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    Bernanke: Geh mit Gott, aber geh endlich!

    Oktober 23, 2012

    Helikopter Ben soll „Freunden“ eröffnet haben, nicht mehr für eine dritte Amtszeit als Fed-Chef zur Verfügung zu stehen. Also ein Verlust wäre das für die Welt ganz sicher nicht, sondern vielmehr eine Wohltat! Endlich müsste man sich nicht mehr das weinerliche und zerknautschte Gesicht des globalen Gelddruckers Nummer 1 während Anhörungen vor dem US-Kongress anschauen, in denen das Scheitern von Ben Bernankes geldpolitischer Strategie immer offensichtlicher wird. Kapitalismus lässt sich eben nicht durch Sozialismus retten!

    Bernankes viel beschworene Strategien gegen den deflationären Kollaps haben versagt

    In seiner Rede mit dem Titel “Deflation, make sure that it doesn´t happen here” aus dem Jahr 2002 zeigte sich Bernanke davon überzeugt, dass man die kommende globale Deflationswelle durch einen korbweisen Abwurf von elektronisch erzeugten Dollars über den Finanzmärkten stoppen und ins Gegenteil verkehren könnte. Dass diese Ansichten des ehemaligen Princeton Professors nichts anderes als Floskeln aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm waren, zeigt die Entwicklung.

    Ich komme einfach nicht umhin, wieder einmal auf Bernankes Aussagen aus dem November 2006 hinzuweisen, in denen er für die Nachwelt dokumentiert darüber schwadronierte, dass es keine Blase an den amerikanischen Immobilienmärkten gebe und die Preise ewig weitersteigen würden; und so jemand entscheidet über die Nutzung des weltweit größten Gelddruckerhebels (!). Siehe dazu auch Nassim Taleb: “Fed-Chef Bernanke ist wie ein Pilot, der den Hurricane nicht gesehen hat”

    Auf den Punkt brachte es der einflussreiche US-Senator und ehemalige Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats Richard Shelby vor Bernankes zweiter Nominierung zum Fed-Chef. (Siehe dazu auch “US-Senator Shelby: Bernanke hat versagt und weist kaum Führungsqualitäten auf”). In diesem Interview hieß es auszugsweise:

    Zwar konnten Bernanke und andere große Notenbanken das Ruder durch niemals zuvor gesehene Kapitalspritzen in Banken und Finanzmärkte im Jahr 2009 noch einmal herumreißen. Allerdings weisen diese Bemühungen einen temporären Charakter auf, da sie einem Grenznutzenfaktor unterliegen, der immer näher zu rücken scheint. Würde eine alleinige Expansion der Liquiditätsmaßnahmen (QE) der Weltwirtschaft zugute kommen, sähe die Situation momentan sicherlich anders aus.

    Neben der Federal Reserve hatten auch die Bank of England, die Bank of Japan, die Europäische Zentralbank, die People´s Bank of China und einige andere wichtige Notenbanken in den Schwellenländern ihre Liquiditätsmaßnahmen in den letzten Monaten erneut expandiert. Doch wie sich zeigt ohne jeden Einfluss auf die Wirtschaft. Im Gegensatz zum Jahr 2009, in dem konjunkturpolitische Maßnahmen der Regierungen die Geldpolitik flankierten, stehen die Zentralbanken heute nämlich weitestgehend allein auf weiter Flur.

    Laut des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney würde Bernanke unter seiner Führung ohnehin nicht mehr für eine dritte Amtszeit nominiert. Dass auf Bernanke sehr wahrscheinlich ein anderer wissenschaftlich Verwirrter im Chefsessel der Fed folgen wird, der sich denselben bizarren und realitätsfernen geldpolitischen Methoden annehmen wird, dürfte klar sein. Aus diesem Grunde sollte man endlich über die Forderungen von US-Politikern vom Schlage eines Ron Paul oder Investoren wie Jim Rogers nachdenken, die Fed abzuschaffen.

    Bis Ende 2014 muss die Welt Bernanke trotz allem noch ertragen, denn erst dann endet seine offizielle Amtszeit. Wer die Notenbanken als Hauptübel unserer Zeit erkannt hat, ist schon einmal einen großen Schritt weiter. Fractional Reserve Banking, das den Banken die Möglichkeit einräumt, selbst Geld zu schöpfen, muss in diesem Zuge im gleiche Atemzug genannt werden. Eine heillose und rücksichtslose Aufblähung der Papiergeldmärkte durch die Zentralbanken führte in den vergangenen Jahrzehnten von Krisenblase zu Krisenblase.

    Bust and Boom sind in diesem Hinblick miteinander auf eine Weise verknüpft, die im Zentralbankwesen selbst begründet ist. Denn um die durch eine zu üppige Geldversorgung ausgelösten Blasen nach ihrem Platzen wieder zu reflationieren, drucken die Zentralbanken einfach noch mehr Geld, um die Situation umzudrehen. Dass der Ritt auf der aktuellen Deflationswelle niemals zuvor gesehene Maßnahmen notwendig macht, um die Lage an den Finanzmärkten stabil zu halten, zeigt, wohin uns diese Bernank´schen Maßnahmen gebracht haben.

    Denn heute heißt es nur noch „inflate or die“! Wer für ein stabiles Geldsystem plädiert und erkennt, dass die durch Zentralbanken und Schuldenpolitik der Regierungen ausgelöste Dauerfinanzkrise nicht zum Stillstand kommen kann, solange die Wurzeln dieses Übels nicht  beseitigt werden, kann auch nicht darauf hoffen, dass sich etwas zum Besseren wendet. Ganz im Gegenteil schaut die ganze Welt einfach an der Seitenlinie dabei zu, wie diese Akteure uns immer mehr in den Kollaps hineinsteuern.

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

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