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Arizona: Sparen bis es quietscht!
By Wayne Copeland | März 15, 2010
Arizona ist einer der US-Bundesstaaten, der durch das Platzen der Immobilienblase neben Kalifornien, Florida und Nevada mit am härtesten getroffen wurde. Lange Zeit galt Phoenix als die neue „In-Stadt“ in den USA und „Place to Be“. Die Arbeitslosigkeit steigt nun jedoch unaufhaltsam, da viele der zwischen 2002 und 2006 neu entstanden Jobs direkt mit der Bauwirtschaft in Verbindung standen. Das ausufernde Budgetdefizit der Lokalregierung führt dazu, dass gespart werden muss: und zwar an allen Ecken und Enden. Kürzungen treffen nun vor allem das Schulwesen und die Universitäten.
Die offiziellen Vertreter des Higley School Districts machten bereits im vergangenen Monat ihre Pläne öffentlich in Bezug auf ein sich abzeichnendes Worst-case Szenario. Hingewiesen wurde auf die bevorstehende Beendigung eines bis dato bestehenden sozialen Versorgungspakets für die Mitarbeiter im lokalen Schulwesen, die Entlassung von Arbeitnehmern wie auch auf die großen Schwierigkeiten bezüglich der weiteren Finanzierung von Volltageskindergärten. Das Entscheidungsgremium für das Schulwesen und der Bezirk befinden sich momentan noch in einer frühen Phase der Planung, wie sie die bevorstehenden Budgetkürzungen des Bundesstaats am besten umsetzen werden. Bis es soweit ist, müssen jedoch erst einmal die auf bundesstaatlicher Ebene zu beschließenden Kürzungs- und Sparmaßnahmen bekannt werden, die sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren befinden und noch Monate brauchen könnten, um verabschiedet und in die Tat umgesetzt zu werden. Allerdings bereite sich das Gremium bereits auf Kürzungen in einem Umfang von mindestens $2 Millionen vor, worunter insbesondere der Betrieb von Volltageskindergärten leiden würde. Nur auf diese Weise könne genügend Spielraum geschaffen werden, um die Zahlung der Lehrergehälter und sonstigen Ausgaben, die im kommenden Schuljahr anfallen, weiter aufrecht zu erhalten.
Arizona blickt im nächsten Fiskaljahr einem Budgetdefizit in Höhe von etwas mehr als $3,5 Milliarden entgegen. Nicht nur im Kindergartenbereich soll deshalb horrend gespart werden, sondern ebenfalls im allgemeinen Schulwesen. Die Diskussionen darüber halten an, während bereits Gerüchte die Runde machen, dass Bezirke wie Higley darüber nachdenken, zukünftig Gebühren für den Besuch von Kindergärten und Schulen einzuführen. Viele Eltern werden im Zuge der Anmeldung ihrer Kinder bereits gefragt, ob sie dazu bereit wären, auch Gebühren für den Besuch des Kindergartens durch ihre Sprösslinge zu bezahlen. Da finanzielle Kürzungen in diesem Bereich bereits ausgemachte Sache zu sein scheinen, dürfen sich die meisten der Bezirke auf anstehende Entlassungen vorbereiten. Der Bundesstaat unterstützt die einzelnen Schulbezirke anhand einer Formel, die sich nach der Schülerzahl bemisst. Für jeden Schüler floss eine festgelegte Summe, die nun reduziert werden soll. Der Higley Schulbezirk hat schon einmal zu kalkulieren versucht, welche Entlassungen er aussprechen müsste, wenn die Kürzungspläne demnächst umgesetzt würden, wie aus verschiedenen Lokalmedien hervorgeht.
Allein Higley müsste bis zu 20 hoch qualifizierte Arbeitskräfte den blauen Brief überreichen. Doch nicht nur das – überdies sollen den verbleibenden Angestellten auch die Gesundheitsleistungen gekürzt werden. Und dies nicht zu knapp. Der Bezirk erhofft sich dadurch Einsparungen in Höhe von $400 pro Kopf pro Jahr. Den Angestellten teilte man bereits mit, dass sie vorsorglich schon einmal zu sparen anfangen sollen, um die entstehende finanzielle Lücke in der Gesundheitsversorgung ausgleichen zu können. Doch nicht nur die Schulbezirke und Kindergärten sind von den Kürzungsplänen betroffen. Es trifft auch die drei staatlichen Universitäten Arizonas. Die Kürzungen sollen hier anfangs im Bereich von 2,75% liegen, was im Falle der Northern Arizona University (NAU) rund $3,6 Millionen an Einsparungen ausmachen wird, die am Mai einsetzen würden. Die Belegschaft des Universitätspersonals hatte sich in diesem Jahr bereits zu einem Gehaltsverzicht bereit erklärt. Allerdings wird das allein nicht reichen. Denn es kursieren seit einiger Zeit Pläne, allen Staatsbediensteten ihre Gehälter im kommenden Fiskaljahr um mindestens 5% zu reduzieren.
