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    Sony schließt Heimatwerk und kündigt Massenentlassungen an

    Oktober 19, 2012

    Der japanische Elektronikriese Sony wird weitere 2.000 Mitarbeiter in seiner Hauptzentrale abbauen und ein Werk am Heimatmarkt schließen. Die Pläne sind Teil eines umfassendes Stellenabbaus, der sich bis Ende März 2013 auf insgesamt 10.000 Arbeitsplätze belaufen soll. Experten sind mehrheitlich der Ansicht, dass Sony nicht der einzige japanische Konzern bleiben wird, bei dem es im Angesicht der Wirtschaftsentwicklung zu Massenentlassungen kommen wird.

    Sony und der wichtige japanische Exportsektor sind zu einem guten Teil Opfer der Schlacht an den Devisenmärkten


    Der Aktienkurs von Sony steht mächtig unter Druck / Chart: stockcharts.com

    Nicht nur aufgrund der laufenden Berichtssaison, sondern vor allem wegen der makroökonomischen Situation ist es zurzeit interessant, Meldungen aus den Unternehmen selbst ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Dass die Erwartungen der Finanzmärkte an die Umsatz- und Gewinnentwicklung im Unternehmenssektor im dritten Quartal mehrheitlich enttäuscht werden, war eigentlich schon seit Wochen absehbar.

    Zu eindeutig wiesen die Konjunkturdaten aus vielen Teilen der Welt seit geraumer Zeit darauf hin, dass der Welt ein erneuter Synchronabschwung droht. Neue Liquiditätsmaßnahmen der großen Notenbanken haben an dieser Situation bislang nichts ändern können. An den Devisenmärkten liefern sich die Fed, BoJ, EZB, BoE und die Zentralbanken der wichtigsten Schwellenländer lediglich einen anhaltenden Währungskrieg, der der globalen Wirtschaft immens hohe Risiken aufbürdet.

    Insbesondere in Brasilien reagiert man immer wütender auf die Expansion der Bondankäufe durch die Fed, die zu gegebenem Zeitpunkt wiederum Gegenmaßnahmen wie eine Anhebung der Kapitalertragssteuern oder Währungskontrollen in Lateinamerika und Asien zur Folge haben werden. Dass Japan aufgrund der exponierten Stellung seines Yen am Devisenmarkt als einer der absehbaren Verlierer aus diesem Währungskrieg hervorgehen wird, zeichnet sich schon seit längerer Zeit ab.


    Der Yen notiert trotz einer Expansion des Bondankaufprogramms durch die BoJ nicht weit entfernt von seinen Rekordhochs / Chart: stockcharts.com

    Der wichtige Exportsektor warnte schon vor eineinhalb Jahren davor, Stellen an den Heimatmärkten in großem Stil abzubauen, falls Japans Regierung und die BoJ die rapide Aufwertung des Yen nicht in den Griff bekommen würden. Unzählige Interventionen an den Währungsmärkten durch die BoJ und eine mehrmalige Expansion von deren eigenen Bondankaufprogramm haben bislang nichts dazu beitragen können, den Yen gegenüber dem US-Dollar nachhaltig abzuwerten.

    Ganz im Gegenteil sind all diese Maßnahmen schlichtweg verpufft. Nichts anderes war zu erwarten, denn Interventionen an den Devisenmärkten haben immer kurze Beine. Vielmehr sind sie auf lange Sicht eine Einladung an die Finanzmärkte, gegen eine Notenbank zu spekulieren, die mit ihrem zu verteidigenden Wechselkurs eine Linie in den Sand zieht, die es immer und immer wieder zu testen gilt. Nichts anderes lässt sich im Hinblick auf das Währungspaar Yen/US-Dollar beobachten.

    Der Elektronikriese Sony reagiert auf diese Probleme mit einem heftigen Arbeitsplatzabbau, dem bis Ende März 2013 rund 10.000 Stellen zum Opfer fallen werden. Ein Heimatwerk für die Fertigung von Kameralinsen und Mobiltelefonen wird der Konzern komplett schließen. Auch in der Hauptzentrale des Unternehmens werden etwa 2.000 Köpfe rollen. Sony reagiert damit auf die globale Entwicklung, die der Verlauf des Aktienkurses schon seit einem halben Jahr einpreist. Immerhin hat die Sony-Aktie in den letzten sechs Monaten 42% an Wert eingebüßt. Jetzt zieht das Management die Reißleine.

    Topics: Asien, Märkte, Regierung und Banken, Weltpolitik | No Comments »

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