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    Down Under: Häusermärkte kommen unter Druck

    By Roman | März 2, 2010

    Die Zentralbank von Australien (RBA) hat ihren Schlüsselzinssatz zum ersten Mal in diesem Jahr angehoben in einem Schritt, der wahrscheinlich eine weitere Runde der Schmerzen unter den Kreditnehmern von Hypotheken an den nationalen Häusermärkten verursachen wird. Die größten Banken des Landes teilten an diesem Nachmittag mit, dass sich ihre Kreditzinsen unter Beobachtung befänden, nachdem die RBA ihren Schlüsselzinssatz um weitere 25 Basispunkte auf nunmehr 4 Prozent angehoben hat.

    Druck an Australiens Immobilienmärkten steigt

    Die Commonwealth Bank und die ANZ Bank waren die ersten, die sich bewegten, um sich an die beschlossene Zinsanhebungen der RBA anzupassen, indem sie ihre variablen Hypothekenzinsen ebenfalls um 25 Basispunkte erhöhten, so smh.com. Die heute beschlossene Anhebung erfolgt nach bereits drei aufeinander folgenden Monaten der Zinserhöhungen zum Ende des Jahres 2009 – inklusive einer Anhebung im Dezember, als drei der vier großen Kreditgeber ihre Kreditzinsen noch stärker anhoben als die RBA. Australien befindet sich unter den ersten Ländern, die damit beginnen, ihre Zinsen zu erhöhen, nachdem die Wirtschaft eine Wende hin zu Wachstumsniveaus vollzog, die ungefähr dort liegen, bevor die Finanzkrise im Jahr 2008 einschlug. Die Zentralbank machte darauf aufmerksam, dass weitere Zinsanhebungen auf dem Weg seien – potenziell unpopuläre Schritte in einem Jahr, in dem Bundeswahlen stattfinden. „Die RBA ist der Meinung, dass unter Berücksichtigung einer Wachstumsrate, die wahrscheinlich nahe des Trends und einer Inflation, die nahe am determinierten Zielbereich liegen werden im Laufe des kommenden Jahres, es angemessen sei, wenn die Zinsraten näher am historischen Durchschnitt notieren“, erklärte RBA-Gouverneur Glenn Stevens in einer Mitteilung. „Die heutige Entscheidung ist ein weiterer Schritt in diesem Prozess.” Der australische Finanzminister Wayne Swan warnte die Banken der Nation davor, ihre Hypothekenzinsen über die 25 Basispunkte hinaus, die einer Anpassung an die Anhebung durch die RBA entsprechen würden, zu erhöhen. Er fügte an, dass es dafür keinerlei Rechtfertigung gäbe, da ihre Gewinnmargen heute fast wieder auf Niveaus zurückgekehrt seien, wie sie vor Ausbruch der Krise vorherrschten. Die heute bekannt gegebene und allgemein erwartete Zinserhöhung wird monatlich über AU$46 auf die durchschnittlichen Zahlungen für eine typische 25-jährige und AU$300.000 schwere Hypothek hinzu addieren, falls die Zinserhöhung durch die Banken erneut komplett an ihre Kunden weiter gegeben wird. Die Anhebung wird finanziellen Druck ausüben auf die geschätzten 250.000 Erstkäufer von Immobilien, die in den vergangenen 18 Monaten an die Märkte geströmt sind, gelockt durch Vergünstigungen und Anreize der Regierung wie auch Zinsraten auf einem 50-Jahres-Tief.

    Anm.: Werfen wir gemeinsam einen Blick zurück auf die australische Entwicklung in den vergangenen Monaten. Auszugsweise hieß es in z.B. in “Down Under: Hypothekenmärkte beginnen zu wackeln”:

    So weit, so gut. Zu diesem Zeitpunkt notierte die australische Cash Rate noch bei 3,5%.

    Jetzt liegt sie schon bei 4% und weitere Anhebungen der Zinsen befinden sich laut eigener Aussagen der RBA in der Pipe. Schauen wir uns dazu auch nochmals die Situation unter den Hausbesitzern und ihrem unbedingten Streben nach Besitz von Wohneigentum in den vergangenen Monaten an:

    Anm.: Die Zinswende mit Blick auf die Anhebungen durch die RBA hat in Australien vollumfänglich eingesetzt. Weltweit scheint es jedoch immer noch viel zu viele Narren zu geben, die tatsächlich glauben, dass die Häuserpreise zukünftig nur noch steigen könnten. Die Aussis unterscheiden sich in dieser Hinsicht kaum von ihren amerikanischen und britischen Pendants. Und werden vor demselben Desaster stehen, wenn die Blase letztendlich mit einem lauten Knall platzt. Dazu sind wir jetzt auf dem Weg, das Heulen und Zähne klappern geht bereits los. Man kann es von Melbourne bis Sidney lautstark vernehmen. Die teils durch die Banken vergebenen Hypothekenprodukte basierten zudem in den letzten Monaten auf nahezu vergleichbaren Giftkrediten wie in den USA. Aber sehen wir uns hier ebenfalls nochmals das Verschuldungniveau der Australier im Vergleich mit den Amerikanern an:


    Quelle Chart: Steve Keen


    Quelle Chart: Steve Keen

    Ein Blick allein auf diese beiden Charts spricht Bände in Bezug auf das, was dem Kontinent bevorstehen wird. Eine platzende Schulden- und Kreditblase nach amerikanischem und britischem Muster. Die unbedingt nach Wohneigentum strebenden Erstkäufer vom Immobilien dürften in diesem Zuge demnächst zuerst unter die Räder geraten, Kreditausfälle und steigende Arbeitslosigkeit werden zur Bedrohung von Prime-Hypotheken, usw.  Man kennt ja den Ablauf nun zur Genüge und muss ihn nicht nochmals von vorn bis hinten durchkauen.  Alle schimpfen auf die USA. Es zeigt sich jedoch, dass weltweit kaum einer klug genug dazu ist, aus den Fehlern der Vereinigten Staaten etwas zu lernen und eigene Lehren daraus zu ziehen! Wer an weiteren Informationen über Australien interessiert ist, liest nochmals:

    “Down Under: Hypothekenmärkte beginnen zu wackeln!”

    “Schulden, Schulden, Schulden in Australien!”

    “Down Under auf dem besten Weg in den Immobilien-Superbust”

    Topics: Australien | 1 Comment »

    One Response to “Down Under: Häusermärkte kommen unter Druck”

    1. Australiens Immobilienblase laut Investoren vor Platzen | Wirtschaftsfacts Says:
      Juli 15th, 2010 at 14:57

      [...] Down Under: Häusermärkte kommen unter Druck [...]

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