Wirtschaftsfacts
  • Charts1

  • Charts 2

  • Kategorien

  • Archiv

  • Meta

  • « | Home | »

    Libor-Manipulationsenthüllungen: das wird noch richtig teuer…

    Dezember 20, 2012

    Investoren lecken nach den Enthüllungen um den Libor-Skandal weltweit ihre Wunden. Gerichtsklagen befinden sich in der Pipeline, die ein Gesamtvolumen von mehreren zehn Milliarden US-Dollar erreichen dürften. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Libor dazu dient, die täglichen Preise von fluktuierenden Sicherheiten in einem Volumen von mehreren Billionen Dollars zu kalkulieren. Zu diesen Sicherheiten zählen u.a. Autokredite, Unternehmensbonds und Finanzderivate.

    Involvierten Banken drohen nicht nur hohe Strafzahlungen seitens der staatlichen Regulierer, sondern auch massive Privatklagen vor den Gerichten

    Auch die beiden amerikanischen Hypothekenagenturen Fannie Mae und Freddie Mac haben die Manipulationen um den Libor-Leitzins anscheinend eine Menge Geld gekostet. Laut der staatlichen Häusermarktbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA), die die beiden Hypothekenriesen seit ihrer Quasi-Verstaatlichung im Jahr 2008 überwacht, seien Fannie und Freddie nach ersten Berechnungen mehr als $3 Milliarden an Verlusten durch Manipulationen der involvierten Banken entstanden.

    Fannie Mae and Freddie Mac nutzen den Libor-Leitzins ebenfalls als Richtzinssatz für ihre Investitionen in Hypothekenbonds und andere Swapgeschäfte. Ein künstlich zu niedrig gehaltener Libor habe nach ersten Erkenntnissen bei beiden Agenturen dazu geführt, massive Verluste unter Vermögenswerten zu verursachen, die beide Unternehmen in ihren Portfolios halten. Die Berechnungen zu den entstandenen Verlusten basieren hauptsächlich auf der historischen Zinsentwicklung.

    Problemhaft ist, dass der Libor in der Realität eher einem fiktiven Zinssatz gleicht, an dem sich Banken und andere Marktteilnehmer tagtäglich orientieren. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Banken an bestimmten Tagen ihre Geschäfte auch tatsächlich zum Libor-Zinssatz tätigen und ausführen. Die Banken sind nicht zu einer exakten Übernahme des Libor-Zinses verpflichtet, so dass der Libor nicht repräsentativ ist für die aktuellen Handelsaktivitäten, die an den Märkten vor sich gehen.

    Am 14. Dezember berichteten wir, dass Amerikas Finanzinstitute sich gegen eine neue Klagewelle durch Investoren aus aller Welt wappnen müssen. Laut Beobachtern sollen die Institute marode Hypotheken in Form von verbrieften Anleihen in einem Gesamtvolumen von über $1 Billion an den Mann und die Frau gebracht haben, bevor es an den Häusermärkten der Vereinigten Staaten abwärts ging. Im Zuge des Skandals um die Libor-Manipulationen sind neue Vorwürfe aufgekommen.

    Investoren berufen sich darauf, dass die nachgewiesene Beeinflussung des Zinssatzes durch die in den Skandal involvierten Banken die Entwicklung ihrer Investitionen geschädigt habe. Allein die gegen US-Banken hieraus resultierenden Klageforderungen könnten sich auf mehrere zehn Milliarden Dollar belaufen. Zu den klagenden Investoren sollen neben Versicherern auch Brokerfirmen und Hedgefonds gehören. Beratende Anwaltskanzleien gehen davon aus, dass dies alles erst der Anfang ist.

    Topics: Europa, Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

    Comments

    You must be logged in to post a comment.