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Insolvenzanwalt triumphiert über Kredit gebende Banken
By Roman | März 5, 2010
Die Hausbesitzer von New York, die eine Insolvenzerklärung eingereicht haben, atmen erleichtert auf, weil sie nun wissen, dass die Gerichte auf ihrer Seite sind. In einem nahezu vernichtenden Urteil, das jüngst von Richter Martin Glenn am Insolvenzgericht von New York City gefällt wurde, ist der JPMorgan Chase Bank die Zahlung ihres angeblichen Hypothekenanspruchs in Gänze verwehrt worden, weil sich die Bank weigerte, den tatsächlichen Besitz des entsprechend Kredits nachzuweisen.
Der Gerichtsfall läuft unter dem Kürzel Minbatiwalla, Kapitel 13, Fallnummer 09-15693 (MG) (Bankr. S.D.N.Y. 2009).
Kerman J. Minbatiwalla, Hausbesitzer in Manhattan, meldete Insolvenz nach Chapter 13 an, um seine Schuldenabzahlung zeitlich zu strecken und dadurch den Besitz seiner Eigentumswohnung auf Manhattan East Side zu retten, so prweb.com. Obwohl er zu dieser Zeit seine Hypothekenzahlungen rechtzeitig leistete, wurde sein Fall vor Gericht verhandelt. Minbatiwalla ist das Sinnbild für ein System, das unter nicht getätigten oder verloren gegangenen Aufzeichnungen von Hypothekenunterlagen durch die Kredit gebenden Banken leidet und nun droht, vollkommen aus dem Ruder zu laufen.
Minbatiwalla hatte zwei Hypotheken bei voneinander unabhängigen Rechtsträgern von JPMorgan Chase abgeschlossen. Mit Einreichung seines Insolvenzantrags reichte Chase Home Finance LLC bei Gericht sowohl Papiere im Namen der US-Bank ein als auch im Namen eines bis dahin unbekannten Hypothekentrusts, der um die Bezahlung von Forderungen ersuchte, die noch vor Einreichung des Insolvenzantrags lagen; eine zweite Forderung wurde von der JP Morgan Chase Bank N.A eingereicht, die ebenfalls auf der Bezahlung von bestehenden Forderungen bestand.
Minbatiwalla´s Rechtsanwalt, der in Manhattan ansässige und auf Insolvenzrecht spezialisierte David B. Shaev, sah sich beide eingereichten Dokumente mit äußerstem Misstrauen an. „Mein Klient möchte seine Hypothek abbezahlen, weiß jetzt aber nicht, wer der rechtmäßige Empfänger seiner finanziellen Zahlungen ist. An die Dokumente war nur eine lapidare Zusammenfassung angehängt, die nicht aufzeigte, welche Partei nun welche war oder an wen die Gelder nun eigentlich bezahlt werden sollten“, erklärte Shaev. „Eine Reihe von Hypothekentrusts und Hypothekendienstleistern machte die Situation zusätzlich noch verworrener und wir mussten überhaupt erst einmal wissen, dass die Zahlungen meines Mandanten auch an die richtigen Hypothekengeber bezahlt werden.”
Obwohl Shaev zusätzliche Informationen über den Transfer der Kredite und die Beziehungen der Parteien untereinander anforderte, erhielt er bis heute keine Antwort. Davon nicht abgeschreckt, verlangte er, dass eine Aufrechterhaltung der Zahlungen seines Mandanten vollumfänglich abgelehnt würde. Der Richter des Insolvenzgerichts, Martin Glenn, befand in seinen Ausführungen in einem insgesamt 26-seitigen Dokument, dass die Unterlassung der Chase Bank, eine ordnungsgemäße Dokumentation anzuhängen und auf Shaev’s Anforderungen hin detaillierte Informationen zur Verfügung zu stellen in Bezug auf ihre Forderungen, verhängnisvoll ist. „Hier ist in keiner Weise klar, ob Chase mit der Akquise der Forderungen betraut wurde oder ob Chase die ursprünglich Kredit gebende Partei für die Hypothek gewesen ist”, schrieb Glenn. „Der Schuldner des Hypothekenkredits forderte bereits im Oktober des letzten Jahres zusätzliche Informationen zu dieser Forderung an, erhielt jedoch bis heute keine Dokumente.“ Eine Kopie der gesamten Urteilsverkündung kann auf der Webseite des Gerichts eingesehen werden.
