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    Fed “goes all in” am OTC-Derivatemarkt!

    By Roman | Februar 12, 2010

    Die Federal Reserve werkelt hinter den Kulissen an einer neuen Struktur zur Aufsicht des OTC-Kreditderivatemarktes. Sie geht jedoch noch einen Schritt weiter, indem sie diesen vollkommen spekulativen Markt zukünftig über eine neue Tochter komplett garantieren wird. Einfach ausgedrückt heißt das nichts anderes, als dass die Steuerzahler des Landes nun bald für jede Transaktion an den OTC-Märkten in der Haftung stehen.

    Zerohedge berichtet: Wenn Sie dachten, dass die staatlichen Garantien in Höhe von $23 Billionen für das Finanzsystem schon alles waren, dann war das bislang noch gar nichts. Früh am gestrigen Tage verkündete die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) – bestens bekannt für ihre Partnerschaft mit Cede & Co., die Halter von nahezu jedem einzelnen physischen Aktienzertifikat im bekannten Universum ist, und darüber hinaus für über $2 Billiarden Aktientransaktionen pro Jahr verantwortlich zeichnet –, dass “der Vorstand der Federal Reserve einen Plan zur Etablierung einer DTCC-Tochter genehmigt habe, die Mitglied des Federal Reserve Systems wird, um das operative Geschäft des Trade Information Warehouse (Warehouse) für over-the-counter (OTC)-Kreditderivate zu übernehmen.” Mit dieser Genehmigung ist die DTCC ab nun der de facto gesetzlich legitimierte globale Aufbewahrungsort für die Transaktionen im Sektor der OTC-Kreditderivate. Einfach ausgedrückt ist die Federal Reserve ab jetzt der Garantiegeber hinter all diesen CDS-Transaktionen, die über DTCC abgerechnet werden, was nahezu alle Transaktionen einschließt (sorry CME, Du hast verloren). Eine Bruttogesamtsumme von 2,3 Millionen Kontrakten, die einen spekulativen Bruttowert von $25,5 Billionen aufweist. Wenn die nächste AIG kollabieren wird und der CDS-Markt einmal mehr seiner kompletten Vernichtung entgegenblickt, wer wird dann für diesen Betrag einstehen müssen? Sie, lieber Steuerzahler. Niemand anderes als Sie.

    Die neue in die Fed eingebundene Organisation wird die finanziellen Verpflichtungen aus CDS-Geschäften in allen Währungen abrechnen und diese Kreditgeschäfte abwickeln. Das wird ebenfalls alle OTC-Kreditderivate umfassen, die weltweit gehandelt und reguliert werden durch sowohl die Fed wie auch das NY State Banking Department und die beaufsichtigt werden durch andere US-Regulierer wie auch andere internationale Aufsichtsbehörden. Um sicher zu gehen, liegt der spekulative Nettobetrag der CDS, was genau das ist, was Handelspartner bezahlen müssten im Falle einer geordneten Abwicklung des jetzt bestehenden Finanzsystems, erheblich niedriger als der Bruttogesamtbetrag. Da systemische Abwicklungen jedoch niemals geordnet vonstatten gehen, tendiert der Bruttobetrag dazu, in derartigen Situationen zum Nettobetrag zu avancieren, wenn zum Beispiel ausstehende Bonds von Lehman von Pari auf nur noch 10 Cents fallen innerhalb von 24 Stunden. Sollten die systemischen Risiken wieder aufflammen (und dieses Mal wird Europa sowohl geschüttelt als auch gerührt, dank Mr. Hazard… Moral Hazard), und die Fiat-basierten Marktwerte schnell ihre realen Werte erreichen (was sich in unserer Schneeball-Ökonomie schnell und einfach kalkulieren lässt), werden sie alle auf Null fallen.

