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    CRE: Bis zu 3.000 US-Bankenbusts in der Pipe

    By Roman | Februar 11, 2010

    Das Falltor dürfte sich unter den US-Provinzbanken nun bald richtig öffnen, denn wie das Gremium zur Überwachung des Bankenrettungspakets TARP in einem heute publizierten Bericht ausführt, könnte die desaströse Lage an den gewerblichen Immobilienmärkten in den USA schon bald zu einer riesigen Bankrottwelle führen, die gar zum Auslöser eines neuen Zusammenbuchs an den US-Finanzmärkten avancieren könne, wenn die Aufsichtsbehörden nicht endlich präventiv handeln.

    Gewerbliche Immobilienkredite haben das Potenzial, faul zu werden und die US-Wirtschaft zu zertrümmern, solange sich die Aufseher nicht jetzt bereits darauf vorbereiten, wie aus einem heute veröffentlichten Bericht des Überwachungsgremiums hervorgeht, das der Kongress für die Beaufsichtigung des Bankenrettungspakets der Regierung ins Leben rief, wie bloomberg.com berichtet. Der Bericht sollte eine “rote Flagge” hissen, die die Aufsichtsbehörden dazu veranlassen soll, ihre Vorbereitungen zu verbessern, um eine neue Bankenkrise zu verhindern, sagte Elizabeth Warren, eine Juraprofessorin der Harvard University und Vorsitzende des Überwachungsgremiums des Kongress für das Troubled Asset Relief Program (TARP). Das Gremium wurde im Oktober 2008 ins Leben gerufen, um die Bemühungen des Finanzministeriums zur Rettung des heimischen Bankensystems vor der schlimmsten Finanzkrise innerhalb der letzten Dekaden zu beaufsichtigen. Zwischen 2010 und 2014 werden Kredite im gewerblichen Immobiliensektor in Höhe von über $1,4 Billionen auslaufen, von denen sich nahezu fast die Hälfte “unter Wasser” befinden, was bedeutet, dass die Kreditnehmer ihren Kreditgebern mehr schulden, als ihre Grundstücke an Wert aufweisen, so der Bericht. Falls die ökonomischen Bedingungen und striktere Kreditvergabestandards dazu führen, dass die Kreditnehmer sich nicht ausreichend refinanzieren können, könnten “hunderte” von Banken zusammenbrechen, was wiederum zu einer Verschlechterung der Lage in der breiten Wirtschaft führen würde, wie aus dem  Bericht weiter hervorgeht, den das Gremium anonym genehmigte. „Es zeichnet sich das erneute Eintreten eines ernsthaften Problems ab, und dieses Problem wird auf ein Finanzsystem treffen, das jetzt bereits stark geschwächt ist“,  erklärte Warren im Rahmen einer gestern stattfindenden Telefonkonferenz mit Journalisten.

    Kleine und mittelgroße Banken könnten am härtesten getroffen werden durch zukünftige Verluste im gewerblichen Immobiliensektor, so der Bericht. Aus diesem geht weiter hervor, dass ungefähr 3.000 Banken Konzentrationen an vergebenen Krediten im CRE-Bereich in ihren Portfolios aufweisen, inklusive 2.115 Banken mit einer Bilanzsumme zwischen $100 Millionen bis $1 Milliarde an gehaltenen Vermögenswerten. Warren sagte, dass es keine “einzelne Kugel” gäbe, die die Aufsichtsbehörden abfeuern Könnten, um einen erneuten Zusammenbruch zu verhindern. Anstelle dessen empfahl sie, an kleinen und mittelgroßen Banken Stresstests vorzunehmen und drängte die Aufsichtsbehörden dazu, mehr Zeit auf Planungen zu derartigen Aktionen zu verwenden. Zur Verfügung stehende Instrumente könnten weitere Kapitalinjektionen in kleine Banken, Unterstützung für Kreditzusagen für Kleinunternehmen oder die Auflage eines Regierungsfonds, der Kredite garantiert, die von kleinen Banken gehalten werden, beinhalten. Die Regierung könnte ebenfalls die so genannte Term Asset-Backed Securities Loan Facility (TALF) ausweiten, die in diesem Jahr auslaufen wird, oder die Neuauflage eines Programms initiieren, um Kredite komplett anzukaufen, während sie einige dieser Banken in die Insolvenz laufen lässt. „Das Gremium ist sich darüber im Klaren, dass die Regierung nicht jede Bank am Leben halten kann und dies auch nicht in Erwägung ziehen sollte”, so der Bericht. „Doch sollte sie beide Augen auch nicht vor den Gefahren unnötiger Bankenzusammenbrüche und ihrer Auswirkungen auf die jeweiligen Gemeinden verschließen.” In einer separaten Sektion des Berichts schätzte das Gremium, dass das Finanzministerium letztendlich über $9,3 Milliarden aus dem Verkauf von Optionen derjenigen Banken einheimsen wird, die ihre erhaltenen TARP-Gelder zurückgezahlt haben. Bis zum Januar hatte das Finanzministerium über $4 Milliarden aus Optionsveräußerungen erhalten, oder rund 92 Prozent der ehemaligen Schätzungen des Gremiums darüber, was diese Einnahmen bis zum heutigen Tage hätte einbringen sollen.

