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    ADP schießt Nachrichtenvogel des Tages ab!

    Oktober 31, 2012

    Den Nachrichtenvogel des Tages schoss heute sicherlich der private Arbeitsmarktdienstleister Automatic Data Processing (ADP) ab. Jeweils zwei Tage vor der Publikation des offiziellen US-Arbeitsmarktberichts veröffentlicht ADP seine eigene Statistik zur Jobentwicklung in der amerikanischen Privatwirtschaft. Da die Firma diese Daten zukünftig in Kooperation mit Moody´s Analytics erstellen wird, ändert sich das Berechnungsverfahren, was zur Folge hat, dass ADP seine Datenstatistik für die letzten zwölf Monate um hunderttausende von Arbeitsplätzen nach unten revidierte.

    Dass den amerikanischen Arbeitsmarktdaten kein Glaube mehr geschenkt werden kann, wird immer offensichtlicher

    Wenn man sich um einen geringen Faktor verrechnet, dann fällt das meistens nicht großartig ins Gewicht. Wenn man jedoch über die letzten zwei Jahre Daten von der Entwicklung an den  Arbeitsmärkten in der amerikanischen Privatwirtschaft publiziert, die jetzt aufgrund einer neuen Berechnungsmethode um mehrere hunderttausend angeblich geschaffene Stellen nach unten revidiert werden müssen, so gibt das doch zu denken.

    Andererseits erhalten natürlich alle Kritiker des US-Arbeitsministeriums eine Steilvorlage, die der Ansicht sind, dass die Behörde ihre Arbeitsmarktzahlen auf rücksichtlose Weise schönt. Man könnte in diesem Zusammenhang sicherlich auch das Wort fälschen benutzen. Wie dem auch sei. Allein für den Monat September hat ADP eine Revision der neu geschaffenen Stellen in der amerikanischen Privatwirtschaft von 162.000 auf nur noch 88.200 bekannt gegeben.

    Dies entspricht einer Abwärtsrevision von nicht weniger als 73.800 (!) Arbeitsplätzen in nur einem Monat. Und diese Diskrepanz kann man ganz sicher nicht mehr als Luftnummer bezeichnen. Wenn man die tatsächlich neu geschaffenen 88.200 Stellen in der Privatwirtschaft in Vergleich mit den Daten aus dem offiziellen Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics setzt, nach denen im September insgesamt 114.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden sein sollen, so wird auch hier eine deutliche Diskrepanz sichtbar.

    Der Hammer folgt jedoch erst, wenn man die Datenreihe einmal bis ins Jahr 2011 zurück verfolgt. Dieser Aufgabe hat sich neben Zerohedge auch Mike Shedlock angenommen. Heraus kam auch hier eine Diskrepanz, die jedoch nicht so verheerend ist, wie die bislang falsch ausgewiesenen Daten durch ADP. Die Diskrepanz resultiert aus der Zugrundelegung eines voneinander abweichenden Berichtszeitraums. Während Zerohedge im Jahr 2012 365.000 weniger geschaffene Jobs in der Privatwirtschaft zählt, kommt Shedlock mit Sicht auf die letzten zwölf Monate sogar auf eine Gesamtzahl von 419.000 weniger geschaffenen Stellen. Anschauliche Tabellen und Charts runden diesen sehr guten Artikel ab.

    Hier sei insbesondere auf den Artikel von Shedlock verwiesen, in dem die monatlichen Revisionen sehr anschaulich und übersichtlich dargestellt werden. Dass die offiziell ausgewiesenen amerikanischen Arbeitsmarktdaten ein Fake sind, war auch immer unsere Ansicht. Zuletzt hatten wir darauf in unserem Artikel Cook the Books: Ein Toast auf das Jobwunderland USA! hingewiesen.

    Damals schrieben wir zu den für September publizierten Arbeitsmarktdaten auszugsweise wie folgt:

    …Noch am Donnerstag kletterten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 4.000 auf 367.000, doch am Freitag bescheinigte der offizielle Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics den USA eine überraschende Arbeitslosenquote von 7,8%. Wie diese Zahlen zustande kommen, ist nicht nur auf unserer Seite immer wieder hinlänglich beschrieben worden, sondern auch auf vielen anderen kritischen Finanz- und Wirtschaftswebseiten.

    Ja, selbst viele Systemmedien scheinen diese Daten nun ganz offensichtlich nicht mehr zu glauben, wenn man sich einmal durch den Internet-Blätterwald in den Vereinigten Staaten liest. Und Jack Welch oder Donald Trump, immerhin renommierte Vertreter des Establishments, tun das auch nicht. Obamas Regierung schöne die Bilanzen, um sich vor den Präsidentschaftswahlen im November in eine bessere Position zu bringen, so Welch…

    Laut Jack Welch seien diese Arbeitsmarktdaten in keiner Weise glaubhaft geschweige denn ernst zu nehmen. Vielmehr würden “diese Jungs aus Chicago” alles Erdenkliche tun, um Obama die Wiederwahl zu ermöglichen, selbst wenn das bedeute, die Bücher zu frisieren. Eine Diskrepanz ergibt sich allein schon, wenn man den Arbeitsmarktbericht mit den jüngst aus der US-Industrie gemeldeten Daten vergleicht…

    Die jetzt erfolgte Revision durch ADP dürfte uns Kritikern endlich Recht geben, wenn wir behaupten, dass den offiziell ausgewiesenen US-Arbeitsmarktdaten schon seit langer Zeit kein Glaube mehr geschenkt werden darf. Spätestens nach der US-Präsidentschaftswahl ist dann nämlich auch mit heftigen Abwärtsrevisionen durch das Bureau of Labor Statistics zu rechnen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…!!!

    Topics: Märkte, Regierung und Banken, USA, Weltpolitik | No Comments »

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