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    Miami, Orlando, Las Vegas: Häuserpreise sinken weiter

    By Roman | März 9, 2010

    Entgegen der momentanen Stabilisierung der Häuserpreise am nationalen US-Immobilienmarkt weisen Teilmärkte wie Florida und Nevada weiterhin hohe Preisreduzierungen auf. Trotz der Interventionen durch die Regierung und der zeitlichen Extension der Gewährung von Erstkäuferkrediten übersteigt das Angebot die Nachfrage bei weitem. Berücksichtigt man, dass 70% aller Hypothekenbesitzer in Nevada auf negativen Vermögenswerten sitzen, stellt sich die Frage, wie sich diese Situation in naher Zukunft überhaupt ändern soll.

    Miami, Orlando und Las Vegas führen Liste der höchsten Preisreduzierungen an den Immobilienmärkten an

    Miami und Orlando führen die Preisreduzierungsliste von ZipRealty aus dem Monat Februar an. „Entgegen dem nationalen Trend scheinen die Verkäufer in Florida ihre Nachfragepreise drastisch zu reduzieren, um mehr Kaufinteresse zu wecken”, teilte Pat Lashinsky, Vorstand des Immobiliendienstleisters ZipRealty, mit. „Erstkäufer von Immobilien versuchen Vorteile aus dem $8.000 Steuerkredit zu ziehen und Immobilieninvestoren finden ein für sie äußerst günstiges Umfeld für Geschäfte in Südflorida, Orlando und Jacksonville vor.“ Florida schaffte es in der jüngeren Vergangenheit bereits auf andere Listen, die die kränklichen Häusermärkte reflektieren. Florida leidet ebenfalls unter hohen Zwangsversteigerungsraten und einem niedrigen Volumen an Immobilienverkäufen. Das prozentuale Preisreduzierungsvolumen liegt laut Listenpreisen in Miami, Ft. Lauderdale und Palm Beach zurzeit bei 14,89%, die höchste Reduzierungsrate auf der gesamten Liste. Traurigerweise befindet sich Orlando gleich auf Platz 2 der Liste. Die Stadt leidet unter einer Preisreduzierungsrate von 13,16%.

    Sehr hohe Schattenbestände an den US-Immobilienmärkten werden das Angebot zusätzlich erhöhen; trotz aller staatlichen Unterstützungen kann die Nachfrage in wichtigen Teilmärkten bei weitem nicht mithalten – zum Vergrößern bitte zweimal anklicken

    Platz 3 auf der Städteliste nimmt Las Vegas, Nevada, ein. Eine weitere Stadt  samt Bundesstaat, der bereits zahlreiche Rückschläge an seinen Häusermärkten in Bezug auf Wellen von Zwangsversteigerungen sowie niedrige Volumen von Hausverkäufen einstecken musste. Das Preisreduzierungsvolumen liegt in Las Vegas bei 12,5%. Der Markt schien sich im vierten Quartal des letzten Jahres in einem leichten Aufwind zu befinden, neueste Berichte aus dem Januar und Februar liefern jedoch abermals schlechte Nachrichten. Die guten Nachrichten für Konsumenten basieren darauf, dass man jetzt langsam nach einem Investment in den am schlimmsten betroffenen Gebieten Ausschau halten kann. Die Entwicklung der Grundstückswerte war für Investoren schon immer ein heißes Eisen, jedoch hat die Immobilienkrise verheerende Schäden am lokalen Markt angerichtet, der die meisten Konsumenten skeptisch in Bezug auf den langfristigen Trend der Hauskäufe macht. Ökonomische Enthusiasten ermutigen Konsumenten noch immer dazu, aus der Misere der betreffenden Regionen einen persönlichen Nutzen zu ziehen, weil die Preise so unglaublich niedrig sind, die Werte allerdings in die Höhe schießen würden, sobald die Wirtschaft aus der Rezession herausfinde. ZipRealty stellt Daten zu Preisreduktionen in insgesamt 27 US-Metropolen auf monatlicher Basis zusammen.

