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    Verbände: Chinas Wirtschaftsprobleme heute schwerwiegender als in 2008

    Oktober 15, 2012

    Zwar konnten die chinesischen Exporte im September um fast 10% zulegen im Vergleich mit dem Vorjahresmonat, doch Verbände und Unternehmen warnen vor größeren Herausforderungen als im Jahr 2008. Damals bescherte der Höhepunkt der Finanzkrise dem Land einen nie zuvor gesehenen Einbruch der Wirtschaftsaktivitäten. In der Phase der Erholung sind die Kosten vieler Unternehmen aufgrund hoher Lohnzuwächse und teureren Rohstoffen mitunter stark angestiegen. Eine Entwicklung, die Firmen zum Outsourcing in andere Weltregionen verleitete, und die dazu führte, dass sich der Traum von einer wachsenden Inlandsnachfrage bisher kaum erfüllte.  

    Das Produktionsmodell China hat sich in gewisser Weise überlebt

    Die ökonomischen Probleme Chinas seien heutzutage nicht nur komplizierter, sondern auch sehr viel weitläufiger als damals, wie Zhou Dewen, Präsident des einflussreichen Industrieverbands der Stadt Wenzhou durch China Daily zitiert wurde. Obwohl die Exportaktivitäten im September um fast 10% gegenüber dem Vorjahr zulegen konnten, sehen viele Vorstände in der heimischen Industrie dennoch immense Schwierigkeiten auf ihre Unternehmen zukommen.

    Chinas Unternehmen werden momentan durch zweierlei Entwicklungen in die Zange genommen. Einerseits hat sich die Nachfrage nach Gütern aller Art in den wichtigsten Exportmärkten wie den Vereinigten Staaten und Europa in letzter Zeit deutlich abgekühlt. Darunter leiden unter anderem die Kapitalinvestitionen im Unternehmenssektor. Andererseits führen die Gehalts- und Lohnerhöhungen zu einer teils stark steigenden Kostenbasis unter einer wachsenden Anzahl von Firmen.

    Steigende Rohstoffpreise haben ebenfalls einen Anteil an einer Verteuerung der Kosten, so dass sich die Profitmargen der Firmen in den vergangenen Quartalen immer stärker reduzierten. In manchen Sektoren befinden sich die Margen der Hersteller heute teilweise um mehr als 30% unterhalb des Niveaus aus dem Jahr 2008. Einer der Gründe für diese Entwicklung basiert auf den kleineren Ordervolumen der Kunden. Die Kunden bestellen weniger, um ihre Bestände besser zu kontrollieren.

    Kleinere Bestellmengen deuten darüber hinaus auch darauf hin, dass die Unternehmen nicht zu viel Kapital in Lagergütern gebunden sehen wollen, um sich eine gewisse Flexibilität zu erhalten. Viele Analysten sind der Ansicht, dass Chinas Handelsdaten für den Monat September aufgrund der Weihnachtsbestellungen aus den westlichen Industrieländern verzerrt sind. Um ihre Lager zu füllen, hätten viele westliche Einzelhändler ihre Bestellungen vorgezogen.

    Falls dem so sein sollte, lässt sich bereits ab Oktober von deutlich schlechteren Exportzahlen ausgehen. Trotz allem sollen die Bestellungen aus Europa im letzten Jahr fast fünfmal höher ausgefallen sein als heute. Viele Kunden fragten vor allem nach Preisrabatten bevor sie eine Bestellung aufgäben. Ein entscheidender Faktor sei auch, dass immer mehr US-Unternehmen ihren Positivismus bezüglich der chinesischen Wirtschaftsentwicklung aufgegeben haben.

    Während im ersten Halbjahr noch weitläufig davon ausgegangen wurde, dass Chinas Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder Fuß fassen würde, haben sich diese Hoffnungen verflüchtigt. Ganz im Gegenteil dürfte sich Chinas Wirtschaftswachstum auch im dritten Quartal abgeschwächt haben, was dem siebten Quartalsrückgang in Folge entsprechen würde. Diese Entwicklung hat schon wieder zu anziehenden Pleiten unter den Firmen des Einzelhandels und Konsumgüterlieferanten geführt.

    Entgegen den allgemeinen Erwartungen kommt die inländische Nachfrage nicht richtig auf die Beine. Bislang herrschte die Ansicht vor, dass China es schaffen werde, tendenziell sinkende Exporte durch eine anziehende Inlandsnachfrage zu ersetzen. Doch laut verschiedener Verbände und Experten hat sich dieser Wunsch bislang nicht erfüllt. Ein Grund könnte sein, dass ausländische Hersteller ihre Produktion in China aufgeben, um sie in Länder wie Mexiko zu verlagern, wo eine größere Nähe zum Heimatmarkt USA gegeben ist.

    Outsourcing von ganzen Betrieben und Fabriken findet jedoch seit einiger Zeit auch in die Nachbarländer Chinas statt, die aufgrund ihrer weitaus niedrigeren Löhne zum Magneten für bislang in China ansässige Produzenten werden. Denn zumindest lassen sich auf diese Weise die Margen der Unternehmen wieder zurechtrücken.

    Topics: Asien, Märkte, Regierung und Banken, Weltpolitik | No Comments »

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