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FHA: Nächstes Häuserdebakel für FED
By Roman | Februar 26, 2010
Um die Immobilienpreise wieder anzukurbeln, avanciert die amerikanische Regierung zu einem primären Kreditgeber an den Häusermärkten. Die Ergebnisse sind vorhersehbar. Denn das finanzielle Debakel, dass sich bereits bei der staatlichen Agentur Federal Housing Administration abzeichnet, dürfte demjenigen der beiden Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac in nicht vielen Dingen nachstehen. Deutlich wird vor allem, dass sich der Betrug an den US-Immobilienmärkten fortsetzt und über die FHA staatlich durch die Gelder der Steuerzahler garantiert wird.
Wenn Sie wissen möchten, worum es bei den Interventionen der Regierung an den nationalen Häusermärkten tatsächlich geht, dann besuchen Sie 105 South Wheeler Street in Plant City, Florida, so forbes.com. Benchmark Lending, ein Hypothekenkreditgeber mit Hauptsitz in der dortigen Suite 200, wurde im Jahr 2008 im Rahmen des durch die Federal Housing Administration (FHA) garantierten Versicherungsprogramms für Hypothekenkredite auf einer internen Liste vermerkt, weil die Kunden des Unternehmens mit einer Rate zahlungsausfällig wurden, die ungefähr dreimal höher lag, als der derzeit bei 4,2% notierende nationale Durchschnitt. In der Folge blieb es an der Garantie gebenden FHA hängen, den daraus resultierenden Preis zu bezahlen.
Benchmark Lending schied im November des vergangenen Jahres schließlich freiwillig aus dem FHA-Programm aus. Zu diesem Zeitpunkt war bereits Homeland Lending in Suite 220 unter derselben Adresse und Telefonnummer geschäftlich aktiv. Benchmark-Mitgründer und Direktor der Firma Jeri L. Benson ist natürlich ebenfalls bei Homeland Direktor. Als Hinweis darauf, dass in sowohl Plant City als auch in Washington, D.C. alles wie gewöhnlich abläuft, hat die FHA, die eine Sparte des Department of Housing & Urban Development (HUD) ist, die vergebenen Homeland-Hypotheken durch die Gelder der Steuerzahler garantiert. Homelands momentane Zahlungsausfallrate: wie bei Benchmark, das Dreifache des US-Durchschnitts. Homeland lehnte einen Kommentar auf Anfrage ab. Irgendwie überrascht? Die Verantwortlichen bei der FHA riskieren ja nicht ihr eigenes Kapital, sondern dasjenige der amerikanischen Steuerzahler. Wenn es sich in Luft auflöst – naja, Mist eben. Die FHA weist momentan ein $45 Milliarden schweres Finanzpolster auf, um damit insgesamt $757 Milliarden an Hypothekenkreditgarantien abzudecken.
Dies ist jedoch nur ein Teil der Investitionen der US-Regierung in die Immobilienmärkte. Ein weiterer Teil leitet sich ab aus dem Bailout von Fannie Mae und Freddie Mac, der die Steuerzahler seit September 2008 bereits über $100 Milliarden gekostet hat; ein dritter Teil basiert auf dem Kauf von Hypothekensicherheiten durch die Federal Reserve in Höhe von insgesamt $1,25 Billionen. Wie viel wird die FHA den Steuerzahler letztendlich kosten? Offiziell natürlich nichts. Die Direktoren der FHA haben vor dem Kongress ausgeführt, dass sie nicht davon ausgingen, einen Bailout durch die Steuerzahler zu benötigen (dies haben Fannie und Freddie damals allerdings auch gesagt). Im Fiskaljahr 2009 nahm die staatliche Agentur $8,1 Milliarden an Prämien von Hauskäufern ein, während sie $8,7 Milliarden ausgab, um Versager und Schnorrer zu garantieren. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, wie sich die Finanzen der FHA auf schnelle Weise verschlechtern könnten. Der durch den Kongress erst kürzlich verlängerte Erstkäuferkredit für Immobilienkäufer greift den potenziellen Käufern mit einer Subvention von 10% des Kaufpreises der Immobilie unter die Arme. Insgesamt beläuft sich der maximale Betrag auf bis zu $8.000 in Form eines erstattungsfähigen Kredits, was bedeutet, dass diejenigen Personen, die zu arm sind, um Einkommenssteuern zu bezahlen, einen Scheck von der Regierung erhalten. Die FHA erlaubt es den Käufern, lediglich eine Anzahlung in Höhe von 3,5% des Kaufpreises zu leisten. Die Differenz könnte mehr als genug sein, um die Abschlusskosten und daraus entstehenden Gebühren zu decken, sagt Garth Rieman, Direktor bei National Council of State Housing Agencies (Nationale Beratungsagentur für die staatlichen Immobilienagenturen). Kurz gesagt, die Regierung bezahlt einer Familie Geld, um von einer Mietimmobilie in ein Eigenheim umzuziehen.