    Anm.: Derartige Statements der „Enthusiasten“ kennt man noch aus vielerlei anderen Bereichen, deren Produkte sich nach geplatzter Blase nur noch wie Sauerbier verkaufen. Selbst wenn die Regierung das Zeug dazu hätte, eine neue Blase an den US-Immobilienmärkten anzufachen, woran ich persönlich zweifele, da die eingeleiteten Maßnahmen dazu nicht ausreichend sind und von Beginn an hätten anders aussehen müssen, was würde Käufer, die jetzt alle Sinne beisammen haben, nach den herben erlittenen Verlusten eines breiten Teils der Bevölkerung dazu verleiten, sich nochmals auf einen derartigen Run einzulassen? Zumal das so genannte „Flip Flopping“ heute schon kaum mehr funktioniert, da die offiziellen Bestände und überdies Schattenbestände derart riesig sind? Da wird noch so viel Material auf die Märkte strömen in den kommenden Jahren, dass vielmehr davon auszugehen ist, dass die Preise auf nationaler Ebene nochmals um 15% oder auch mehr nachgeben dürften. Und wenn nicht, ließe man eine neue Blase anschwellen und würde abwarten, bis sie das nächste Mal platzt, zumal sich die zeitlichen Zyklen – wenn es so wäre – durch die unterliegenden Fundamentaldaten immer weiter verringern. Um dann irgendwann zuzuschlagen, wenn man denn unbedingt Hausbesitzer werden möchte. Meine Ansicht ist es, dass diese Märkte wahrscheinlich im Laufe der gesamten nächste Dekade nicht mehr richtig auf die Beine kommen werden und die Bauwirtschaft als ehemaliger Wachstumstreiber komplett ausfällt. Widergespiegelt wird dies zumindest schon durch nahezu alle publizierten Daten zu den Immobilienmärkten aus den letzten zwei Monaten. Egal in welchen Bereichen – fast alles zeigt erneut nach unten. Können die USA einen Double-dip an den Häusermärkten überhaupt finanziell überleben? Das dürfte eine der zirkulierenden Fragen in den kommenden Monaten sein…

    Topics: USA | 5 Comments »

    5 Responses to “Miami, Orlando, Las Vegas: Häuserpreise sinken weiter”

    1. werner Says:
      März 9th, 2010 at 19:54

      Je mehr ich mir die Meldungen ansehe, desto weniger verstehe ich das Gelaber der Anal-ysten, von den schnell aus der Rezession kommenden USA.
      Der Euro-Raum hat – mit Ausnahme Spaniens – keine derartige Immmobilienblase. Der Euro-Raum ist trotz Griechenland nicht annähernd so verschuldet, wie die USA. Die EZB muss noch nicht die Bonds der EU-Staaten aufkaufen, weil die sonst niemand mehr kauft. Im Gegensatz zur FED und den USA.
      Es könnte gut sein, daß diejenigen, die gegen den Euro spekulieren, schnell auf die Nase fallen werden. Einstweilen ist das aber gut, denn der billigere Euro hilft der EU und schadet unseren Hauptkonkurrenten Japan und USA.
      Die Euro-Drücker sägen also am Ast auf dem sie sitzen…

    2. Zinsfuß Says:
      März 9th, 2010 at 20:16

      Hallo Werner,

      die EZB kauft Covered Bonds auf. Bislang genehmigt in Höhe von 50 Milliarden, fast 40 Millarden sind schon ausgeführt…soll keine Belehrung sein, sondern nur ein Hinweis…

