Wirtschaftsfacts
  • Charts1

  • Charts 2

  • Kategorien

  • Archiv

  • Meta

  • « | Home | »

    Lass alles nur noch Vatter Staat machen: IG Metall ruft nach neuem Konjunkturpaket

    Oktober 28, 2012

    Berthold Huber sorgt sich um die politische Stabilität im Lande und die Möglichkeit einer dauerhaften Rezession in Deutschland. Natürlich fällt dem IG-Metall-Chef in einem Gastartikel für die FTD nichts Besseres ein, als sogleich nach der Verabschiedung eines neuen Konjunkturpakets zu rufen. Wer sich die schiere finanzielle Größe der auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise ergriffenen Maßnahmen bewusst macht, der wird nicht umhin kommen, konjunkturpolitischen Blödsinn wie Abwrackprämien und Ähnliches als gescheitert anzusehen…

    Der Staatsinterventionismus unterliegt einem Ablaufdatum; durch Sozialismus wird man den übrig gebliebenen Rest des Kapitalismus nicht retten – freie Märkte gibt es so oder so keine mehr

    …doch das ist den Verfechtern der keynesianischen Wirtschaftstheorie selbstverständlich egal. Nur um nicht endlich in den sauren Apfel beißen zu müssen, für eine seit Jahrzehnten verfehlte Konjunkturpolitik die Verantwortung zu übernehmen, die letztendlich zur heutigen Dauerkrise geführt hat, scheint jedes Mittel recht. Einmal mehr soll das Abrutschen in eine neue Rezession auf Pump und auf Kosten der zukünftigen Generationen finanziert werden.

    Dabei war doch schon im Jahr 2008 vollkommen offensichtlich, dass eine temporäre und kurzfristig einsetzende Wirtschaftswende kurze Beine haben würde. Damals stellten wir die Frage, was denn passieren solle, wenn alle Straßen ausgebessert, Löcher gestopft und alte Autos abgewrackt worden sind? Und voila – genau an diesem Punkt stehen wir heute! Nur mit einem Unterschied. Heute reden wir nicht mehr nur über eine Bankenkrise, sondern über eine eskalierende Staatsschuldenkrise.

    Wundern muss man sich darüber nicht, nachdem Staatsregierungen über die Köpfe ihrer Bürger hinweg Steuergelder in nie zuvor gesehenem Ausmaß eingesetzt haben, um privaten Unternehmen im Banken-, Hypotheken- und Automobilsektor und deren Bondhaltern öffentliche Steuergelder in den Rachen zu schmeißen, um deren verdienten Zusammenbruch so lange wie möglich in die Zukunft zu verschieben. Maßnahmen wie die Abwrackprämie entpuppen sich jetzt als konjunkturpolitischer Blödsinn, als den wir ihn seit deren Auflage gesehen hatten.

    Denn letztendlich führte das kollektive Abwracken zu einer drastisch vorgezogenen Nachfrage unter den Verbrauchern, die nach dem Auslaufen dieser Programme jetzt schlichtweg fehlt und nicht mehr stimuliert werden kann. Resultat ist, dass die Lage im Automobil-, Schiffsbau- und Werftensektor schon wieder außer Kontrolle zu geraten droht. Während die Massenproduzenten wie Peugeot, Fiat, Ford und Opel aufgrund von weltweit horrenden Überkapazitäten folgerichtig den letzten Schritt von Werksschließungen unternehmen, der im Jahr 2008 noch durch staatliche Interventionen verhindert wurde, geraten auch Premiumanbieter wie Daimler wieder in den Sog der rückläufigen Weltwirtschaft.

    Massenentlassungen, Einführung von Kurzarbeit und Sonderbeurlaubungen der Arbeitnehmer sind die Antworten der Konzerne auf den sich erneut abzeichnenden Synchronabschwung in der Weltwirtschaft. Dass vielen Staatsregierungen das Pulver ausgegangen ist, um jetzt nochmals nachzulegen, zeigt die Entwicklung an den internationalen Bondmärkten, an denen eine Reihe von westlichen Industrieländern bereits mit dem Rücken zur Wand steht. Was wir brauchen, lieber Berthold Huber, ist eine kapitalistische Systembereinigung und kein weiterer Staatsinterventionismus á la DDR.

    Dazu gehört natürlich, dass Sie, die Gewerkschaften und vor allem die Politik endlich die Verantwortung für ihre verfehlte Konjunkturpolitik aus den letzten Jahrzehnten übernehmen! Durch eine sich fortsetzende Manipulation der Wirtschaft, eine immer größer werdende Staatsquote an der jährlichen Wirtschaftsleistung, eine rücksichtslose Aufschuldung, verfehlte Subventionspolitik und die Abschaffung freier Märkte zögern Sie die Zusammenbruchkrise nämlich nur hinaus, deren Zeitzeugen wir sind. Ein Vatter Staat, der sich anmaßt, die Wirtschaft an sich zu reißen, ist in der Geschichte immer ein böses Ende beschieden gewesen. Daran wird sich auch heute nichts ändern.

    Nur die Fallhöhe vergrößert sich. Ihre Schuldenpolitik ist gescheitert und wird nicht besser, wenn Sie dafür plädieren, den nachkommenden Generationen noch höhere Schulden zugunsten einer temporären Verbesserung der aktuellen Situation aufzubürden. Niemand hat etwas davon, morgen in einem staatssozialistischen System aufzuwachen, dessen Entstehen durch ihre Forderungen Vorschub geleistet wird. Ein Ende mit Schrecken dürfte langfristig gesehen besser sein als ein Schrecken ohne Ende – auch wenn Sie und die meisten politisch Handelnden darüber den Job verlieren würden. Aber wer hat jemals gesagt, dass sich Geschichte nicht wiederholt?

    Topics: Deutschland, Europa, Märkte, Regierung und Banken, Weltpolitik | No Comments »

    Comments

    You must be logged in to post a comment.