Es ist nicht das erste Mal, dass Rechtsanwalt Shaev einen Fall von Missbrauch seitens von Hypothekendienstleistern in den Sälen eines Insolvenzgerichts erlebt hat. Er hat in letzter Zeit gegen einige Kreditgeber gekämpft und gewonnen, die sich weigerten, die Insolvenzschuldner mit der Fairness zu behandeln, die das Gericht verlangt und voraussetzt. „Die Hausbesitzer haben den Kampf heute gewonnen”, sagte Shaev, nachdem er von dem Urteil des Gerichts hörte. „Aber bei so viel Missbrauch von Seiten der Hypothekendienstleister wird dieser Krieg weitergehen.“ David B. Shaev ist ein New Yorker Insolvenzanwalt und Partner bei Shaev & Fleischman, LLP, wo er sich auf den Schutz von Konsumenten in der Insolvenz fokussiert hat.
Anm.: Wir haben in der Vergangenheit immer wieder einmal aufmerksam gemacht auf die fehlenden Hypothekenunterlagen der Banken. Viele Kredite der Banken sind in Kreditpools gelandet, die danach gestückelt bzw. tranchiert, in Anleihen verpackt und weiter verkauft wurden an internationale Investoren. Will die Kredit gebende Bank nun zwangsversteigern, so muss sie ihre Ansprüche entsprechend dokumentieren. Kann sie das nicht, wird ihr das Gericht nicht stattgeben. Nachdem bereits vor einigen Monaten in Massachusetts ein ähnliches Urteil getroffen wurde, könnte hier eine Lawine losgetreten werden, da die entsprechenden Hausbesitzer nun vermehrt an die Gerichte strömen werden, um gegen die Zwangsversteigerung der Banken Klage einzureichen. Präzedenzfälle gibt es nun genug. Und für ein Dach über dem Kopf dürften viele Amerikaner bereit dazu sein, den Kampf vor Gericht auszufechten. Es wird einfach alles immer absurder und komplizierter. Langsam zeichnet sich ab, wie groß der angerichtete „Mess“ an den Immobilienmärkten der Vereinigten Staaten tatsächlich ist!
Topics: USA | 6 Comments »



März 5th, 2010 at 17:32
Das hört sich an, also ob alles gut werden würde – Insolvenz der Monsterbanken Goldman Sachs, Morgen “was auch immer”, Rockefeller Imperium adee.
Wahrscheinlich wird es nicht lange dauern, bis die Bilderbergerorganisatoren bald von den Tafeln verpflegt werden müssen. Wir sind doch alle eins. Bald ist auch Rockefeller und Bill Gates einer von uns …
März 5th, 2010 at 19:21
Nee Nee Nee…
Die Mistpapiere hält nicht GS.
DIE sind doch nicht blöd.
Die DB ist da guuut im Geschäft.
Ja der Joe, der kennt sich aus.
Und die HRE und damit der Deutsche Sparer.
Die Japse, Deutschen und Chinesen ham darauf Ihre Altersvorsorge gebaut.
Prima, jetzt können die Amis Ihre Hütten wieder beleihen und das Spiel könnte wieder von vorne losgehen.
Immer schön in den Sparvertrag und die Lebensversicherung einzahlen – Gell?
Ja, und Pfandbriefe nicht vergessen.
März 5th, 2010 at 20:10
Dieses Urteil ist doch klasse. Was besseres kann
den Amis doch nicht passsieren.
Können sie in ihren Häusern bleiben, die Zahlungen aussetzen und mietfrei wohnen und sich über die dummen Bankfuzzis einen ablachen.
“Kompliziert und absurd” ist für diese ganze Farce
noch viel zu gelinde ausgedrückt. Es geschieht ihnen einfach nicht besser!!!
März 5th, 2010 at 22:45
@Maja: Ich glaube kaum, dass die Amis über die Bankfuzzis lachen werden. Wo haben wohl die Pensionskassen investiert? Mit anderen Worten, der Hausbesitzer hat auf diese Weise seine eigene Rente verfrühstückt. Die Bankster haben sich daran eine goldene Nase verdient. Wie heißt es doch so schön? Die Bank gewinnt immer.
März 6th, 2010 at 16:57
@Maja: Edgar hat recht. Die Bankster spekulieren mit dem Geld der Sparer, welche wiederum das Haus verlieren. Selbst wenn die das Haus behalten dürfen, so ist das ersparte weg. Die Bankster können nicht verlieren, da sie ohne Einsatz spielen. Sie nehmen das Geld des Spareres und setzen es ein. Wenn sie gewinnen, dann stecken sie den Gewinn ein, wenn sie verlieren, dann war es nur die Spareinlage des Bankkunden.
Lösung: Kein Geld den Bankstern anvertrauen.
März 9th, 2010 at 03:10
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