    3. Gee Says:
      März 9th, 2010 at 21:39

      @werner: Warum hat der Euroraum nur in Spanien eine Immo-Blase? Eine Immoblase muss nicht notwendigerweise durch Kapitalüberfluss entstanden sein. Wenn ein Missverhältnis zwischen Löhnen und Hauspreisen entsteht, dann ist das doch equivalent einer Immo-Blase. Der potenzielle Interessent kauft kein Haus, sondern mietet eine Kleinwohnung. Das bedeutet, der Investor bleibt auf seinem Haus sitzen oder aber er senkt den Preis. Senkt er den Preis, dann ist das wie eine Immo-Blase.
      Nehmen wir in der BRD ein Durchschnittsreihenhaus. Preis 200 Tsd. Euro. Durchschnittsverdienst ca. 3300 Euro brutto/Monat. Das macht 40 Tsd Euro/Jahr (brutto).
      Netto kommt der Typ vielleicht auf 20 Tsd. Abgesehen von Risiko der Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit. Bedeutet es, dass der Typ ca. 20 Jahre an der Hütte abstottert ohne Zinsen. Mit Zinsen kann man noch einmal 10-15 Jahre einkalkulieren. Das bedeutet, der Käufer muss ca. 30 Jahre an der Hütte arbeiten. Nach 30 Jahren kommen Reparaturen etc. Was bedeutet das nun? Das wir auch in der BRD eine Immo-Blase haben. Ab welchen Alter verdient man denn die 40 Tsd. Euro/Jahr? Ab ca. 30. Will hei�en, der Typ arbeitet bis zu seiner Rente an dem Haus.
      Die Hauspreise können einfach nicht weiter steigen, deshalb geht es auch mit der Baubranche abwärts. Entweder die Hauspreise werden zurück geführt oder aber die Baubranche kann sich begraben lassen. Deshalb ist die Baubranche so auf Staatsaufträge aus. Im Privatensektor versuchen jetzt noch einige Leuet schnell ein Baugrundstück zu verkaufen. Ein Haus stellen die gar nicht mehr auf, weil sie wissen, dass es schweirig ist einen Käufer zu finden.
      Nun muss man sich die Frage stellen, was passiert, wenn der Hauskäufer plötzlich arbeitslos wird. Wir sind nicht in den USA, wo man einfach den Schlüssel der Bank gibt. Hier bleibt man auf den Schulden sitzen.
      Was passiert mit den Löhnen in der BRD, sie gehen runter. Was muss also zwangsweise mit den Hauspreisen passieren?

    4. Orakel Says:
      März 10th, 2010 at 16:43

      @Werner

      nicht nur Spanien hat eine Immoblase: Irland, Kroation, GB, Frankreich usw. und so fort. Das Gleiche gilt für Deutschland. Was Du meinst, wir haben nicht diese wahnsinnigen Wachstumszahlen gehabt wie in anderen Ländern, aber überteuert, wesentlich überteuert ist der Markt schon.
      Ich mache selber mal die Rechnung auf: Wie lange möchte ich mit meinem Durchschnittseinkommen an einem Haus abbezahlen? Dann würde ich als Käufer (mit Gehirn) für mich selber festlegen: 10 Jahre buckeln – All in.
      D.h. die Rechnung von GEE würde folgendermaßen aussehen: 20k netto/p.a., ziehe (überspitzt) 50% ab für deine laufende Kosten und schon hast Du einen Preis der für mich akzeptabel/gerechtfertigt wäre (keine Zinsen berücksichtigt, da Barzahler ;-) –> 100.000 Euro für ein Reihenmittelhaus (welches aktuell mit 200k beziffert wird).
      Das sind Größenordnungen die sicherlich für Deutschland zutreffend sind und auch so kommen werden.

      Ciao

    5. Milowitsch Says:
      März 10th, 2010 at 23:40

      Ich stelle mir die Frage, wer bei den weiter sinkenden Realeinkommen überhaupt noch
      länger bereit ist, das Risiko einzugehen in D ein Haus auf Pump zu kaufen. Zapp, zarapp: morgen ist´s vorbei mit Kurzarbeit und dein Firma macht dicht oder du hast die Aussicht auf Durchhangeln durch die nächsten Jahre. Jobwechsel eingeschlossen. Ortswechsel im Land. Oder sogar ins Ausland. Wer läßt sich auf so ne Risiken denn noch ein? Ein Haus wiegt schwer wie Blei am Bein in heutigen Zeiten.

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