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    Frankreichs AAA-Verlust: Schwerwiegende Folgen für EFSF und ESM möglich

    November 21, 2012

    Die Zweifel an der Fähigkeit des französischen Staatspräsidenten Francois Hollande, eines der Kernländer der Eurozone wieder auf einen nachhaltigen Wirtschaftskurs zu führen, wachsen an den Finanzmärkten unaufhaltsam. Nachdem die Ratingagentur Moody´s dem Land gestern das AAA-Rating nahm, erfolgen aus Paris nichts weiter als hektische Verlautbarungen, die darauf hinweisen, dass man bereits viele Maßnahmen ergriffen habe, um die staatliche Budgetlücke zu schließen. Doch Gefahr droht jetzt an ganz anderer Stelle.

    Jetzt geraten auch die Ratings des EFSF und des ESM unter Beobachtung

    In Deutschland dürfte man die gestern durch Moody´s vorgenommene Herabstufung des französischen AAA-Ratings auf Aa1 als Warnschuss verstanden haben. Die Probleme dürften sich für Frankreich jetzt jedoch erst einmal intensivieren, da nicht auszuschließen ist, dass Kapital schon bald auch aus Frankreich flüchten könnte. Und wohin? Natürlich nach Deutschland, dem einzigen in der Eurozone verbliebenen Schuldner, dem globale Investoren noch echtes Vertrauen schenken.

    Doch man muss sich fragen, für wie lange. Immerhin weisen die deutschen Konjunkturdaten seit einigen Monaten auf einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung hin, der ab dem vierten Quartal in eine neue Rezession münden könnte. Spätestens dann wird es auch um die deutschen Finanzen wieder schlechter bestellt sein. In Frankreich fällt der sozialistischen Regierung von Staatspräsident Hollande nichts anderes ein, als hektisch zu beschwichtigen.

    Man habe doch in den letzten Monaten schon viele Maßnahmen eingeleitet, um das staatliche Budgetdefizit zu senken. Diese Haushaltslücke liegt aktuell bei rund 33 Milliarden Euro. Der daraus entstehende Sparzwang hatte Hollande unter den Franzosen in den letzten Wochen bereits einen guten Teil seines anfänglichen Renommees einbüßen lassen. Die gestern durch Moody´s vollzogene Herabstufung der Kreditwürdigkeit wird den Druck zusätzlich erhöhen.

    Doch dabei wird es nicht bleiben. Denn wie Moody´s ergänzte, müssten nach der Abstufung von Frankreich auch die Kreditbonitäten der europäischen Bailoutfonds EFSF und ESM überprüft werden. Eine mögliche Folgeherabstufung der beiden Vehikel würde unter aller Voraussicht zu neuen Turbulenzen in der Eurozone führen. Denn wenn selbst der ESM nicht mehr als Trutzburg an den Finanzmärkten wahrgenommen würde, droht das Kartenhaus des ewigen Schirmaufspannens über Bankrottländern letztendlich in sich zusammen zu fallen.

    Frankreichs Arbeitslosenquote ist auf ein 13-Jahres-Hoch geklettert und das Wachstum ist im dritten Quartal fast zu einem Stillstand gekommen. Auch die Immobilienmärkte kühlen sich plötzlich merklich ab. Grund dafür könnte sein, dass vor allem wohlhabende Franzosen in der Tat Ernst machen, um sich aufgrund des teilweise grotesken Wirtschaftskurses der Sozialisten aus Frankreich zu verabschieden. Nicht umsonst bleibt der französische Ratingausblick bei Moody´s auch nach der Herabstufung negativ.

    Und eine zweite Herabstufung könnte vielleicht überhaupt nicht lange auf sich warten lassen. Denn wie es bei Moody´s hieß, werde es weitere Konsequenzen nach sich ziehen, falls die Regierung bei ihren Bemühungen zum Aufbrechen eines verkrusteten Arbeitsmarktes keine Erfolge vorzuweisen haben sollte. Auch die bei 57% liegende Staatsquote an der jährlichen Wirtschaftsleistung ist der Ratingagentur ein Dorn im Auge. Man muss also davon ausgehen, dass Moody´s Frankreich erneut herabstufen wird, falls das Land in den nächsten Quartalen in die Rezession rutschen sollte. Und danach sieht es auf Basis der aktuellen Lage aus.

    Topics: Europa, Märkte, Regierung und Banken, Weltpolitik | No Comments »

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