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EZB: Schuldenabbau kann 20 Jahre dauern
By Roman | März 11, 2010
Die EZB veröffentlichte heute ihren Monatsbericht März. Eine der interessanten Aussagen: das durch die aktuelle Finanzkrise verursachte Schuldenwachstum könnte selbst unter günstigsten Annahmen 20 Jahre benötigen, um wieder in Einklang gebracht zu werden mit den im Stabilitätspakt definierten Schuldenquoten. Die Staaten müssten ihre Anstrengungen zum Schuldenabbau deutlich forcieren, denn die Verschuldungsquote sei unter den Euroländern bereits auf etwa 85% des BIPs geklettert, während diese Kennziffer vor der Krise noch bei 70% gelegen habe.
Mit Blick auf die Zukunft rechnet der EZB-Rat mit einem nach wie vor moderaten Wachstum des realen BIP im Jahr 2010. Ausschlaggebend hierfür ist der in verschiedenen Sektoren anhaltende Prozess der Bilanzanpassungen sowie die Erwartung, dass sich die geringe Kapazitätsauslastung dämpfend auf die Investitionen auswirken dürfte und dass die eingetrübten Arbeitsmarktaussichten den Konsum schwächen.
Es bestehen weiterhin Bedenken bezüglich einer im Vergleich zu den Erwartungen deutlicheren oder länger andauernden negativen Rückkopplung zwischen der Realwirtschaft und dem Finanzsektor, erneuter Preissteigerungen bei Öl und sonstigen Rohstoffen, sich verstärkender Protektionismusbestrebungen, neuerlicher Spannungen in einigen Finanzmarktsegmenten sowie der Möglichkeit einer ungeordneten Korrektur globaler Ungleichgewichte.
Was die monetäre Analyse betrifft, so kehrte sich die Jahreswachstumsrate der Geldmenge M3 im Januar 2010 mit 0,1 % leicht ins Positive. Diese Entwicklung ist vornehmlich auf einen Basiseffekt zurückzuführen und bestätigt die Einschätzung eines nach wie vor schwachen Geldmengenwachstums. Zusammen mit dem negativen jährlichen Wachstum der Buchkredite an den privaten Sektor (in Höhe von -0,6 % im Januar 2010) stützen die aktuellen Daten die Einschätzung des EZB-Rats, dass die Grunddynamik der monetären Expansion moderat und der von der Geldmengenentwicklung ausgehende Inflationsdruck auf mittlere Sicht gering ist. Auch in den kommenden Monaten dürften das Wachstum der Geldmenge M3 und der Buchkredite an den privaten Sektor schwach bleiben.
Was die Finanzpolitik anbelangt, so stellen hohe staatliche Defizite und Schuldenstände eine zusätzliche Belastung für die Geldpolitik dar und schwächen den Stabilitäts- und Wachstumspakt als Grundpfeiler der Wirtschafts- und Währungsunion. Es ist von höchster Bedeutung, dass die Stabilitätsprogramme der einzelnen Euro-Länder die finanzpolitischen Ausstiegs- und Konsolidierungsstrategien für die kommende Zeit klar festlegen. Dies erfordert entschlossene Anstrengungen, insbesondere in Ländern mit hohen Defizit- und Schuldenquoten. Von allen Staaten wird erwartet, dass sie ihren Verpflichtungen im Rahmen des Verfahrens bei einem übermäßigen Defizit nachkommen. Die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen sollte spätestens 2011 beginnen und wird deutlich über die jährliche Anpassung von 0,5 % des BIP hinausgehen müssen, die im Stabilitäts- und Wachstumspakt als Mindestanforderung festgelegt ist. Dabei sollten vor allem Ausgabenreformen im Vordergrund stehen.
Die EU-Regeln sehen eine Staatsschuld von maximal 60 Prozent des BIPs vor. “Selbst bei einer durchschnittlichen Haushaltskonsolidierung in Höhe von 0,5 Prozentpunkten des BIP pro Jahr dürfte es zwei Jahrzehnte dauern, bis die im Euroraum verzeichnete Schuldenquote wieder auf ihren Stand vor der Finanzkrise zurückkehrt”, wie es in dem Bericht der Notenbank heißt.
