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    Japan: PMI des produzierenden Gewerbes auf 19-Monats-Tief

    Dezember 3, 2012

    Auch im November verschlechterten sich die Bedingungen im produzierenden Gewerbe Japans. Ähnlich wie in der Eurozone kommen die japanischen Produzenten einfach nicht aus ihrer Grube heraus, in der sie nun seit sechs Monaten in Folge sitzen. Die Unternehmen leiden insbesondere unter einem anhaltenden Rückgang der Produktion, der neuen Auftragseingänge und der Beschäftigung. Weil die Unsicherheit hoch bleibt, drosselten viele Firmen auch ihre Einkäufe und fuhren ihre Lagerbestände weiter herunter.

    Japans Produzenten kommen nicht aus ihrer Grube heraus, in der sie seit sechs Monaten sitzen

    Durch METI gemeldete Produktionsdaten (orange) vs. PMI (blau) / Quelle: Markit

    Der durch Markit berechnete Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe Japans fiel im November um saisonale Faktoren bereinigt auf ein 19-Monats-Tief und sank von 46,9 Punkten im Oktober auf 46,5 Punkte im November. Damit haben sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen den sechsten Monat in Folge verschlechtert. Werte unterhalb der wichtigen 50-Punkte-Marke deuten auf eine Schrumpfung des Sektors hin.

    Während der Ausstoß im produzierenden Gewerbe im November weiter zurückging, sanken vor allem die neuen Auftragseingänge auf ein 19-Monats-Tief. Schwer zu schaffen macht Japans Exporteuren die sich abschwächende Nachfrage auf den Weltmärkten und an der Heimatfront. Vor allem Exporte nach China, dem wichtigsten Handelspartner Japans, fielen in den letzten Monaten wie ein Stein. Geschuldet ist diese Situation einem chinesischen Boykott japanischer Güter.

    Dieser Boykott resultiert aus einem eskalierenden Streit mit der chinesischen Staatsführung um eine rohstoffreiche Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Doch auch die Nachfrage aus der durch eine Rezession heimgesuchten Eurozone nimmt immer stärker ab. Der Konsum an der Heimatfront konnte die Exportverluste nicht annähernd ausgleichen, so dass immer mehr Konzerne und Unternehmen Mitarbeiter entließen.

    Wie eine Mehrzahl der befragten Unternehmen mitteilte, sanken die Kapitalinvestitionen im Monat November weiter. Aufgrund von anhaltenden Budgetkürzungen kam es zu einer Verschiebung einer ganzen Reihe von geplanten Projekten. Unternehmen, die im kapitalgütersektor tätig sind, litten unter dem stärksten Rückgang der Aktivitäten. Dasselbe galt auch für die neuen Auftragseingänge und Exportaufträge.

    In nahezu allen Sektoren sank das Beschäftigungsniveau. Die Nettoanzahl der im produzierenden Gewerbe tätigen Mitarbeiter sank im November den zweiten Monat in Folge. Zum anhaltenden Abbau von Arbeitsplätzen trugen vor allem rückläufige Verkäufe und ein düsterer ökonomischer Ausblick bei. Im Laufe des Monats drosselten die Produzenten auch ihre Einkaufsaktivitäten und bauten abermals einen Teil ihrer Lagerbestände ab.

    An der Preisfront sanken die durchschnittlichen Einkaufspreise weiter, hauptsächlich aufgrund der Tatsache, weil ein Überhang an Lagerbeständen und äußerst schwache Marktbedingungen zu einem sich fortsetzenden Preisverfall unter Metallen, Holz und Papier sorgten. Mancherorts stiegen zumindest die Lebensmittelpreise, doch die neuen Daten weisen darauf hin, dass der deflationäre Trend – der Japan nun seit 20 Jahren umklammert – sich auch im November fortsetzte.

    Topics: Asien, Märkte, Regierung und Banken | No Comments »

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