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    UK´s Mangel an Glaubwürdigkeit belastet Pfund

    By Roman | März 3, 2010

    Der ehemalige britische Zentralbanker Willem Buiter geht mit Großbritanniens Regierung abermals hart ins Gericht und wirft den politischen Entscheidern vor, die dramatische Finanzsituation des Königreichs mit allerlei Bilanztricks, die denjenigen des einst untergegangenen amerikanischen Energieriesen Enron in kaum etwas nachstünden, zu verschleiern. UK ginge es bei Licht besehen nicht viel besser als Griechenland, die Politik habe jedwedes Vertrauen verspielt. Dieser Aspekt zeige sich insbesondere am derzeitigen Sturzflug des britischen Pfund Sterlings.

    In der Folge sollen einige Auszüge aus dem von Willem Buiter heute neu erschienenen Beitrag im Rahmen seiner FT-Kolumne zitiert werden. Buiter war zwischen Juni 1997 und Mai 2000 Mitglied des Offenmarktausschusses der Bank of England. Er ist seit 2005 als Vorsitzender des European Institute an der London School of Economics tätig und schreibt eine eigene Kolumne in der Financial Times, in der er bis Dezember 2009 auch einen eigenen Blog namens “Maverecon” betrieb. Wir verfolgen Buiters Ausführungen regelmäßig und schätzen seine Beiträge. In Addition zu dem Ausschnitt aus seinen heute publizierten Ausführungen zum Absturz des britischen Pfund Sterlings sei auch nochmals auf den vor einigen Wochen hier erschienen Artikel mit dem Titel “McKinsey: UK-Verschuldung bei 449% des BIP. Ist UK das nächste Island?” verwiesen.

    Es gibt gute Gründe für die Schwäche und die Volatilität des britischen Pfund Sterlings. Unter den Industrienationen sind Großbritanniens ökonomische Fundamente einzigartig marode. Wenn man Bezug nimmt auf die öffentlichen Schulden und Budgetdefizite ist Großbritanniens vorherrschende Fiskalsituation mindestens genauso schlimm wie diejenige Griechenlands, wenn man einmal die öffentlichen Schulden des Landes mit einbezieht, die außerhalb der offiziellen Bilanz in von Form buchhalterischer Tricks geführt werden seit der letzten Dekade (dazu gehören private Finanzierungsinitiativen, unterfinanzierte öffentliche Pensionsverpflichtungen, Studentenkredite und andere Bilanzkonstrukte, die dem untergegangenen Energieunternehmen Enron sehr ähnlich sind). Die fiskalische Schwäche Großbritanniens ist größtenteils der Regierung geschuldet, als vielmehr ein Resultat aus der anhaltenden Finanzkrise und globalen wirtschaftlichen Schrumpfung. Während des langen Booms, welcher der Krise voraus ging, ist die Fiskalpolitik unumstößlich pro-zyklisch veranlagt gewesen. In dieser Hinsicht stiegen die öffentlichen Ausgaben stetig, was sich am Anteil des Staats am nationalen BIP-Wachstum widerspiegelte. Das Volumen des aufgelegten Bankenrettungsprogramms reflektierte überdies das Versagen der Regulierungsbehörden in Großbritannien, welche es dem kumulierten Bilanzbuch des Finanzsektors erlaubten, das nationale jährliche BIP um 400 Prozent zu überschreiten. Wenn eine Regierung Glaubwürdigkeit besitzt – ihre Versprechen und Zusagen werden geglaubt von ihren Bürgern und von den Märkten – basiert die beste politische Leitlinie nicht auf sofortigen Ausgabenkürzungen. Eine glaubwürdige Regierung würde einen sofort wirksam werdenden fiskalischen Anreiz setzen von, sagen wir, 2 Prozent des nationalen BIPs und sich selbst zu einer ausreichenden Kürzung ihrer Ausgaben in der Zukunft bekennen, um wieder eine Situation der fiskalpolitischen Nachhaltigkeit herzustellen….Eine sofortige Hinwendung zu einer aus drei Parteien bestehenden Regierung der nationalen Einheit könnte dazu beitragen, die derzeit vorherrschende Situation zu stabilisieren. Falls eine derartige Vereinbarung nicht zustande kommen sollte, Könnten sich alle drei Parteien zumindest auf die Größe der Ausgabenkürzungen nach Ablauf der Wahlen zum heutigen Zeitpunkt einigen, so dass nur noch ein Mix aus Budgetkürzungen und Steuererhöhungen nach den Wahlen entschieden werden müsste. Ich halte jetzt schon meinen Atem an…

    Entwicklung des Pfund Sterling – zum Vergrößern bitte anklicken

    Topics: Europa | 2 Comments »

    2 Responses to “UK´s Mangel an Glaubwürdigkeit belastet Pfund”

    1. uri Says:
      März 3rd, 2010 at 10:18

      Warum muss ein Staats das Geldmonopol haben? Ich meine, das dadurch das Volks erst betrogen wird. Die Politiker machen dem Volk Geschenke, damit das Volk still hält und ja keine Kritik am System übt. Am Ende bezahlt das Volk die Zeche mit Inflation. Aus der Traum von einem schönen Leben.

    2. DividendenJaeger Says:
      März 3rd, 2010 at 19:20

      Das Geldsystem ist und war schon immer ein Ponzi Schema. Geld kommt nur als Schuld auf die Welt. Diese Verbindlichkeiten müssen bedient werden und erfordern stets neue Schulden. Der Staat sorgt mit dafür, dass sich das Ponzi-Rädchen überhaupt drehen kann. Das geht bis zum Kollaps. Es gibt mit dem jetzigen Menschenschlag keine Möglichkeit dem zu entkommen, weil der Mensch Profitorientiert ist.
      Um aus der Nummer rauszukommen, wäre entweder von den Haltern der Verbindlichkeit ein steter Schuldenerlass nötig oder der zwang Geld auszugeben, so dass daraus keine neuen Verbindlichkeiten erwachsen. Das reicht aber alleine noch nicht. Die Gegenseite darf das nicht als Freibrief auffassen, im Übermaß auf Pump zu Konsumieren. Es braucht also eine Regulierung, um die Balance zu wahren.
      Dabei entsteht aber zusätzlich das Problem, wenn keine Ansprüche mehr kumuliert werden dürfen, der Anreiz zur Leistung fehlt. Daher braucht es einen Menschenschlag der seine Motivation aus etwas anderem bezieht.
      Wenn man lange genug darüber nachgedacht hat, kommt man zu obiger Feststellung.
      Ob Marx, österreichische Schule, Kapitalismus, soziale Marktwirtschaft oder die Freigeld-Theorie, alle führen in die Irre. Am dichtesten ist die Debitismus-Theorie am richtigen Bild dran.

      Wer also eine Verbesserung erwirken will oder sich über andere beklagt, sollte grundsätzlich verstehen, was da im Markt abläuft.

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