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    Gewaltexzesse in Südeuropa: Brüsseler Politbüro wird Signal nicht verstehen

    November 14, 2012

    Südeuropas Staatsschuldenkrise stößt in neue Dimensionen vor, die in Spanien, Portugal, Griechenland und Frankreich Millionen von Protestlern auf die Straßen gebracht hat. Im Zentrum des Widerstands stehen immerwährende Sparkürzungen und Sozialabbau, die die Bevölkerungen langsam auf die Barrikaden treiben. Während die Massenproteste anfänglich sehr friedlich vonstatten gingen, schlug die Situation vor allem in Spanien und Portugal irgendwann um, als in den Straßen rohe Gewalt ausbrach, die teils an bürgerkriegsähnliche Szenen erinnerte.

    Ausblendung der Realität: Die heutigen Demokraten machen schlimmere Fehler als in Zeiten der Weltwirtschaftskrise

    Dass die Bevölkerungen im Süden Europas von ihrer Politik die Schnauze restlos voll zu haben scheinen, kann man den Menschen sicherlich nicht verübeln. Und so verwundert es auch nicht, dass sich am heutigen Tag des Generalstreiks Millionen von Bürgern in Solidarität übten, um gegen immerwährenden Sozialabbau und Sparkürzungen aufzubegehren. Die Länder Südeuropas sind längst zu einem sozialen Pulverfass geworden, das jederzeit explodieren könnte.

    Es ist nicht schwer zu verstehen, dass der wachsende Widerstand gegen die heimischen Politiker, die sich als nichts anderes als Marionetten des internationalen Bankenkartells und Erfüllungsgehilfen des EU-Politbüros im religiös-fanatisch anmutenden Kampf zur Rettung des Euros erweisen, gut fundiert ist. Dass das Ohnmachtsgefühl unter den Menschen im Süden Europas schon seit langem wächst, weil die Politik ihrer Länder nicht mehr souverän agiert, sondern von den Gnaden der internationalen Notkreditgeber abhängig ist, dürfte auch klar sein. So weit, so gut.

    Die Alternative zu dieser Situation, in der die Südländer der Eurozone zugunsten der Banken und deren Bondhaltern immer stärker in die wirtschaftliche Depression gespart werden, hieße Staatsbankrott und sofortiger Austritt aus der Eurozone. Zumindest stünde diesen Ländern durch einen Abwurf des Euro-Korsetts die Möglichkeit offen, nach Wiedereinführung ihrer alten Währungen abzuwerten, um an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen. Doch da man sich in Brüssel ganz offensichtlich einem „Endkampf um den Euro“ verschrieben hat, um eine politische Vision zu retten, die nicht mehr zu retten ist, werden die sozialen Spannungen weiter wachsen, bis das Pulverfass letztendlich vollends explodiert.

    Eine Entwicklung, die man in Europa noch gut aus den ausgehenden 1920er Jahren in Erinnerung haben sollte, als die Weltwirtschaftskrise und eine extrem hohe Arbeitslosigkeit zum Aufstieg von Faschisten wie Hitler, Mussolini oder Antonescu führten. Die heutigen „Demokraten“ befinden sich in einer noch weitaus schwierigeren wirtschaftlichen Lage als damals, da ein Systemcrash bislang ja nur aufgeschoben, nicht jedoch verhindert wurde. Und mit jeder neuen staatsinterventionistischen Maßnahme wird die Fallhöhe letztendlich immer größer. Die Menschen in Südeuropa haben diese Realität längst verstanden und durchblickt, weil sie die verfehlte Finanzpolitik und das nahende Ende unseres Geld- und Finanzsystems am eigenen Leib zu spüren bekommen.

    Und so blieb heute nicht aus, womit eigentlich schon vor dem Beginn der Massenproteste zu rechnen war: nämlich dass die Proteste plötzlich in Gewalt und Straßenschlachten umschlagen würden. Sicher hat sich an den Ausschreitungen nur ein kleiner Teil der Demonstranten beteiligt. Doch wer sich die Bilder aus den Straßen Madrids und Lissabons anschaut, in denen sich teils bürgerkriegsähnliche Szenen abspielen, dem kann nur angst und bange um die Zukunft unseres gesamten Kontinents werden. Das Aggressionspotenzial in der Bevölkerung ist stetig am Wachsen, was unter Berücksichtigung von einem Hagel an Insolvenzen und Arbeitslosenquoten von mehr als 25% kaum verwundern sollte.

    Und was lernt man aus diesen Vorgängen in Brüssel: richtig – nichts! Wie auch, wenn eine kleine Clique von religiösen Fanatikern, die zur Bewahrung des Euro alles zu tun bereit ist, die Entwicklungen ignoriert und soziale Spannungen einfach als Randerscheinungen in unser Gesellschaft abtut!? Genauso vernagelt müssen damals auch demokratische Politiker und Parteien vor ihrem Untergang in der Weltwirtschaftskrise gewesen sein. Fernab jeder Realität und der Basis meilenweit entfleucht, ohne jedwede Sensibilität und Gespür für die Vorgänge in der Gesellschaft kann man nur hoffen, dass wir in unserer Zeit und Zukunft von politischen Vorgängen wie in den 1930iger Jahren verschont bleiben werden!

    Topics: Europa, Märkte, Regierung und Banken, USA | No Comments »

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