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    Obama verhilft US-Waffenindustrie zu Rekordabsätzen

    Oktober 20, 2012

    US-Präsident Barack Obama sei das Beste, was der amerikanischen Waffenindustrie jemals hätte passieren können. Während die National Rifle Association (NRA) vor den Wahlen unter den Amerikanern Ängste schürt, dass eine zweite Amtszeit Obamas letztendlich doch noch zu einem Verkaufsverbot von Schusswaffen führen könnte, gehen deren Absätze weiter durch die Decke. Dabei ist der Enthusiasmus in der Regierung und im US-Kongress, sich trotz der jüngsten Massaker mit der einflussreichen und mächtigen Waffenlobby anzulegen, auf einen Nullpunkt gesunken.

    Obama ist seinen eigenen idealistischen Ansprüchen auch im Hinblick auf ein Verkaufsverbot von Schusswaffen nicht gerecht geworden

    Mit Speck fängt man Mäuse, wie es allgemein heißt. Und dieser Speck ist im ewigen Ringen zwischen der US-Regierung und großen Waffenlobbies wie der NRA ganz einfach das Schüren der Angst vor einem möglichen Schusswaffenverkaufsverbot. In keinem anderen Land der Welt ist der Besitz und Gebrauch von Waffen unter Durchschnittsbürgern so normal wie in den USA. Einerseits liegen die Gründe dafür in der Historie des Landes, andererseits in dem verbürgerten Recht sich selbst, Haus und Hof zu jeder Zeit verteidigen zu dürfen.

    Zu Hause lagern Amerikaner von Pistolen über Gewehre bis hin zu halbautomatischen Waffensystemen eigentlich alles, was zum Einsatz in einem Krieg dienen würde. Dass dieser Krieg einmal an der Heimatfront ausbrechen könnte sind Bedenken, die in den letzten Jahren immer wieder neue Nahrung erhielten. Vor vier Jahren angetreten, um sich für ein Verbot des Schusswaffenverkaufs einzusetzen, sind weder Obama noch seiner demokratischen Partei Erfolge auf diesem Feld beschieden worden.

    Und das ist auch alles andere als einfach. Die NRA, größte Waffenlobby in den USA und ehemals durch den inzwischen verstorbenen Filmschauspieler Charlton Heston geleitet, wendet immens hohe Kapitalsummen auf, um die Wahl von Politikern zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Schließlich soll niemand den glänzenden Geschäften, die mit dem Verkauf von Waffen in den USA gemacht werden, in die Quere kommen. Aufgrund ihrer konservativen Grundhaltung wird der NRA eher politische Nähe zu den Republikanern als zu den Demokraten bescheinigt.

    Wie dem auch sei. Präsident Obama galt den Gegnern zu einer Einschränkung oder eines generellen Verkaufsverbots von Schusswaffen seit seinem Amtsantritt als Dorn im Auge. Immer wieder wurde Obama ob seiner kritischen Haltung gegenüber den Waffenlobbies öffentlich attackiert. Auch vor den im November stattfindenden Wahlen um das höchste Amt im Staate werden Lobbygruppen wie die NRA nicht müde, Ängste unter den Bürger vor einem potenziellen Waffenverkaufsverbot mit aller Macht zu schüren.

    Resultat ist, dass es den amerikanischen Waffenschmieden nicht besser gehen könnte. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass deren Geschäfte florieren, wenn es der Wirtschaft gut geht, und förmlich durch die Decke gehen, wenn es der Wirtschaft schlecht geht. Da Obama in einer zweiten Amtszeit weniger Rücksicht auf Partikularinteressen zu nehmen habe, könnte es gut sein, dass er dem Schusswaffenverkauf am Ende doch noch einen gesetzlichen Riegel vorschieben werde, wie es in Bekanntmachungen der NRA lautet.

    Dieses Schüren von Ängsten verhilft den Waffenproduzenten gerade wieder zu glänzenden Geschäften. Vielerorts wird gemunkelt, dass die Personifizierung Obamas als größtem Feind der US-Waffenindustrie nicht mit Geld zu bezahlen sei. Ob sich die Regierung im Falle einer Wiederwahl dieses Thema jedoch tatsächlich annehmen würde, steht in den Sternen. Obama hat ganz andere Probleme und dürfte sich eine zweite Amtszeit nicht durch einen Dauerstreit mit den Waffenlobbies verkomplizieren.

    So ist trotz der jüngsten Reihe von Massakern in einzelnen US-Bundesstaaten kaum damit zu rechnen, dass die Waffengesetze tatsächlich verschärft werden. Erst gestern Abend kam es erneut zu einem Amoklauf in einem Einkaufszentrum im Bundesstaat Wisconsin, in dessen Zuge es nach Medienangaben bislang zu vier Toten kam. Geschehnisse, die für die Bürger in den USA schon fast zur Gewohnheit und einem stark wachsenden Alltagsrisiko werden. Trotz allem wollen sie laut Umfragen mehrheitlich ihre Waffen behalten.

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

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