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    Nasdaq 100 – Droht ein 80% Crash?

    Oktober 24, 2012

    Seit dem Start des Nasdaq 100 im Januar 1985, ging es bis zum März 2000 immer nur bergauf. Innerhalb dieser 15 Jahre konnten die Kurse im Zuge der Internet-Hausse um 3.753 % auf 4.816 Punkte zulegen. Bis dann der große Crash kam und die Kurse – ausgehend vom Allzeithoch – um 83 % auf unter 800 Punkte im Oktober 2002 einbrechen ließ.


    Könnte sich so ein dramatischer Abverkauf wiederholen oder ist heute alles anders? Immerhin sind die Märkte seit Jahren “liquiditätsgetrieben”, gestützt und manipuliert. Außerdem gibt zu Aktien mittel- und langfristig wegen der niedrigen Zinsen und der drohenden (Hyper)Inflation ohnehin keine Alternative. Auch werden die Notenbanken wohl alles daran setzen die Märkte weiter zu stützen und einen ähnlichen Crash wie vor 10 Jahren zu verhindern wissen.

    Seit 10 Jahren nun schwingt sich der Nasdaq 100 sehr volatil aufwärts. Im November 2008 musste im Rahmen einer Zwischenkorrektur ab 2.239 noch ein Test der 1.000 Punkte Mark verdaut werden. Mitte September fehlten nur noch knapp 4 % bis zum Erreichen der 3.000er Marke. Das Jahreshoch mit 2.878 entsprach dem höchsten Stand seit Dezember 2000. Es ist also alles in Butter wie es scheint.

    Harte Widerstandszone zwischen 2.800 und 2.900

    Erst einmal schon, ja. Im Tages-Chart ist der Aufwärtstrend seit Anfang 2009, der bei ca. 2.500 verläuft, aktuell und ohne Zweifel noch in takt. Allerdings gibt es sowohl im Tages- als auch im Monats-Chart mit dem jüngsten Hoch warnende Divergenzen beim RSI und MACD. Und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit vielen Monaten. Des Weiteren lässt sich seit Anfang 2011 ein steigender Keil konstruieren, der als potenzielles Abschlussmuster durchgehen kann. Zusätzlich behindert gleich ein ganzes “Sammelsurium” von langfristigen Widerständen ein Fortkommen der Kurse, so dass der Bereich zwischen 2.800 und 2.900 ohne neue und nachhaltige Impulse kaum überwunden werden kann.

    Nach Elliott Wave steigen die Kurse seit dem Jahre 2002 zusätzlich lediglich korrektiv bzw. dreiteilig. Besonders der Abriss von November 2007 bis Oktober 2008, mit dem die 1.000 Punkte Marke fast erreicht und der zuvor gesehene Anstieg um genau 76,40 % (log.) korrigiert wurde, hinterlässt einen faden Beigeschmack. Eine so scharfe und verhältnismäßige kurze Korrektur innerhalb eines vermeintlich gesunden Aufwärtstrends ist eher ungewöhnlich. Daher neige ich sehr dazu den Anstieg am Oktober 2002 lediglich als abc-Bewegung einzuordnen. Hier ist also mitnichten ein neuer Bullenmarkt gestartet.

    A=C= 500 Punkte

    Mit Blick auf die Bewegung Anfang des neues Jahrtausends, die sich als klassischer 5-teiliger Abwärtsimpuls in Form der Welle A abzählen lässt, kann das aktuelle Niveau und die kleine abc-Bewegung demzufolge nur einer großen übergeordneten Korrekturwelle B zugordnet werden, die kurz vor ihrem Abschluss steht oder im besten Fall mit dem eingangs genannten Jahreshoch schon beendet ist.

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    Wenn man nach Lehrbuch davon ausgeht, dass die noch fehlende Welle C typischer Weise genau so bzw. ähnlich lang wird wie Welle A, ergibt sich daraus für den Nasdaq 100 ein Kursziel von gut 500 (fünfhundert) Punkten. Wie es der Zufall will, liegt genau dort auch das markante und wichtige 61,8 % Fibonacci-Retracement (log.) der Aufwärtsbewegung von 125 auf 4.816. Welle A hatte zuvor übrigens damals schon sehr nahe vor dem 50 % Fiboacci-Retracement gedreht!

    Aufwärtstrend ist noch in takt!

    Ich möchte hiermit keine Panik oder Weltuntergangsstimmung verbreiten oder einen riesigen 80%-Crash heraufbeschwören. Momentan gibt es (noch) keinen Grund für “volle Kanne Short”. Es liegt noch kein Trendbruch vor. Der Aufwärtstrend seit 2009 ist zweifelsohne intakt.

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    Allerdings sieht der Nasdaq 100 seit September schon etwas “toppig” aus. Es lässt sich ohne Weiteres eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) konstruieren. Des Weiteren zeigt der Kursrutsch seit dem Jahreshoch einen impulsiven Charakter und das, nachdem die Bullen an gleich mehreren Widerständen gescheitert sind. Dieses Verhalten sollte zumindest zum Nachdenken anregen.

    Kritisch wird es meiner Meinung nach erst, wenn die Kurse durch die Kreuzunterstützung fallen, die bei etwa 2.500 verläuft. Fällt der Nasdaq 100 unter diese Unterstützung gewinnt mein Szenario charttechnisch einiges an Bedeutung.

    Denken Sie langfristig!

    Während alle Welt von steigenden Aktienkursen redet, sind natürlich Prognosen, die genau das krasse Gegenteil zeigen, naturgemäß äußerst unbeliebt und fast schon lächerlich. Wer will sich schon mit einer 80 %-igen Abwärtsbewegung auseinander setzen, während die Märkte immer neue Hochs erreichen und fast täglich im Wirtschaftsteil der Medien steht, dass nur Aktien langfristig steigen und vor Inflation schützen? Aber vielleicht liegt genau darin der Clou der ganzen Sache: Das Gegenteil von dem zu tun was alle machen bzw. erwarten. Immerhin gab es ja schon einmal einen 80%igen-Crash dieses Ausmaßes. Oder ist heute alles anders? Sagen Sie niemals nie!

    Ich möchte betonen, dass Anleger mein Kursziel von 500 Punkten durchaus ernst nehmen müssen. Denn genau genommen korrigiert der Nasdaq 100 im langfristigen Bild noch immer den steilen Anstieg von 1985 bis 2000. Was wir aktuell und seit dem Jahre 2002 sehen, ist lediglich eine ausgedehnte Korrektur des Welle A Crashs. Wenn man so will eine Echo-Blase. Mehr nicht. Und im großen Bild wäre eine ausgedehnte ABC-Korrektur nach 15 Jahren Hausse nichts Ungewöhnliches, wenn man diese eben in den langfristigen historischen Kontext einordnet und nicht nur guckt, was seit 2009 passiert ist.

    Ich glaube zwar selbst nicht, dass der Nasdaq 100 auf 500 Punkte fallen kann. Ich möchte aber trotzdem diesbezüglich auf dem Laufenden gehalten und weitere Einschätzungen von Herrn Schröder zeitnah und kostenlos via Email-Newsletter lesen!

    Viele Grüße,

    Ihr Robert Schröder

    www.Elliott-Waves.com

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