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    Pimco: Zentralbanken stoßen an ihre Grenzen

    Oktober 17, 2012

    Es scheint sich langsam die Erkenntnis an den Finanzmärkten breit zu machen, dass die Notenbanken in Bezug auf ihre geldpolitischen Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen. Die Liquiditätsausstattung habe allein keine Chancen, die wirtschaftliche Entwicklung zu verbessern. Ohne flankierende fiskalpolitische Maßnahmen durch die Politik entfernten sich die Bewertungen und Vermögenspreise an den Aktien-, Rohstoff- und Bondmärkten immer stärker von ihren Fundamentaldaten, was über kurz oder lang zu einem heftigen Crash führen werde, wie sich Pimcos Co-Chef Mohamed El-Erian überzeugt zeigte.

    Die aktuelle Geldpolitik führt zu Vermögenspreisen, die sich immer stärker von den fundamentalen Daten entfernen – eine Entwicklung, die großen Crashs vorausläuft

    Eigentlich fasste El-Erian in einem Interview gegenüber cnbc.com nur das zusammen, was wir bei aller Euphorie um Bondankaufprogramme der Zentralbanken seit dem Jahr 2009 vermuteten. Nämlich dass diese Bondankäufe einen Grenznutzenfaktor aufweisen, der jetzt anscheinend bald erreicht ist. Vielmehr waren wir immer der Meinung, dass die Bondankäufe durch Zentralbanken ab einem bestimmten Zeitpunkt zu einem noch weitaus heftigeren Gewitter an den Finanzmärkten führen werden.

    Weder wurden dadurch die Ungleichgewichte im internationalen Handel seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 abgebaut, noch haben die Maßnahmen dazu beigetragen, die Arbeitsmärkte zu beleben. Die üppige Liquiditätsausstattung hat jedoch dazu geführt, noch einmal die Vermögenspreise an den Finanzmärkten zu inflationieren. Doch wie El-Erian ausführte, werden die Konsequenzen dieser Geldpolitik fatale Folgen haben, wenn sich die fundamentalen Daten von den Vermögenspreisen immer weiter entfernen.

    Der dadurch ausgelöste Crash wird wahrscheinlich heftiger ausfallen als im Jahr 2008. Einen gravierenden Unterschied wird es zudem geben: während die Bondmärkte auf dem damaligen Krisenhöhepunkt (ausgenommen Junkbonds und ähnliche hoch riskante Teilsegmente) kaum durch den Zusammenbruch betroffen waren, dürften vor allem die Staatsanleihemärkte in die Mühlen des nächsten Krisenhöhepunkts geraten. Mit fatalen Folgen, denn die Verwerfungen, die dadurch an den Finanzmärkten ausgelöst würden, dürften auch Aktien und Rohstoffe mit nach unten ziehen.

    Ob die oftmals beschworene Flucht ins Gold im Falle eines solchen Szenarios stattfinden wird, bleibt abzuwarten. Denn gerade in diesem Bereich werden heute stark gehebelte Positionen durch eine wachsende Anzahl von Kapitalmarktplayern gehalten, die sich auch im Zuge der Krise im Jahr 2008 als krisenverstärkend erwiesen hatten. Nicht ausgeschlossen ist, dass auch Edelmetalle im Hinblick auf ein solches Szenario wieder auf den Markt fliegen, um Margin Calls nachzukommen und Liquidität zu beschaffen. Laut El-Erian hätten Notenbanken rund um die Welt bereits alles auf eine Karte gesetzt.

    Der Wirtschaft gehe es jedoch nicht viel besser, während sich die Arbeitslosigkeit sowohl in den USA als auch in Europa immer mehr zementiere. Ohne unterstützende Maßnahmen durch die Regierungen werde diese Geldpolitik nicht von Erfolg gekrönt sein. Doch klar ist auch, dass den wenigsten Regierungen in den westlichen Industrieländern die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um ihre Wirtschaften nochmals – wie ab dem Jahr 2009 – anzukurbeln. Ganz im Gegenteil stehen viele Länder bereits unter einem enormen Finanzdruck, der weitere Sparanstrengungen und einen Abbau des Sozialstaats notwendig macht.

    Topics: Asien, Australien, Europa, Märkte, Regierung und Banken, Südamerika, USA, Weltpolitik | No Comments »

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