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    Erster großer Bailout im US-Rentensystem zeichnet sich ab

    November 17, 2012

    Der staatliche US-Pensionsversicherer Pension Benefit Guaranty Corporation fuhr im abgelaufenen Fiskaljahr das höchste Defizit seiner rund 40-jährigen Geschichte ein. Der Fonds, der die Renten von 44 Millionen Amerikanern rückversichert, berichtete gestern über eine Finanzlücke von nicht weniger als $34 Milliarden. Jetzt schießen Spekulationen ins Kraut, dass der Fonds ohne einen Bailout durch die US-Steuerzahler kaum Überlebenschancen haben wird.

    Schon seit Jahren ruft das Fonds-Management den Kongress zu einer Anhebung der Versicherungsprämien auf, doch geschehen ist nichts

    Während sich das Defizit im Vorjahr auf $26 Milliarden belief, explodierte die Finanzlücke im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Pension Benefit Guaranty Corporation laut des Fonds auf $34 Milliarden. Dabei kletterten die Rentenverpflichtungen um $12 Milliarden auf insgesamt $119 Milliarden. Und jetzt folgt der große Clou. Denn die durch den Fonds gehaltenen Vermögenswerte kletterten im gleichen Atemzug nur um $4 Milliarden auf $85 Milliarden.


    Daten aus dem jüngsten Bericht von State Budget Solutions: die  Unterdeckung des US-Pensionssystems liegt bei $4,6 Billionen

    Man möchte sich gar nicht ausmalen, was passiert, wenn die amerikanische Wirtschaft erneut in die Rezession schlittern würde. Denn schon in den vergangenen zehn Jahren produzierte der staatliche Rentenfonds Verluste in Folge, die sich aufgrund einer zu langsam wachsenden Wirtschaft und einer Beschleunigung der Insolvenzen immer stärker potenzieren. Gerade die Insolvenzwelle hat zur Folge, dass immer mehr Pensionspläne für Mitarbeiter ausfallen.

    Hier springt die Pension Benefit Guaranty Corporation im Notfall als Rückversicherer ein, um zu gewährleisten, dass die betroffenen Mitarbeiter nicht um den Lohn ihrer jahrelangen Ersparnisse in Form von 401k Rentenplänen gebracht werden. Doch wie es aussieht, ist der Punkt erreicht, an dem auch der staatliche Rückversicherer aufgrund seines horrenden Defizits bald nicht mehr vollumfänglich in die Bresche springen kann.

    Seit Jahren wies das Fonds-Management die Mitglieder des US-Kongresses darauf hin, dass die seitens der Unternehmen zu zahlenden Versicherungsprämien zur Abdeckung der Kosten angehoben werden müssten. Doch geschehen ist bis heute nichts, mit dem Resultat, dass der Fonds sehr wahrscheinlich schon bald auf eine Kapitalspritze in Form von Steuergeldern angewiesen sein wird.

    Zwar hatte sich die Regierung von Barack Obama der Thematik angenommen, und den Vorschlag unterbreitet, die Versicherungsprämien für große Konzerne und Unternehmen, die einem höheren Insolvenzrisiko unterliegen, anzuheben. Doch umgesetzt wurden diese Pläne nicht, sondern sind stattdessen im Sande verlaufen. Nachdem immer mehr Angehörige der Generation der so genannten Babyboomer aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden, werden die Finanzprobleme im staatlichen Rentensystem immer offensichtlicher.

    Genau mit dieser Entwicklung war seit vielen Jahren zu rechnen, die durch den Ausbruch der globalen Finanzkrise noch zusätzlich verschärft wird. So braucht es auch niemanden zu wundern, dass laut einer vor Kurzem publizierten Studien des Pew Research Centers bereits 38% aller Amerikaner zwischen 30 und 40 Jahren kein Vertrauen mehr ins staatliche Pensionssystem haben. Im Zuge der letzten Umfrage im Februar 2009 zeigten sich davon erst 25% aller Befragten überzeugt.

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

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