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    US-Militär: Weniger Angst vor Krieg als vor platzender Bildungsblase

    Oktober 19, 2012

    Dass die immense Blase im Sektor der US-Studentenkredite im Falle eines Platzens ähnliche oder noch weitaus größere Probleme verursachen wird als die Subprime-Blase ist langsam allgemein bekannt. In einer neuen Studie warnt nun das US-Militär davor, dass ehemals aufgenommene Bildungskredite Hauptgrund für schlaflose Nächte unter den jungen Soldaten seien. Die Angst vor der eigenen Unfähigkeit, diese Schulden jemals tilgen zu können sei größer als vor einem Kriegseinsatz.

    Es ist grotesk: Junge Soldaten haben mehr Angst vor platzenden Schulden als vor einem Kriegseinsatz


    Die Anzahl ausstehender Studentenkredite ist in der letzten Dekade explodiert; die Kosten für ein Studium liegen heute weit über der allgemeinen Inflationsentwicklung
    / Quelle: The College Board

    Laut einer neuen Studie des Pentagon haben rund 41% aller US-Militärangehörigen ihre Ausbildung oder Studium über Bildungskredite finanziert. Verteidigungsminister Leon Panetta hält diese Situation für brandgefährlich, da ein großer Teil der Betroffenen nicht mit voller Aufmerksamkeit ihrem Job nachkommen würde. Vor allem die hohen Zinszahlungen verursachen unter den Betroffenen die größten Ängste.

    Es sei doch ein Unding, dass ein nicht geringer Teil der für die Studie Befragten mehr Angst vor einer platzenden Schuldenblase im Bildungssektor habe als vor einem Kriegseinsatz, wie sich Panetta ausdrückte. Deshalb müsse der US-Kongress die Gesetze für Militärangehörige ändern. Unter anderem soll der auf die ausstehenden Bildungsschulden zu leistende Zinssatz auf 6% beschränkt werden.

    Wachstum der Privatverschuldung (türkis) im Vergleich mit dem Schuldenwachstum im Sektor der Studentenkredite (rot) / Quelle: New York Fed – zum Vergrößern bitte zweimal anklicken

    Die finanzielle Kurzatmigkeit unter vielen Soldaten beginne sich leistungsschwächend auf die gesamte Armee auszuwirken. Ein separater Bericht des Institute for College Access and Success hatte zum Resultat, dass Studienabgänger der Jahrgangs 2011 ihr Berufsleben mit einem durchschnittlichen Schuldenberg von $26.600 pro Kopf begannen. Zahlen aus dem Jahr 2008 zeigen, dass dieser Schuldenberg unter Armeeangehörigen bei $25.500 pro Kopf lag.

    Laut offizieller US-Stellen soll die Schuldenproblematik im Bildungssektor heute bereits größer sein als zu Zeiten der platzenden Subprime-Krise an den amerikanischen Hypothekenmärkten. Dies gelte insbesondere für Militärangehörige. Wer sich Tag ein Tag aus nur darüber Gedanken machen müsse, wie er oder sie Bildungsschulden tilgen und die fälligen Zinsen zu leisten imstande sei, könne sich nicht mehr ausreichend auf den Job konzentrieren. Im Falle der Streitkräfte sei dies eine sehr heikle Angelegenheit.

    Das aktuelle Niveau der Zahlungssäumigkeiten und -ausfälle im US-Bildungssektor ist astronomisch hoch, bildet jedoch wohl erst den Anfang. Denn die Pipeline ist gut gefüllt, nachdem jüngste Daten zeigen, dass fast die Hälfte aller Kreditnehmer ihre Zahlungen nicht mehr oder nur noch sporadisch leistet. Die Realität dürfte in die Köpfe dieser jungen Kreditnehmer eingezogen sein, die sich schon zum Beginn ihres Arbeitslebens einer astronomisch hohen Verschuldung ausgesetzt sehen. Die Träume von der großen Karriere sind reihenweise am Platzen, doch die Schulden bleiben.

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

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