    Anm.: Viel ist hier über die Gefahren, die aus dem Crash des CRE-Sektors resultieren, in der Vergangenheit berichtet worden. Wie es aussieht, dürfte den involvierten Banken demnächst die Stunde der Wahrheit schlagen. Viele von ihnen werden die über sie hinweg ziehende Welle nicht überleben. Und das wird sich direkt auf die in den lokalen Gemeinden betriebenen Kleinunternehmen und Einzelhändler auswirken, denen ihre Kreditgeber vor Ort wie Sand in den Fingern zerrinnen werden. Freuen dürfen sich über diese Entwicklung natürlich die durch riesige Steuersummen geretteten US-Großbanken, die in der Provinz zum einen Konkurrenz aus dem Feld schlagen, und zum anderen vielleicht bereits darauf lauern, sich manche werthaltigen Teile – zum Beispiel in Form von Kundenkonten der Pleitebanken – mit Unterstützung der FDIC unter den Nagel zu reißen. Aus diesem Grunde glaube ich auch nicht, dass man für die kleinen und mittelgroßen Institute auch nur halb so viel in Washington tun wird, wie für ihre großen Counterparts.  Eine Rasur in den Provinzstädten zeichnete sich bereits seit Langem am Horizont ab und gewinnt nun immer mehr Konturen!

    Topics: USA | 6 Comments »

    6 Responses to “CRE: Bis zu 3.000 US-Bankenbusts in der Pipe”

    1. alex Says:
      Februar 12th, 2010 at 02:49

      Es wurde ja auch von CIT gewarnt und ist nichts grossartiges passiert , wiso sollte es bei den kleinen Banken nun Strees kommen ?

      Für mich ist das der frei bereinigte Markt .-)

    2. CRE: Bis zu 3.000 US-Bankenbusts in der Pipe | Global Change 2009 e.V. Says:
      Februar 12th, 2010 at 09:31

      [...] weiter bei wirtschaftsfacts [...]

    3. Roman Says:
      Februar 12th, 2010 at 10:12

      @ alex

      Das Mittelstandsgeschäft von CIT wurde in der Insolvenzphase weiter von Investor Carl Icahn finanziert. Wahrscheinlich ist ein Teil der Restrukturierung der Schulden in so kurzer Zeit erst möglich gewesen. Wenn die Community Banks und Regionalbanken von der Landkarte verschwinden, hat der Supermarktbetreiber auf der Kleinstadteinzelhandelsmeile niemanden mehr, der ihm kurzfristig über eine Liquiditätslücke hinweg hilft. Ich würde den Knall unter den Kleinbanken daher nicht unterschätzen…
      Gruß.

    4. Edith Says:
      Februar 12th, 2010 at 10:45

      @Roman: Bis du der jenige der auf wirtschaftsfacts.de die blauen Kommentare schreibt? Ich lese diese immer gerne, weil ich daraus lerne die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu verstehen. Deine Einschätzungen treffen soweit ich das bisher beurteilen kann immer zu. Ich verfolge das schon gut sechs Monate. Darf ich fragen, welche Ausbildung die hast bzw. wie du an dieses Wissen gekommen bist?

    5. Freddy Says:
      Februar 12th, 2010 at 15:58

      CIT wird´s im Laufe der Zeit wohl auch
      nicht schaffen. Di müssen noch eine
      genau Menge an Schulden überrollen, die
      denen auch der Ican nicht abnehmen wird.
      Die Kleinfirmen werden fallen wie die
      Fliegen. Alles eine Frage der Zeit.

      Empfehle mich.
      Freddy

    6. Willkommen im Faschismus! | Says:
      Februar 15th, 2010 at 02:01

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