In einer gesondert angesetzten Wählerumfrage am 18. Mai möchte die bundesstaatliche Regierung deshalb ihre Bürger um eine Zusage zu einer temporären Anhebung der Verkaufssteuern um 1 Cent ersuchen. Sollte das Ergebnis negativ ausfallen, müssen weitere 867, 5 Millionen im Budget gekürzt werden, was dann richtig unangenehm zu werden droht, da angekündigt wurde, dass in diesem Falle etwa die Hälfte des Personals im Schulbereich abgebaut werden müsste. Auch an der NAU würde es zu weiteren Kürzungen in Höhe von etwa $15 Millionen kommen, was sich wiederum negativ auf die Finanzierungszusagen der Universität an ihre Studenten auswirken würde. Die Studenten würde dies doppelt hart treffen, denn ihnen hat man schon im letzten Jahr die Gebühren für ihr Studium angehoben.
Der obige Bericht nimmt Bezug auf folgende Quellen:
http://www.azcentral.com/community/gilbert/articles/2010/02/26/20100226higley-schools-budget-outlook.html
http://azdailysun.com/news/local/education/article_b57b5274-2e17-11df-80ff-001cc4c002e0.html
Topics: USA | 8 Comments »



März 15th, 2010 at 17:06
Ja, Steuern anheben, Leistungen senken. Am besten für den Kindergarten, die Schule und die Universitäten horrende Bebühren fordern.
Wofür brauch man eine Solidargemeinschaft, wenn diese faktisch nicht existiert. Unter dem Vorwand der Solidarität werden Steuern erhoben und erhöht.
Der Staats sollte die Solidargemeinschaft verwalten, heute wird er seiner Aufgabe nicht mehr gerecht.
März 15th, 2010 at 17:35
Sagen wir mal so. Überall in USA ist
doch das gerade im Gang. In Städten, Bezirken, Gemeinden, Staaten. Es fragt sich, wie da das Schulsystem oder die Universitäten aussehen werden in einigen Jahren. Also aus dem Ausland werden die nicht mehr viel anziehen, das ist jetzt schon rückgängig.
Und wer ein schlechtes Schulsystem hatte und es jetzt noch schlechter macht der kann nicht erwarten, daß er bald noch zur Staatenelite zählt. Desto mehr Ausländer USA verlassen, umso klarer wird das noch werden.
März 15th, 2010 at 17:55
Phoenix wird in spätestens 20 Jahren sowieso eine sterbende Stadt sein, wenn die Wasserressourcen im Colorado und unter der Great Plains leergesaugt sind.
In der Wüste eine Mega-Boomtown zu bauen ist eine wirklich beknackte Idee.
Das wird bestimmt eine beeindruckende Szenerie in wenigen Jahrzehnten sein: zigtausnde verfallene Häuser, halb verweht im Wüstensand.
März 15th, 2010 at 20:45
Interessanter Beitrag von Prof. Hankel zum Thema, wieso der Euro scheitern wird…
März 15th, 2010 at 20:56
Also wenn man sich Dollar und Börse so ansieht, kann das alles gar nicht stimmen….
Entweder sind die Meldungen gefälscht, oder die US-Statistiken.
Wetten werden angenommen…
März 15th, 2010 at 21:17
Hallo werner,
ich verstehe Ihre Frage nicht. Die Börsen haben
nichts, aber auch rein gar nichts mit der realwirtschaftlichen Entwicklung zu tun.
Dass ist völlig entkoppelt und nur noch ein
Politikum. Wenn die Börsen nämlich nochmals crashen, geht das Licht aus. Als erstes bei den Pensionsfonds.
Dass dürfte so schwer nicht zu durchschauen sein. Nicht böse gemeint. Nur Diskussionsanstoß…:=)
Sandy
März 15th, 2010 at 21:55
Aenhliches Bild in Kalifornien. Die Ausgaben fuer das Schulsystem werden naechtes Jahr um 8% runtegefahren. Die Klassenstaerke wird wohl um 50% hochgehen (von bisher 24). Uni-Gebuehren steigen um 30% (bisher ca. $9.000/Jahr), wohlgemerkt bei den staatlichen.
Gleichzeitig steigen die Kalifonien-Steuern, Krankenversicherungsparaemien explodieren.
März 16th, 2010 at 13:11
Hi Sandy.
das ist doch klar, ich sollte wohl anmerken, daß es sarkastisch gemeint war