Wirtschaftsfacts
  • Charts1

  • Charts 2

  • Kategorien

  • Archiv

  • Meta

  • « | Home | »

    Nach endgültigem Konkurs: Hostess Brands setzt 18.500 Mitarbeiter frei

    November 16, 2012

    Bei dem US-Backwarenhersteller Hostess Brands werden 18.500 Mitarbeiter kurz vor Weihnachten ihren Job verlieren. Warum? Weil das 82 Jahre alte Traditionsunternehmen seine Pforten jetzt endgültig schließen wird, nachdem 5.000 Mitglieder der kleinen Bakers´ Union einen mit Konkurrenzgewerkschaften bereits ausgehandelten Vertrag über Lohnsenkungen, Pensionskürzungen und eine Reduzierung der Gesundheitskosten für die Mitarbeiter boykottierte. Man wolle Wall Street Geiern nicht die Chance geben, Millionen von Dollars auf dem Rücken der Mitarbeiter abzusahnen.

    Hostess wird nach 82 Jahren vom Markt verschwinden; Gewerkschaft boykottiert Deal, damit Wall Street Geier nicht absahnen

    Das bereits seit Januar in einem Insolvenzverfahren nach Chapter 11 befindliche Unternehmen Hostess Brands wird seine Pforten nun endgültig schließen. Ein entsprechender Antrag sei heute an das Bundesinsolvenzgericht ergangen, das für das Insolvenzverfahren der Firma zuständig ist. 18.500 Mitarbeiter werden somit kurz vor Weihnachten ihren Arbeitsplatz verlieren, nachdem es bis zuletzt eigentlich so aussah, als könnte das Unternehmen gerettet werden und seine Operationen zukünftig fortsetzen.

    Doch dieser Entwicklung fuhr niemand anderes als die kleine Backwarengewerkschaft Bakers´ Union in die Parade, die Hostess Brands bis dato bestreikte. Deren 5.000 Mitglieder waren die mit den Konkurrenzgewerkschaften erzielten Einigungen über Lohnsenkungen, Pensionskürzungen und eine Reduzierung der Gesundheitskosten ein Dorn im Auge, womit sie den bis hierhin ausgehandelten Deal zu Fall brachten. Resultat ist, dass Hostess seine 33 Großbäckereien und 565 Verteilungszentren im ganzen Land endgültig schließen wird.

    Da greift man sich als außenstehender Beobachter natürlich wieder einmal an den Kopf und stellt sich die Frage, ob Gewerkschafsfunktionäre wirklich noch die Interessen ihrer Mitglieder vertreten. Auch im Fall von Hostess Brands könnte man eher auf den Gedanken kommen, dass die Funktionäre nur die Durchsetzung ihrer eigenen Machtinteressen im Kopf hatten, ohne Rücksicht auf die Situation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Hostess Brands zu nehmen.

    Laut Frank Hurt, Präsident von Bakers´ Union, befänden sich die Mitglieder seiner Gewerkschaft im Ausstand, weil sie die Nase voll hätten von der Entwicklung bei Hostess Brands. Seine rund 5.000 Mitglieder seien nicht dazu bereit, drakonische Kürzungen ihrer Löhne, Gehälter, Pensionen und Gesundheitsleistungen zu akzeptieren, weshalb Hostess Brands weiter bestreikt werde. Man wolle den Geiern an der Wall Street nicht die Chance geben, sich auf dem Rücken der Mitarbeiter mit Millionen von Dollars zu bereichern.

    Das ist alles schön und gut. Doch jetzt haben die Mitarbeiter überhaupt keinen Job und irgendwelche Ansprüche mehr, nachdem das Management von Hostess Brands seine Ankündigung wahr machte, und den Antrag zur endgültigen Schließung des Unternehmens heute bei Gericht einreichte. Das mehrheitlich durch eine Gruppe von Investmentfirmen kontrollierte Unternehmen wird seine Vermögenswerte nun meist bringend verkaufen, wodurch zumindest einige etablierte Marken unter dem Dach von Konkurrenten landen könnten.

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, USA | No Comments »

    Comments

    You must be logged in to post a comment.