Topics: Europa | 4 Comments »



März 11th, 2010 at 13:32
Schwachsinn, wer versucht uns denn da wieder Sand in die Augen zu streuen. Ach, die EZB. Dann ist ja alles klar. Wir werden demütig höhere Steuern und Abgaben akzeptieren, denn in 20 Jahren ist der Haushalt konsolidiert. Man, jedem ist doch klar, dass das nur ein Märchen ist. Warum haben wir denn einen Staat, damit er uns Märchen über Konsolidierung und Steuern und Gerechtigkeit autischt. Ich wette, in 10 Jahren ist die EU Geschichte. Der Haushalt der einzelnen Nationen wird einzig durch Inflation, Gläubigerverzicht und Währungsreform konsolidiert. Vorher stopfen sich die Eurokraten noch die Taschen voll.
Haushaltkonsolidierung, einen größeren Schmarn habe ich schon lange nicht mehr gehört. Welcher Staat auf der Welt hat denn seinen Haushalt bis heute konsolidiert? Das waren nur die, welche von anderen Nationen heraus geboxt wurden über Ausgleichszahlungen. Wenn wir Griechenland Geld schenken, dann können die zumindest für den Zeitraum der Zahlung, ihren Haushalt konsolidieren.
Ja, die EU. Jeden Tag muss man sich irgendeinen unrealistischen Unsinn anhören. Das ist wie bei der Muppets Show. Unterhaltsam aber wenig realistisch. Jeden Tag ein bischen mehr Volksverdummung.
März 11th, 2010 at 17:30
@ Gee
vollkommen richtig.
Das einzige, was DEN MENSCHEN insgesamt kurz- bis langfristig helfen kann (und das muss grundsätzlich das Anliegen von Politik und Wirtschaft sein) ist ein Abkommen der 4-10 grö�ten Volkswirtschaften und den bevölkerungsreichsten Nationen zusammen um ein vollkommen neues Finanzsystem auf Basis eines KREDIT-systems zu schaffen.
Das anglo-holländische Zinssystem ist ein für allemal an der Wand und bevor es weitere Millionen Opfer verlangt (die 2 WK gehören dazu, deswegen weitere) muss dieses System der fiktiven Geldmehrung durch Zins, Zinseszins und Spekulation beendet werden und durch ein Kreditsystem nach dem Vorbild Hamiltons (US-Gründung/Verfassung) ersetzt werden.
NUR DANN ergibt sich die Möglichkeit, die Welt vor einem neuen finsteren Zeitalter mit allem was dazu gehörte (Pest, Massensterben, Rückfall in Barbarei) zu verhindern und wirklich der gesamten Menschheit neue Entwicklungsperspektiven zu ermöglichen.
Das würde dem humanistischen Menschenbild gerecht, nicht etwa Verteilungskämpfe um die letzte Ressource.
Und wer sich dafür NICHT einsetzt macht sich mitschuldig. So einfach ist das, aber gleichzeitig so traurig. Denn die Mehrheit macht immer noch auf Blöd und versteht rein gar nichts.
Dog
März 11th, 2010 at 17:43
Die Versprechungen von Politikern, Staatsschulden abzubauen, sind genauso zu bewerten wie wenn ein Löwe beim Fressen verspricht:
,,Nur noch dieses eine Schaf,dann fresse ich Gras”.
Die Politik wird immer einen Grund finden warum jetzt Schulden gemacht werden müssen und warum gerade jetzt nicht gespart werden darf.
Das diese verantwortungslose Schuldenpolitik direckt in den Staatsbankrott führt
ist den Verantwortlichen egal,oder sogar gewollt.
Wer das nicht glauben will,benenne mir einen Fall in der Menschlichen Geschichte in dem die angehäuften Schulden zurückbezahltglauben will,benenne mir einen Fall in der Menschlichen Geschichte in dem die angehäuften Schulden zurückbezahlt wurden, und nicht durch Staatsbankott und/oder Krieg die Völker enteignet und ermordet wurden.zeiebel
März 12th, 2010 at 17:11
[...] legt ganz Griechenland lahm (welt.de) Frust verdrängt weltweit die Reiselust (derstandard.at) EZB: Schuldenabbau kann 20 Jahre dauern (wirtschaftsfacts.de) US-Finanzministerium: Heftiger Widerstand gegen Fed-Audit [...]