der Zwangsversteigerung oder im Angesicht einer Zwangsräumung verlassen haben, der liest nochmals “US-Immobilienmärkte: Vandalismus, Verfall und Zeichen der Wut”, woraus hier einige Bilder entnommen werden sollen:




Der Ausbruch von exotischen Krankheiten und die Gefahren für Virusinfektionen sollten nicht verwundern, wenn man sich diesen Mess anschaut! God bless America.
Topics: USA | 3 Comments »


Mai 13th, 2010 at 16:54
[...] http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=4858 [...]
Mai 13th, 2010 at 21:05
Viiiel gravierender als das Westnilvirus, ja sogar als Aids, ist in den USA die geradezu pandemische Verbreitung von MRSA (multiresistente Keime).
Mittlerweile sind 60% aller Krankenhauskeime in den USA multiresistent, (in Deutschland 21% – ebenfalls desaströs – in den Niederlanden 1%).
Und in den USA haben die multiresistenten Keime längst die Krankenhäuser verlassen und grassieren insbesondere in den Stadtteilen der Unterklasse und in uglaublichem Maß in den Haftanstalten.
Während alle Welt über Schweine- und Vogelgrippe sowie über Erreger aus südlichen Ländern diskutiert, bahnt sich bei MRSA einhe gesunheitspolitische Mega-Katastrophe an, die kaum thematisiert wird. Und dieser Herausforerung steht die High-tec-Medizin weitgehend hilflos gegenüber.
In den USA sind längst alle Dämme gebrochen, Deutschlan ist auf dem Weg dorthin, während in den Niederlanden rechtzeitig, schon vor etlichen Jahren, massiv in verbesserte Krankenhaushygiene investiert wurde.
Je später man reagiert, desto teurer wird die Bekämpfung, bis zu dem Punkt, an dem ein Zurückdrängen nicht mehr möglich ist.
Dieser Punkt ist in den USA überschritten.
Mai 14th, 2010 at 11:23
Abreissen! Das stützt auch die Preise.
Oder großflächig DDT sprühen und die Kosten den neuen Eigentümern (Banken fonds) in Rechnung stellen.
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Hurra! wir verblöden, wir trampeln durch die Saat, hurra, wir verblöden, für uns bezahlt der Staat!
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