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    Immobilienmärkte UK: Strohfeuer beendet?

    By Wayne Copeland | März 7, 2010

    Die britischen Immobilienmärkte könnten sich bereits auf dem Weg in eine “Double-dip” Rezession befinden. Halifax teilte am Donnerstag vergangener Woche mit, dass die nationalen Häuserpreise um 1,5 Prozent gefallen sind zwischen Januar und Februar. Ferner wurde ausgeführt, dass die momentan nur langsam voranschreitende ökonomische Erholung die Stimmung unter potenziellen Kaufinteressenten belasten könnte für den Rest des Jahres.

    Die publizierten Daten von Halifax folgen dem gemessenen Rückgang der Immobilienpreise von 1 Prozent im nationalen Immobilienpreis-Index im Januar und werden insbesondere unter Immobilienbesitzern Enttäuschung hervorrufen, weil die noch im Dezember gezeigte Stärke nicht als Markterholung gewertet werden kann, nachdem im Januar ein schärferer Einbruch folgte. Die Hypothekenabschlüsse kletterten stark in den letzten Wochen des Jahres 2009, nachdem Erstkäufer von Immobilien versuchten, sich Vorteile durch die Aussetzung der Stempelsteuer zu sichern bis zu dem zeitlich durch die Regierung fixierten Ultimo des 31. Dezember. Daher ist davon auszugehen, dass ein größerer Teil der Nachfrage vorgezogen wurde, die sich ansonsten normalerweise über die kommenden Monate verteilt hätte, ohne sich derart im Monat Dezember zu konzentrieren. Dagegen sieht die Entwicklung an den Häusermärkten im Januar bereits weitaus schlechter aus als noch zum Ende des letzten Jahres.


    Nationaler Immobilienpreis-Index U.K., eingekreist: momentaner Versuch der Reflation der Häusermärkte – zum Vergrößern bitte zweimal anklicken

    Wenn man sich einzelne Berichte und Presseartikel durchliest, so wird davon gesprochen, dass eine Mehrzahl der Analysten erwartet, dass eine nun einsetzende Preiskorrektur die fundamentalen Fakten reflektiert, die sich zusammensetzen aus einem steigenden Angebot an Objekten in den kommenden Monaten und Konsumenten, die weiterhin unter ihren hohen Schulden ächzen. Eine künstlich hervor gerufene Knappheit des Angebots im letzten Jahr auf Basis zurück gehaltener und wieder in Besitz genommener Häuser durch die Banken als auch des Unwillens der meisten Hausbesitzer, ihre Objekte mit Verlust zu verkaufen scheint hauptsächlich verantwortlich zu zeichnen für einen großen Teil der steigenden Immobilienpreise in der zweiten Hälfte des Jahres 2009. Der Rückgang der Hypothekenzinsen nach den Zinssenkungen der Bank of England auf ein 315-jähriges Zinstief bei 0,5 Prozent im vergangenen März wie auch die Auflage eines insgesamt £200 Milliarden schweren Programms durch die Zentralbank, um über den Ankauf von britischen Staatsanleihen Kapital in die Wirtschaft zu pumpen, unterstützte ebenfalls die Erholung der Immobilienpreise in 2009; es wird allgemein nicht davon ausgegangen, dass auch im Jahr 2010 ähnliche Anstrengungen unternommen werden, um die Märkte durch neue Konjunkturpakete zu stützen. Bereits jetzt steht die Regierung in der Öffentlichkeit und an den Märkten in der Kritik, Großbritanniens Schuldenberg durch ihre Ausgabenwut in noch luftigere Höhen zu katapultieren, so dass selbst eine Staatspleite nicht mehr ausgeschlossen werden kann.

    Um nochmals auf die Publikation von Halifax zurück zu kommen: es wurde ausgeführt, dass der Rückgang der Häuserpreise im Januar der erste gewesen sei, den die Bank seit Juni 2009 zu vermelden habe. Die durchschnittlichen Immobilienpreise erreichten £166.587 – immer noch 8 Prozent oberhalb ihres im April 2009 erreichten Tiefpunkts. Dieser erste Rückgang folgt einer graduellen Verlangsamung der Preiszuwächse in den vergangenen Monaten, exklusive des Anstiegs im Dezember, der auf den oben beschriebenen Faktoren beruhte. Auf die britischen Immobilienmärkte dürfte eine abermals harte Zeit zukommen in 2010, da sich die privaten Haushalte nach wie vor unter einem großen finanziellen Druck befinden. Überdies werden die Beschlüsse zu Steueranhebungen durch die Regierung im Laufe dieses Jahres wirksam, die Arbeitslosigkeit steigt weiterhin und die Zinsen dürften einen Turnaround vollziehen, um auf „normalere“ Niveaus zurück zu kehren – was letztendlich besonders stark auf den Immobilienmärkten lasten wird. Es gibt ebenfalls kaum Anzeichen dafür, dass die Banken und Hausbauer dazu in der Lage sein werden, der entstehenden Finanzlücke nach Auslaufen des £200 Milliarden schweren Liquiditätsprogramms zu trotzen. In diesem Kontext wird auch das durch die BoE speziell aufgelegte Liquiditätsprogramm namens „Special Liquidity Scheme“ bis 2012 auslaufen. So macht Halifax im Rahmen der Datenpublikation auf folgendes aufmerksam: „Die Erholung der Häusermärkte ist den fundamentalen Daten der Ökonomie weit voraus gelaufen. Deshalb wird der durch Halifax gemessene Preisrückgang im Januar wahrscheinlich bereits ein frühes Zeichen sein, dass die im vergangenen Jahr einsetzende Erholung an den Häusermärkten auf dem Weg dazu ist, sich ins Gegenteil umzukehren.“

    Topics: Europa | 1 Comment »

    One Response to “Immobilienmärkte UK: Strohfeuer beendet?”

    1. Raus aus Deutschland Says:
      März 7th, 2010 at 03:38

      Viele Immobiliensitzer glauben, durch “aussitzen” einen besseren Preis für ihre Immobilie zu erhalten.

      Es gab in den vergangenen Jahrzehnten immer Schwankungen in der Kaufpreishöhe von Immobilien.
      Viele Menschen glauben, man braucht nur ein paar Jahre abzuwarten und dann werden die Preise wieder steigen.

      Wir haben aber leider jetzt eine völlig andere Welt-Ausgangs-Position.

      Durch die Globalisierung and Angleichung der Löhne weltweit, werden die Einkommen in der Zukunft NICHT weiter ansteigen. Hinzu kommt eine wachsende Dauerarbeitslosigkeit. Es ist einfach nicht genug Arbeit für alle Menschen da!

      Wer soll denn diese Immobilien bezahlen?

      Leider, vergessen wir die nächsten 10 Jahre bis 2020. Es werden schlimme Rezessionsjahre für die Menschen sein werden.

      Deutschland wird als Land aus der Krise gestärkt hervor gehen. Die Arbeitnehmer aber werden davon (aufgrund der hohen Konkurrenz) nicht profitieren.

      Die Taktik von Regierungen dies zu erreichen ist die Menschen mit einem Trommel-Feuer von Angst zu umgeben. Es hat bereits gewirkt und die wenigsten haben die Kraft sich dem zu entziehen.

      JEDER kann sich dem entziehen!
      Einfach informieren und dann für sich selbst entscheiden.

      krisenvorsorge(punkt)com

      rausausdeutschland(punkt)wordpress(punkt)com

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