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    Voila, da sind wir nun: Kollaps der FHA wird sündhaft teuren Bailout zur Folge haben

    November 18, 2012

    Jetzt kommt, was kommen musste: für die Häusermarktagentur Federal Housing Administration (FHA) wird es richtig eng. Nach dem Kollaps von Fannie Mae und Freddie Mac durch Obamas Regierung dazu gedrängt, die Rolle der beiden Hypothekenriesen einzunehmen, wird ein staatlich verordneter Bailout durch die amerikanischen Steuerzahler immer wahrscheinlicher. Nachdem die FHA das letzte Fiskaljahr mit einem Finanzloch von satten $16,4 Mrd. abschloss, macht sich Panik im Häusermarktuniversum breit.

    Ganz so, als ob die Folgen dieses Wahnsinns bei der FHA nicht von Anbeginn zu prognostizieren gewesen wären!

    Fatal an den heutigen Entwicklungen ist, dass der finanzielle Sturz über den Abgrund so dermaßen vorhersehbar ist, dass es fast weh tut! Ich weiß nicht, wie oft wir uns in den letzten zwei bis drei Jahren die Finger wund geschrieben hatten, um auf den Wahnsinn hinzuweisen, dem die US-Regierung im Falle der Federal Housing Administration frönt. Resultat ist, dass es jetzt wirklich eng wird für die FHA und sich ein weiterer sehr teurer Bailout durch die amerikanischen Steuerzahler abzuzeichnen beginnt.

    Um die Lage an den US-Häusermärkten nach dem Kollaps im Jahr 2008 zu stabilisieren, drängte die Regierung von Präsident Obama die staatliche FHA in die Rolle, die vormals die beiden Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac eingenommen hatten. Ohne mit der Wimper zu zucken flankierte die FHA ab dem Jahr 2008 durch eine laxe Kreditvergabe die hastig aufgelegten Regierungsprogramme zur Stabilisierung der heimischen Häusermärkte. Dazu gehörte zum Beispiel das sündhaft teure Programm zur staatlichen Subventionierung von Immobilienerwerb durch Erstkäufer.

    Bis zum heutigen Tag ist das Kreditportfolio der FHA auf über $1,1 Billionen (!) angestiegen, dessen unterliegende Häusermarktkredite immer stärker ausfallgefährdet sind. Resultat ist, dass die FHA im gerade abgelaufenen Fiskaljahr einen Monsterverlust von $16,4 Milliarden einfuhr, der unter Analysten endlich die Warnlampen aufleuchten lässt. Die Entwicklung zeigt, dass das Kind einfach immer erst einmal in den Brunnen fallen muss, bevor an den Finanzmärkten und unter Politikern der Gehirnschmalz zum Einsatz kommt.

    Die FHA teilte am Freitag mit, dass sie ihre Gebühren zur Kreditvergabe endlich anheben und versuchen wird, einen Teil ihrer faulen Kredite zu verkaufen. Auf diese Weise soll ein Bailout durch die Washingtoner Zentralregierung vermieden werden. Aber, hey, wer glaubt denn wirklich, dass an den Finanzmärkten auch nur irgendwer, der seine sieben Sinne beisammen hat, faule Kredite der FHA aufkaufen würde, die auf Basis eines mark-to-market Ansatzes immer noch heillos überwertet sind?!!!

    Laut Angaben des U.S. Department of Housing and Urban Development, unter dessen Dach sich die FHA befindet, müsse eine schnelle Lösung für die drängendsten Probleme gefunden werden, wenn es bis September des nächsten Jahres nicht zum Antrag eines offiziellen Bailout-Ersuchens an die Regierung kommen soll. Damit wird sich zu den allseits geführten Diskussionen um eine Lösung der so genannten Fiskalklippe und das erneute Erreichen der Schuldenobergrenze gegen Ende dieses Jahres, schon bald ein drittes brisantes Thema in die öffentlichen Debatten einschleichen: nämlich wie ein Kollaps der FHA zu verhindern ist.

    Am 03. Februar 2010 kommentierten wir die Lage bei der FHA wie folgt: Zur FHA muss man nicht mehr viel sagen. Die staatliche Agentur kann sich bei Fannie Mae und Freddie Mac abschauen, welche Zukunft ihr bevorstehen dürfte. Aber inwiefern interessiert das die staatlichen Bürokraten? Schließlich sind es die Steuerzahler, die Gelder für die nächste große Finanzbombe in Form der FHA bereit halten müssen, nicht sie selbst. Und solange diese Art der Misswirtschaft nicht auch irgendwann strafrechtliche Folgen haben wird, dürfte sich an diesem Zustand kaum etwas ändern.

    Bailout mit Ansage: Weiterführende Artikel zur Entwicklung bei der Federal Housing Administration, die wir in den letzten drei Jahren veröffentlichten

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

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