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    Geht die Bärentatze über dem Bondmarkt nieder, wird es fürchterlich

    November 20, 2012

    Grand Seigneur und Investor Yves Lamoureux ist der Ansicht, dass noch eine wesentliche Voraussetzung zum Beschreiten einer galoppierenden Inflation erfüllt sein muss. Und dies ist nichts anderes als ein Crash an den Bondmärkten. Nachdem sich die Baby Boomer ihre Finger erst mit Aktien und dann mit Immobilien verbrannt haben, seien die sich abzeichnenden Turbulenzen an den Bondmärkten der letzte große Schock, der das heutige System zum Einsturz bringen werde.

    Es gibt keinen Grund mehr, um Bond-Bulle zu bleiben

    Er sei immer ein Superbulle im Hinblick auf langläufige Anleihen gewesen, wie Investor Yves Lamoureux gegenüber Business Insider ausführt. Noch vor drei Jahren habe er richtig vorausgesagt, dass die Zinsen des 30-jährigen Treasury Bonds auf 2,5% sinken werden. Die aufkommenden Diskussionen über den Ausbruch einer Hyperinflation seien aus diesem Grund verfrüht gewesen.

    Doch jetzt zeichne sich nach dem Ende der 1990iger Jahre erfolgten Crash an den Aktienmärkten und dem in den 2000er Jahren folgenden Kollaps an den Immobilienmärkten die letzte große Turbulenz ab. Und schlage der Bär an den globalen Bondmärkten erst einmal richtig zu, werde es mehr als schlecht um die Welt bestellt sein. Das Ende des 30-jährigen Bullenmarktes an den Bondmärkten sei voraus, was auch hochgradige Verwerfungen an den Währungsmärkten zur Folge haben dürfte.

    Und genau hieraus leite sich eine der Schlüsselvoraussetzungen für den Ausbruch einer Hyperinflation ab. Hinzu komme, dass die demographische Entwicklung eine riesige Lücke zwischen real existierenden Vermögenswerten und finanziellen Verpflichtungen aufgerissen habe. Die in der Zukunft frei verfügbaren Ersparnisse der Bevölkerung seien nicht dazu in der Lage, notwendigen Finanzierungen an den Bond- und Aktienmärkten nachzukommen.

    Laut Lamoureux werde die Herde im Angesicht eines Bondcrashs in alles investieren, woran sie sich noch nicht die Finger verbrannt habe – und dazu gehörten vor allem Sachwerte. Die Denkweise von Lamoureux lässt sich nachvollziehen, doch wo uns diese Überlegungen kurzsichtig erscheinen mögen, ist die Frage, was denn im Angesicht dieses Supercrashs geschehen wird.

    Vor der Hyperinflation der Deflationsschock

    Wir waren immer der Ansicht, dass ein solcher Crash nur deflationär sein kann. Denn wer sich vorstellt, wie viele Staatsanleihen und Unternehmensbonds im Falle eines Bondcrashs ausfallen werden, der wird sich auch ausmalen können, wie viele Insolvenzen und Bankrotte es weltweit hageln wird – einmal ganz abgesehen von den Staatsbankrotten. Unter diesem Szenario würden Kredite hochgradig vernichtet, und von diesem Standpunkt aus betrachtet wäre die einsetzende Preisdeflation der eigentliche Systemvernichter.

    Warum sonst kämpfen Zentralbanken rund um die Welt seit vier Jahren gegen diesen Trend durch das Drucken von elektronisch erzeugten Papierwährungen an? Die Bankrottwelle im Banken- und Unternehmenssektor hätte – wie in den 1930iger Jahren – eine Vernichtung von Produktionskapazitäten zur Folge, die dann wiederum den Grundstein für eine sich anschließende Hyperinflation legen würde.

    Gold und Silber sind in beiden Fällen geeignet, sich gegen einen solchen Schock abzusichern. Das haben auch die 1930iger Jahre gezeigt, denn umso mehr Kredite vernichtet werden, desto klarer wird werden, dass Edelmetalle keinem Ausfallrisiko unterliegen. Trotz allem könnten wir uns vorstellen, dass auch Edles im Deflationsschock nochmals richtig unter die Räder kommen würde.

    Im Angesicht der Annahme einer sich anschließenden Hyperinflation werden Anleger dann jedoch sicher froh über jeden glänzenden Taler sein. Allerdings kann man davon ausgehen, dass nach einem solchen Crash-Ereignis, das aufgrund der geldpolitischen Strategie von Zentralbanken und Regierungen bis heute ja nur aufgeschoben wurde, alles wieder steigen wird – ob Gold, Silber oder Aktien. Zumindest die Aktienreste von gelisteten Unternehmen, die diesen Schock überleben werden.

    Topics: Asien, Australien, Europa, Märkte, Regierung und Banken, Südamerika, USA, Weltpolitik | No Comments »

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