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    USA: Privater Schuldenabbau wird noch mehrere Jahre anhalten

    Dezember 3, 2012

    Die ausstehenden Hypothekenschulden sind in den Vereinigten Staaten in den letzten vier Jahren  gerade einmal um 11% gesunken. Während die durchschnittlichen Häuserpreise laut Case/Shiller Hauspreisindex im selben Zeitraum um 33% fielen, befinden sich die ausstehenden Hypothekenschulden weiterhin 60% über dem Niveau aus dem Jahr 2003. Viel Raum also, um einem anhaltenden Deleveraging Platz zu verschaffen.

    Die ausstehenden Schulden sind in den USA im privaten Sektor auch nach vier Jahren Schuldenabbau noch viel zu hoch


    Insgesamt beliefen sich die ausstehenden Privatschulden in den USA im dritten Quartal 2o12 auf $11,31 Billionen / Chart: Fed of New York

    Während sich die ausstehenden Hypothekenschulden in den USA in 2003 auf rund $5 Billionen beliefen, standen laut eines neuen Berichts der Federal Reserve of New York im dritten Quartal 2008 $8,03 Billionen aus. Damit sind die Schulden in diesem Sektor seit Ausbruch der globalen Finanzkrise gerade einmal um etwa 11% gesunken – während die Häuserpreise mit 33% deutlich stärker auf den Deckel bekamen.

    Im dritten Quartal 2008 erreichten die ausstehenden Hypothekenschulden mit ein wenig mehr als $9 Billionen einen Höhepunkt. Zwar spricht man an allen Ecken darüber, dass in der heutigen Zeit alles anders sei als in der Vergangenheit, doch diese Annahme dürfte sich in der Zukunft als tönern erweisen. Denn vergleicht man den Zyklus an Amerikas Häusermärkten mit vergangenen Perioden, so bleibt weiterhin sehr viel Raum für einen sich fortsetzenden Schuldenabbau.

    Dieses anhaltende Deleveraging dürfte sich auf einen Gesamtumfang von weiteren $2 bis $3 Billionen belaufen. Wie der Verlauf des Case/Shiller Hauspreisindexes in den vergangenen Monaten zeigte, konnten sich die Immobilienpreise in den meisten Metropolen des Landes erholen. Würden die Aktivitäten an den Häusermärkten und im Bausektor anspringen, würden auch die ausstehenden Hypothekenschulden wieder zunehmen.

    Mit großer Wahrscheinlichkeit wird dies jedoch nicht geschehen. Denn Sonderfaktoren haben größtenteils dazu beigetragen, dass die Preisentwicklung an den US-Häusermärkten ein wenig zulegen konnte. Einerseits wurde Investmentgesellschaften wie Private Equity das Tor zum Erwerb von zwangsversteigerten Objekten geöffnet.

    Anderseits wurden die Bestände an den Häusermärkten künstlich reduziert, weil Banken ihre wieder in Besitz genommenen Objekte nicht anbieten durften, solange sich die staatlichen Ermittlungen zu betrügerischen Praktiken im Zwangsversteigerungssektor hinzogen. Doch zumindest damit wird ab 2013 Schluss sein, womit Bestände von über 1,25 Millionen Immobilien auf die Märkte strömen werden.

    Das sich daraus ableitende Resultat dürfte nicht schwer vorhersehbar sein: sinkende Häuserpreise auf breiter Front und ein anhaltender Schuldenabbau unter Privathaushalten.

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

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