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    Argentinien: Massiver Schlag gegen steuerhinterziehende Agrarexporteure

    Oktober 31, 2012

    Argentiniens Regierung zieht jetzt die Daumenschrauben gegen steuerhinterziehende Unternehmen im Agrarsektor massiv an. Davon betroffen sind vor allem die großen Getreide- und Sojaexporteure des Landes. Wer jetzt nicht spurt und den Anweisungen der Regierung Folge leistet, dem enthält die Steuerbehörde fällige Rückerstattungen der Umsatzsteuer in Höhe von hunderten von Millionen US-Dollars vor. Die Drohungen gehen soweit, weitere Firmen von der nationalen Exportliste zu streichen, womit wichtige Steuervergünstigungen wegfielen.  

    Argentiniens Steuerbehörde zieht massiv die Daumenschrauben im Unternehmenssektor an

    Bereits seit einiger Zeit tobt eine Schlacht zwischen der argentinischen Regierung und den größten Exportunternehmen des Landes. Laut Regierung entziehe sich eine ganze Reihe von wichtigen Unternehmen ihrer heimischen Steuerpflicht, indem Schlupflöcher gnadenlos ausgenutzt würden. Doch damit wird jetzt definitiv Schluss sein. Denn die nationale Steuerbehörde blockiert seit Beginn dieser Woche fällige Umsatzsteuerrückerstattungen an Exporteure im Getreide- und Sojabohnensektor.

    Die Kapitalsummen belaufen sich auf mehrere hundert Millionen US-Dollars, wodurch die betreffenden Unternehmen zur Raison und Steuerehrlichkeit gerufen werden sollen. Ganz besonders im Fokus der Behörden steht neben dem Agrarexporteur Bunge auch die Firma Monsanto. Monsanto wird vorgeworfen, seine Steuerobligationen in Argentinien durch eine Aufnahme von hohen Krediten bei Tochterfirmen im mittel- und südamerikanischen Ausland zu unterlaufen.

    Die vereinbarten Zinszahlungen würden gegen steuerpflichtige Gewinne in Argentinien gegengerechnet, wodurch sich der Konzern seinen Verpflichtungen entzogen habe. Insgesamt soll dem Staat dadurch ein Steuerschaden von mehr als $70 Millionen entstanden sein. Im Fall der Firma Bunge ging die nationale Steuerbehörde nun sogar soweit, den Exporteur von Getreide und Sojabohnen von der wichtigen Exportliste des Landes zu streichen. Mit dieser Maßnahme gehen dem Unternehmen gewichtige Steuervorteile verloren.

    Zum Beispiel steigen die Steuern auf im Inland erwirtschaftete Agrarhandelsgewinne von 2% auf satte 15%. Zudem unterliegt die Firma ab sofort einer Verkaufssteuer, die bei 10,5% pro Jahr liegt. Firmen, die auf der Exportliste vertreten sind, brauchen diese Steuer nicht zu entrichten. Neben Bunge droht eine ähnliche Entwicklung auch einer ganzen Reihe von anderen Firmen aus dem Agrarsektor. Auch diesen Unternehmen drohen jetzt massive Vergeltungsschläge durch die Regierung.

    Schon im Frühsommer dieses Jahres zog die Regierung die Daumenschrauben im Minensektor des Landes an. Ein neues Minengesetz soll die Importe von Minenunternehmen nach Argentinien beschränken. Dadurch werden alle Importe von im Land aktiven Minengesellschaften unter die Kontrolle der Regierungsbehörden gestellt, was dazu beitragen soll, die ausländischen Devisenreserven Argentiniens zu erhöhen und den jährlichen Handelsüberschuss mit anderen Nationen auszuweiten.

    Um Bohrausrüstungen und sonstige für die Exploration und den Abbau von Rohstoffen benötigte Güter einzuführen, benötigen die Unternehmen ab sofort eine Genehmigung der Behörden. Importe müssen zudem mindestens drei Monate vor Bestellung bei den Behörden angemeldet werden. Laut der argentinischen Präsidentin Kirchner soll auf diese Weise auch die heimische Industrie geschützt werden, was ebenfalls bedeutet, dass im Land operierende Minenkonzerne – falls machbar – ihre Ausrüstung und technisches Equipment bei argentinischen Herstellern erwerben sollen. Man kann dieses Gesetz auch mit einem anderen Wort umschreiben: nämlich mit einem massiv wachsenden argentinischen Protektionismus!

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, Südamerika, Weltpolitik | No Comments »

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