    Die eigentliche Organisation, die dann sehr schnell einen Bailout benötigen wird, ist der Warehouse Trust Company (hier erscheint sie wieder), die im Gegenzug das operative Geschäft von DTCC’s Trade Information Warehouse übernehmen wird, und mit diesen Operationen beginnen wird, wenn “einmal gewisse organisationsbezogene Bedingungen geschaffen worden sind, deren Implementierung in Kürze erwartet werden.” Voraussichtlich wird die TIW, die sich nun seit lediglich einem Jahr im Geschäft befindet, darum bemüht sein, das Vertrauen darin herzustellen, dass die DTCC alles darüber weiß, was am Billiarden schweren CDS-Markt abgeht. „Die Publikation dieser Information ist ein wichtiger Schritt nach vorne gewesen, um die Transparenz an den Märkten zu erhöhen. Weitere detaillierte Informationen über individuelle Handelsfirmen sind vertraulich erhältlich gemacht worden gegenüber den Aufsichtsbehörden rund um die Welt mit Genehmigung der Marktteilnehmer.” Oh wunderbar, zumindest besitzt irgendjemand Informationen zu diesen vertraulichen Informationen. Was dies alles indiziert, ist, dass sich die Basisspreads wahrscheinlich in nur kurzer Zeit komprimieren werden, wenn das Risiko der gegenseitigen Handelspartner erst einmal eine Sache der Vergangenheit geworden sein wird und alle systemischen Risiken am größten Derivatemarkt dort draußen (außer IR-Swaps) vollumfänglich durch die Federal Reserve garantiert werden. Es wird ebenfalls die Monopolstellung der DTCC garantieren, wenn es um den CDS-Handel geht, da niemand mehr den Wunsch hegen wird, Transaktionen und/oder Abwicklungen anderswo auszuführen. Uns schaudert dabei, wenn wir daran denken, dass die Fed der DTCC vielleicht ebenfalls eine exklusive Stellung im Handel mit IR- und FX-Swaps sichern wird, mit denen $600 Billionen an ausstehenden spekulativen Derivaten verbunden sind. Und erhalten Sie diese Nachricht von einem Insider, den wir wissen, dass diese Firma finanziert und ihre Operationen ab dem 01. März aufnehmen wird.

    Anm.: Nun ja, der Steuerzahler wird das nicht leisten können, wenn die Sache abermals schief gehen sollte. Denn $25 Billionen entsprechen nahezu der doppelten jährlichen Wirtschaftsleistung der USA. Die Druckerpresse von Helikopter Ben wird etwaige Verluste deshalb erneut finanzieren im Extremfall. Man muss sich vorstellen, wie mickrig sich $25 Billionen gegenüber $1 Billiarde immer noch anhören. Was für eine Matrix-Ökonomie. Charles Ponzi ist nichts dagegen. Ganz im Gegenteil. Er hätte seine helle Freude an diesen ausgeklügelten Nachfolgeassen gehabt! THX @ Zerohedge für diese krassen, jedoch klaren Informationen über die hier im Verborgenen vor sich gehenden Machenschaften!

    Topics: Regierung und Banken | 5 Comments »

    5 Responses to “Fed “goes all in” am OTC-Derivatemarkt!”

    1. Chris Says:
      Februar 14th, 2010 at 15:29

      Wie weit kann man so ein Spiel noch treiben? Dachte immer so weit weg vom crashen sind wir nicht mehr, weil alles schon astronomisch verschuldet ist. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass nach oben immer noch genug Platz ist, denn es werden immer wieder neue Tricks gefunden die Finanzstrukturen zu verschieben?

    2. Es passiert JETZT – zur Wirtschaft « Wynmanns Wochenbuch Says:
      April 26th, 2010 at 11:09

      [...] allem http://karlweiss.twoday.net/stories/6202428/ (FED) ist äusserst kriminell geworden: Der Flugzeug-Träger George Washington quert vor Ländern, welche in Dollars abrechnen und genauso [...]

    3. webmax Says:
      August 2nd, 2010 at 12:05

      Warum so schlecht übersetzt, warum keine Klrstellung ob amerikanische Billions (=Milliarden) oder nach unserer Zählweise??

    4. Running_on_empty Says:
      August 2nd, 2010 at 12:28

      Ich finde, Heli-Ben sollte schon jetzt als Mann des Jahrtausends gelten. Vielleicht ein wenig früh, aber andererseits – wird es jemals nochmal gelingen soviel heisse Luft mit real erwirtschafteten Erträge abzusichern, nur um im Notfall beide gemeinsam zu verbrennen?

      Die Idee allein ist nobelpreisverdächtig…;-)

    5. FED geht „all-in“ « Marburger Depesche Says:
      August 2nd, 2010 at 21:04

      [...] Quelle:Wirtschaftsfacts [...]

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