Die FHA wurde im Jahr 1934 gegründet, um Familien aus bescheidenen Verhältnissen dabei zu unterstützen, Eigenheimbesitz zu erwerben, jedoch hat sich ihre Mission heute ein wenig verändert. Ihre maximalen Kreditgarantien liegen heute bei $730.000. Die Agentur versichert ungefähr ein Drittel aller neu vergebenen Hypotheken, ein Anstieg von sehr viel niedrigeren Niveaus im Vergleich zur Situation vor einigen Jahren. Wenn man alle anderen Regierungsprogramme mit berücksichtigt, garantieren die US-Steuerzahler jetzt ungefähr 90% aller neu vergebenen Hypotheken. Zum Nachteil der Steuerzahler wurde dieser explodierende Anstieg an zukünftigen finanziellen Verpflichtungen nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit für die Details begleitet. Der FHA ist es noch nicht einmal gelungen, die grundlegendsten Informationen aus den öffentlich zugänglichen Aufzeichnungen zu sammeln. Die Aussteller von Hypotheken, deren Kredite von der FHA garantiert werden, finden sich angeblich auf einer intern geführten Beobachtungsliste wieder, wenn die Zahlungsausfallraten auf ihre Hypotheken den regionalen Durchschnitt überschreiten. Wie die Besitzer von Homeland zeigten, ist es jedoch nicht schwer, eine solche Überprüfung zu umgehen, wenn man einfach eine neue Firma aufmacht und ein neues Namensschild an der Haustür anbringt. Als sie von FORBES kontaktiert wurde, erklärte die FHA, dass sie nicht gewusst habe, dass Benchmark und Homeland einen gemeinsamen Direktor hätten, trotz Vermerk der persönlichen Angaben und des Namens des Direktors in Dokumenten, die im Bundesstaat Florida öffentlich zugänglich sind.
Selbst disziplinarische Maßnahmen des Staates haben die FHA nicht zu einem Richtungswechsel anhalten können. North Carolina bezichtigte Gateway Mortgage Group of Tulsa in Oklahoma einer inflationären Bewertung der den Hypotheken unterliegenden Immobilien wie auch einer exzessiven Gebührenerhebung. Gateway bezahlte im Jahr 2007 eine Strafe in Höhe von $10.000, um die gestellten Ansprüche auszugleichen. Im folgenden November behauptete der Bundesstaat Illinois, dass der dortige Niederlassungsleiter des Unternehmens ein Mitglied eines Hypothekenbetrügerrings sei und entzog ihm die Lizenz (er wurde nach der Zahlung einer Strafgebühr von $10.000 wieder in seinem Job eingesetzt). Nicht einmal dadurch alarmiert, garantierte die FHA insgesamt 2.671 vergebene Hypotheken des Unternehmens zwischen 2007 und 2009, und versichert sie heute immer noch. Gateways Zahlungsausfallrate ist doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt. Auf eine Anfrage nach einem Kommentar meldete sich niemand zurück. Ace Mortgage Funding aus Indianapolis reichte im November 2008 Insolvenz ein und liquidierte alle seine Vermögenswerte. Elf Monate später stellte die FHA immer noch Steuerzahlergarantien für Ace Hypotheken aus – die letzte war bereits zahlungsunfähig. Apex Lending aus Largo, Florida wurde im Jahr 2008 durch den Bundesstaat Illinois eine Strafanordnung zur Zahlung von $10.000 übermittelt, weil die Geschäftsleitung ein nicht lizensiertes Kreditbüro geführt hat. Unter den 1.387 Apex-Krediten, die die FHA über die letzten zwei Jahre garantierte, wurden 10,6% zahlungsausfällig. Apex bleibt jedoch weiterhin ein von der FHA genehmigter Kreditgeber.
