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    China: Analysten geschockt über Absatzeinbruch im Einzelhandel

    Dezember 1, 2012

    Während sich zuletzt aus China gemeldete Konjunkturdaten leicht verbesserten, zeichnen die Umsätze und Verkäufe von großen Einzelhändlern und Schnellrestaurants ein gänzlich anderes Bild. Selbst McDonalds, Taco Bell und Kentucky Fried Chicken litten in China auch im vierten Quartal unter teils deutlich einbrechenden Absätzen, weshalb Gewinnwarnungen an der Tagesordnung sind. Die im Frühjahr ausgebrochenen Rabattschlachten verhageln den Einzelhändlern ihre Margen und Analysten zeigen sich besorgt über einen sich weiter verdüsternden Ausblick.

    Die zu optimistischen Prognosen der Analysten werden jetzt durch die Realität eingeholt

    Nachdem schon der Fastfood-Riese McDonalds ankündigte, die Preise für seine Menus teils deutlich zu senken, weist auch die Absatzwarnung von Yum! Brands, dem Betreiber von Taco Bell und Kentucky Fried Chicken, alles andere als auf rosige Zukunftsaussichten für den Einzelhandel in China hin. Im Angesicht einer rückläufigen Nachfrage unter den chinesischen Verbrauchern ist die Rabattschlacht unter den Einzelhändlern des Landes bereits voll entbrannt.

    Wer noch vor einem Jahr Inflation schrie, kann eigentlich nur mehr darüber staunen, in welchem Tempo die Preise in den letzten Monaten von einem hohen Niveau abstürzten. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Geschäfte der Einzelhändler, da die Entwicklung vielen Unternehmen ihre Gewinnmargen verhagelt. China hat vor allem ein Problem mit seiner Kreditnachfrage. Dies trifft sowohl auf Verbraucher als auch Unternehmen zu, nachdem der privatwirtschaftliche Sektor sich in den letzten Jahren bis über beide Ohren verschuldete.

    Eine ganze Reihe von Beobachtern zeigt sich davon überzeugt, dass weitere Senkungen des Leitzinses durch die People´s Bank of China (PBC) aus diesem Grunde nicht die gewohnten Effekte einer steigenden Kreditnachfrage zur Folge haben werden. Großen Einzelhändlern scheinen im aktuellen Umfeld auch keine Rabattaktionen mehr zu helfen. Im ersten Halbjahr fuhr Chinas zweitgrößter Einzelhändler Gome Electrical einen Verlust ein, obwohl man im Onlinegeschäft Rabatte von bis zu 50% offerierte.

    Gleiches trifft auch auf Einkaufszentren in den großen Städten zu, die sich in den letzten Wochen bei der Gewährung von Discounts gegenseitig überboten. Anders können die Lager anscheinend nicht leer geräumt werden, trotz allem ist die Nachfrage ziemlich schleppend. Laut Beobachtern habe der chinesische Einzelhandel längst ein Problem mit der Entwicklung seiner Margen. Wenn es so weiter gehe, würde eine ganze Reihe von Einzelhändlern schon bald seine Pforten schließen und aus dem Wettbewerb ausscheiden.


    Der Taco Bell Betreiber Yum! Brands ist zu 44% abhängig von seinem China-Geschäft; der Kurs kam am Freitag böse unter die Räder / Chart: stockcharts.com

    Wie sich zeigt, sind auch international etablierte Marken wie McDonalds oder Taco Bell von dem Abschwung im chinesischen Handel nicht ausgenommen. Hoffnungen, dass ein stetiges Absatzwachstum in China die tendenziell sinkenden Verkäufe in den Vereinigten Staaten und Europa ausgleichen könnten, gehen anscheinend nicht auf. Laut Yum! Brands werden die Verkäufe von Filialen, die mindestens seit einem Jahr im Wettbewerb stehen, im vierten Quartal um 4% gegenüber dem Vorjahr sinken.

    Im Vorjahresquartal schlug dagegen noch ein Absatzwachstum von 21% gegenüber 2010 zu Buche. Yum! Brands hat in den letzten Jahren so stark auf China gesetzt, dass die Umsätze des Unternehmens heute bereits zu 44% aus China stammen. Eine sich abschwächende Wirtschaft bereit den großen Ketten jedoch immer mehr Probleme. Ein Teil der Pläne zu neuen Geschäftseröffnungen in China wird Yum! Brands aus diesem Grunde auf Eis legen. Unter Analysten führten die Aussagen zu einem Schock. Anscheinend hat man in dieser Zunft den Abschwung einmal mehr unterschätzt, und muss jetzt der Realität ins Auge blicken.

    Topics: Asien, Märkte, Regierung und Banken | No Comments »

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