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    Globales Schattenbankensystem birgt höhere Risiken als jemals zuvor

    November 19, 2012

    Das globale Schattenbankensystem entzieht sich auch nach dem Bankencrash im Jahr 2008 jedweder Kontrolle und Regulierung, was eine sich fortsetzende Prosperität zur Folge hat. In 2011 erreichte der finanzielle Gesamtumfang von Offshore-Vehikeln und Conduits eine neue Rekordmarke von $67 Billionen. Zwar wird durch die Aufsichtsbehörden immer wieder auf die mit diesen Vehikeln verbundenen Systemrisiken hingewiesen, doch ändern tut sich nichts.

    Globales Schattenbankensystem erreicht im Jahr 2011 neuen Rekordumfang

    Man hat dem Schattenbankensystem vielerorts zwar immer wieder vorgeworfen, einen großen Anteil am Ausbruch der globalen Finanzkrise zu tragen. Doch das ändert nichts daran, dass sich der Sektor auch heute noch jedweder Kontrolle und Regulierung durch die Behörden entzieht. Ganz so einfach ist das auch nicht, da die Aktivitäten von stark gehebelten Conduits und sonstigen abenteuerlichen Anlagevehikeln in den so genannten Offshore-Zentralen der Welt betrieben werden, die sich durch wenig bis gar keine Regulierung auszeichnen.

    Dazu gehören neben den Cayman Islands zum Beispiel auch die British Virgin Islands, das mittelamerikanische Land Belize und eine ganze Reihe von anderen Kleinstaaten. Man braucht sich also nicht wundern, wenn die Größe dieses Schattenbankensystems auch nach dem Bankencrash im Jahr 2008 weiterhin am Prosperieren ist. Laut des Financial Stability Board (FSB) wuchs das System in 2011 auf $67 Billionen, während es im Jahr 2007 einen Umfang von $62 Billionen aufwies.

    Aber mal ganz ehrlich: einerseits schafft es die US-Regierung, das Schweizer Bankgeheimnis zu knacken und den großen Instituten wie Credit Suisse und UBS die Daumenschrauben anzulegen. Andererseits werden jahrelang Diskussionen darüber geführt, dass man nicht dazu in der Lage sei, winzigen Offshore-Zentralen wie den British Virgin Islands Daten und sonstige Auskünfte abpressen zu können.

    Man muss an diesen Aussagen zweifeln und sich fragen, ob sich das Establishment als solches nicht selbst hochgradig dieser Länder bedient, um darüber steuersparend und völlig diskret seine Finanzgeschäfte abzuwickeln. Wie dem auch sei. Spätestens der Ausbruch der globalen Finanzkrise hatte gezeigt, welche Gefahren und systemischen Risiken von Schattenbanken ausgehen.

    Bereits im August 2009 wurde bekannt, dass die Wall Street einen Ausweg aus ihrer Misere fauler Schulden und riskanter Hypothekenpapiere gefunden haben könnte, die die Finanzmärkte in Atem hielt. Die Pseudo-Lösung klingt bekannt: Es ist nichts anderes als das, was die Banken überhaupt erst in Schwierigkeiten gebracht hat. Schon damals hatten große Investmentbanken alte Hypothekenpapiere wie hoch ausfallgefährdete CDOs wieder verbrieft, um sie unter dem Namen Re-Remics als neue Produkte anzubieten und zu verkaufen.


    Ugland House in George Town: Hier haben laut Register etwa 20.000 Unternehmen ihren Firmensitz

    Nicht selten dient das Schattenbankensystem großen Bankenplayern und Finanzinstituten auch als Hort der Auslagerung für faule Kredite, die nach dem Parken in einem Conduits oder einem anderen Spezialvehikel nicht mehr in der eigenen Bilanz ausgewiesen werden müssen. Aufgeblähte Gewinnberichte sind nicht selten die Folge, doch schlimmer ist, dass die Problemkredite sich in Folge jeder Art der Regulierung entziehen.

    Das gilt auch und vor allem für stark gehebelte Geschäfte in vielerlei Bereichen. Auch viele Hedgefonds und Private Equity Unternehmen nutzen die Möglichkeit, riskante Geschäfte im Verborgenen zu betreiben und sich dadurch einer Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden zu entziehen. Weiterhin betreiben US-Institute mit einem Gesamtvolumen von $23 Billionen das weltweit größte Schattenbankensystem. Dicht gefolgt von Instituten der Eurozone, die ein $22 Billionen schweres Rad drehen. Großbritannien folgt mit $9 Billionen auf Platz 3.

    Topics: Europa, Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

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