Die Pläne und Bemühungen der bundesstaatlichen Aufsichtsbehörden sind jedoch durchkreuzt worden, um die einzelnen Hypothekenkreditgeber schärfer zu kontrollieren. Im Jahr 2006 verlor John Burke, damals Connecticuts oberster Bankenregulierer, einen mit diesen Vorfällen zusammen hängenden Gerichtsprozess, trotz Rückendeckung von 44 Bundesstaaten, als sich das Office of the Comptroller of the Currency und die großen Banken zusammen taten, um sich einem zukünftigen Lizensierungsprozess ihrer bundesstaatlichen Niederlassungen und Tochterunternehmen entgegen zu stellen. Eines der ausgemachten Ziele Burkes´ war First Horizon aus Memphis, Tennessee. Von der Hypothekenabteilung der First Tennessee Bank ist jetzt fast eine von zehn Hypotheken – und somit insgesamt 14.227 Hypotheken – die in 2008 und 2009 seitens der FHA garantiert wurden, zahlungsausfällig. Die Zweigstelle der Health One Credit Union First Mortgage Corp. aus Sterling Heights, Michigan hat sich zu einem „85 Kredite pro Monat“ FHA-Kreditgeber entwickelt. Im Dezember erklärte sich Jon Rutherford, der das Unternehmen besaß, das First Mortgage verwaltete, dafür schuldig, Steuerhinterziehung begangen zu haben, nachdem ihm vorgeworfen wurde, dass er dabei geholfen habe, Kwame Kilpatrick, dem ehemaligen und höchst umstrittenen Bürgermeister von Detroit, $750,000 zukommen gelassen zu haben. Die von der FHA garantierte Zahlungsausfallrate von First Mortgage: 10.4%. „Wir sind nur eine kleine Firma, die versucht, über die Runden zu kommen”, sagt Joe, der im Büro der First Mortgage am Telefon sitzt, aber nicht seinen Nachnamen nennen will. Um es von der HUD zu hören: jetzt sind Polizisten auf Streife. Im Januar strengte die HUD Untersuchungen über 15 verschiedene FHA-Kreditgeber an, darunter auch First Tennessee und Assurity Financial Services of Englewood, Colorado, die eine Zahlungsausfallrate von 10,7% aufweisen. Assurity bezahlte vor zwei Jahren $125.000 an Washington State, um Ansprüche auszugleichen, dass das Unternehmen Briefe abschickte, die wie offizielle Rückerstattungsmeldungen von Regierungsagenturen aussahen – zum Beispiel wie diejenigen von HUD. „Es gibt auf jeden Fall einen neuen Sheriff in der Stadt”, sagt HUD-Sprecher Brian Sullivan des neu eingesetzten FHA-Kommissars David Stevens. Wir werden sehen.
Anm.: Was werden wir sehen? Wir werden sehen, wie demnächst die garantierten Hypothekenkredite der FHA förmlich explodieren werden, wobei dieser Prozess eigentlich schon längst eingesetzt hat. Man sollte sich die Frage stellen, wie viel des Drittels aller momentan vergebenen US-Hypotheken, die durch die FHA garantiert werden, zukünftig allein basierend auf betrügerischen Machenschaften unter den Kreditgebern faul zu werden drohen!!! Als hätten Fannie und Freddie nicht längst gezeigt, dass das System an den US-Immobilienmärkten direkt in einen Systemkollaps hinein führt, machen US-Regierung und Kongress einfach weiter, um die Verantwortlichkeiten von F&F auf die FHA zu verlagern. Was soll man dazu noch sagen? Es bleibt einem einfach die Spucke weg. In diesem Kontext sollte man vielleicht auch nochmals “FHA-Kredite: Mehr als 9% ernsthaft zahlungssäumig” lesen.
Topics: USA | 4 Comments »



Februar 26th, 2010 at 16:47
Servus Roman,
mir kommt es langsam so vor das “man” genau weiß was man da tut.
Das ganze System soll noch solange laufen wie es möglich ist oder eben zu einem “Stichtag X” an dem den alle Erdenbewohner, vorzüglich Dollarhalter und Besitzer ganz große Augen machen werden.
Kann momentan zwar auch nicht Ahnen wie das dann aussehen wird aber es wird sich für sehr, sehr viele Menschen alles ändern.
Denn, vergessen wir nicht was da gerade laeuft: die größte je gesehene Vermögensumverteilung von Arm nach Reich und das ist so gewollt (geplant).
Februar 26th, 2010 at 19:17
Hallo Roman,
da gebe ich Lucio zu 100% recht. Ich verfolge das Geschehen schon seit drei Jahren auf div. Internetseiten. Viele davon stehen bei euch unter Favoriten. Ihr gehört mit zu den besten! Wenn man alle Puzzelteile der einzelnen Berichte zusammenfügt, gibt das eine ganz schön düsteres Bild. Und nicht einmal 10% der Menschen ahnen was bald passieren wird. Wenn man div. Krisenberichten auf http://www.marktorakel.de glauben schenken kann (und das tue ich) dann können wir uns warm anziehen. Dann bleibt die Welt nicht wie sie ist. Auf ewig können die USAS und UKS das spiel nicht spielen. Hoffen wir das beste für uns alle und vor allem für unsere Kinder & und älteren unter uns!
Was mir immer noch fehlt ist eine Organisation, die dem ganzen ein “unblutiges” Ende setzten kann. Ich wäre sofort dabei!
Gruß
Percy
Februar 27th, 2010 at 01:46
Wenn Griechenland fällt, geht eh alles um. Warten wir es ab. Es ist der Mut der Verzweifelten.
Ist offensichtlich.
März 3rd, 2010 at 02:57
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