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Kreditgenossenschaft zahlt Bonus für Kontenauflösung
By Roman | März 8, 2010
Die Nevada Kreditgenossenschaft schlägt ihren Sparkunden und Mitgliedern folgendes Geschäft vor: Heben Sie Ihr Geld bei uns ab und schließen Sie Ihre Konten, wofür wir ihnen einen finanziellen Bonus gewähren. Die Kreditgenossenschaft, eine der größten im Bundesstaat Nevada, ist zu der Erkenntnis gelangt, dass Bankkonten von Mitgliedern, die keine Gehaltskonten, Hypothekenkredite oder irgendein anderes Gewinn abwerfendes Produkt bei dem Unternehmen führen, zu teuer sind.
Mitglieder, die Sparkonten unterhalten, werden als zu teuer eingestuft
Brad Beal, Vorstandsvorsitzender der Nevada Kreditgenossenschaft, schätzt, dass über 1.600 Mitglieder der 85.000 Mitglieder von Nevadas Kreditgenossenschaft das Unternehmen lediglich dazu nutzen, um Kapital anzusparen, so lvrj.com. Das Finanzinstitut nutzt typischerweise die Konten ihrer Mitglieder, inklusive Einlagenzertifikate und Geldmarktkonten, um Kredite zu vergeben, die wiederum typischerweise höhere Zinsen abwerfen als reine Bankkonten. Beal teilte mit, dass diese für das Institut keinerlei Zinsen generierenden Sparkonten einen Posten darstellten, der zu Kapitaleinbußen führen würde unter Berücksichtigung des aktuellen depressiven ökonomischen Umfelds in Nevada. „Es gibt derzeit keine Kreditanfragen bei uns“, erklärte Beal.
Die Kreditgenossenschaft investiert in kurzläufige US-Schatzanleihen und verdient durchschnittlich über 0,25% von 1 Prozent auf diese gehaltenen Positionen in Regierungsanleihen, bezahlt allerdings 0,4 Prozent an ihre Kunden mit Sparkonten. Zusätzlich erwartet das Institut, dass die National Credit Union Administration die Prämien für die Kontenversicherung um 0,15 Prozentpunkte auf 0,4 Prozent anheben wird in diesem Jahr. Für jede $100 Millionen an Kundenkonten, wird die Anhebung der Versicherungsleistung die Kosten der Nevada Kreditgenossenschaft um $400.000 jährlich erhöhen, so Beal. Während die Nevada Kreditgenossenschaft gut kapitalisiert ist wird die Reduzierung ihrer Kundenkonten ebenfalls ihren Nettowert in prozentualer Relation zu ihren gehaltenen Vermögenswerten anheben. Beal sagte, dass dies ein zweiter Grund für eine Reduzierung der momentan verwalteten Kundenkonten darstelle. Es ist sicherlich eine ungewöhnliche Strategie.
Ein weiterer Manager einer Kreditgenossenschaft führte aus, dass diese Strategie überaus sinnvoll auf kurzfristige Sicht sei, die Nevada Kreditgenossenschaft allerdings auch Probleme dabei haben wird, die Kunden wieder zurück zu gewinnen, wenn die Nachfrage nach Krediten wieder ansteigt. Ab Montag wird die Kreditgenossenschaft die variable Verzinsung auf die durch die Mitglieder gehaltenen Kundenkonten, die lediglich Kapital anlegen, um zu sparen, auf Null herab setzen. „Wir verlieren Geld durch diese Kunden“, sagte Beal. Also wird die Kreditgenossenschaft diesen Sparkunden einen finanziellen Bonus in Höhe von $25 bezahlen für das Abheben ihrer Sparbeträge zwischen $25.000 und $49.999. Der gezahlte Bonus springt auf $50 für Beträge in Höhe von bis zu $74.999 respektive $75 für noch höhere Summen. Das Personal der Kreditgenossenschaft wird den Sparern dabei helfen, einen anderen Platz zu finden, wo sie ihre Ersparnisse parken können, sagte er.
Anm.: Ein schönes Beispiel dafür, wie Sparer und Kunden, die solide mit ihren Finanzen umgehen, auch noch bestraft werden dafür. Dies sind die Kollateralschäden der Nullzinspolitik durch die Bernanke-Fed. Höhere Versicherungsprämien zur Verhinderung von Bankruns runden die Sache letztendlich ab. Sie machen die Sparaktivitäten der Kunden der Kreditgenossenschaft zu einem Nullsummen- bzw. Verlustgeschäft. Fazit: Banken sollen zocken. Solide Finanzierungen sind nicht mehr én vogue in diesen Tagen.
Topics: USA | 7 Comments »



März 8th, 2010 at 10:56
Das ist doch fair. Es ist immer noch besser, als wen n die Bank über ihren Schatten springt und die Spareinlagen risikiert. Eine solche Bank wäre mir lieber, als eine, welche sich genötigt sieht, nun wertlose Wertpapiere zu kaufen und am Ende den Bankrott zu erklären.
März 8th, 2010 at 13:24
Ein guter Grund um seine ungewollten Ersparnisse zu “vergolden” oder nicht?
März 8th, 2010 at 19:05
Das kann ich keinem empfehlen, sonst steigt der Gold und Silberpreis. Nein, nein, mache das ja nicht …
März 9th, 2010 at 00:20
Nun ja, sie schreiben solide Finanzierungen sind nicht mehr en vouge in diesen Tagen.
Im Artikel steht aber eindeutig „Es gibt derzeit keine Kreditanfragen bei uns“!
Somit fällt eine solide Finanzierung mangels Kreditnachfrage aus.
Ich sehe das wie @ Gee als äußerst fair an.
Übrigens, sind es nicht gerade die Sparer, die Zins haben wollen, das große Übel?
März 9th, 2010 at 08:44
Das ist für die Bank eine geniale Strategie. Respekt!
Geht sie hops wird sie gerettet.
Bleibt sie stehn, hat sie Kosten gespart.
Besser hätte ich das auch nicht hinbekommen.
Wenn wieder Kredit nachgefragt wird, wird’s ein kleines Problem mit der Eigenkapitalquote geben. Oder gibt es hierfür keine Vorschriften in AAA-Land?
Oder wird dann irgendwelcher Schrott nach Fair Value bewertet bis die EKQ wieder stimmt?
März 9th, 2010 at 09:38
@Eigenkapitalquote: Zitat: “Wenn wieder Kredit nachgefragt wird, wird’s ein kleines Problem mit der Eigenkapitalquote geben.”
Interessant. Vielleicht weiß die Bank mehr, als ich. Vielleicht könnte man den Schluss ziehen, dass die bereits wissen, dass es in den kommenden 20 Jahren keine gesteigerte Kreditnachfrage geben wird. Zum einen, weil die potenziellen Kreditnehmer keine Sicherheiten haben, die Bank also den Kreditantrag aus “Gewissensgründen” ablehnen muss, zum anderen, weil der Personenkreis mit Sicherheiten im Rücken, keine Anträge stellen wird, weil die Renditechancen mau sind.
Damit würde sich der Kreis schließen.
März 10th, 2010 at 13:12
[...] Und genau dies geht nicht – da würde ja das knappe Bargeld gehortet. Und deshalb zahlt auch diese innovative Genossenschaftsbank in USA + 0,4% Guthabenzins und eine Prämie wenn Sie Ihr Guthaben au… [...]